Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Gauner m.
Gen. Sg. Gauners
Nom. Pl. Gauner

QUANT: quantifizierende Attribute (Attribute zur Menge und zur Anzahl)

  • DutzendSchon kurz nach der Oktoberrevolution ließ Lenin keinen Zweifel an der wütenden Zwanghaftigkeit der kommenden Vollarbeitsgesellschaft aufkommen: An einem Ort wird man zehn Reiche, ein Dutzend Gauner, ein halbes Dutzend Arbeiter, die sich vor der Arbeit drücken (ebenso flegelhaft wie viele Setzer in Petrograd, besonders in den Parteidruckereien), ins Gefängnis stecken. (Kurz, Robert, Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a.M.: Eichborn 1999, S. 485).
  • einige hundertWürden die Opfer der Bauernfänger, der Erbschafts-, Heirats-, Ordens- und Kautionsschwindler, der Kurpfuscher, der Geisterbeschwörer, der vierten Dimensionäre und anderer Betrüger, welche die Dummheit ausbeuten, mit harten Gefängnis- oder Geldstrafen bestraft, so würde sich die Zahl derselben bald bedeutend vermindern, und die Schwindler würden sich auf einen Rest angewiesen sehen, der zwar noch immer Geld genug aufzubringen wissen wird, um einige hundert Gauner zu ernähren, der aber mit der Zeit kleiner würde. (Stettenheim, Julius, Der moderne Knigge, Berlin: Hofmann 1902, S. 15650).

SIT: situierende Attribute (Attribute zu Ort und Zeit, zur Abfolge)

  • heutigEinen honetten Mann kann man aus jedem Weidenstotzen formen, zu einem Spitzbuben wills Grütz - auch gehört dazu ein eigenes National-Genie, ein gewisses, daß ich so sage ,Spitzbuben-Klima', und da rat' ich Dir, reis' Du ins Graubündner Land, das ist das Athen der heutigen Gauner. (Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe) 02.03.1905,).

VAL: evalutive Attribute (Attribute zur subjektiven Einschätzung)

  • altZwar brummte der Blockälteste gutmütig: "Was hast du wieder vor, alter Gauner?" (Apitz, Bruno, Nackt unter Wölfen, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1958, S. 193). bekannt
  • argNur als jetzt sehr kleine Sekte (und notorisch als die ärgsten Gauner des Orients, deren Fälschungen auch ernste Gelehrte zum Opfer gefallen sind), existieren sie bis heute. (Weber, Max, Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen, in: Marianne Weber (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Band III, Tübingen: Mohr 1921[1920-1921], S. 376).
  • betrügerischBaldini hielt die Kerze gegen das storaxkrächzende Häuflein Mensch und dachte: Entweder ist er besessen, oder er ist ein betrügerischer Gauner, oder er ist ein begnadetes Talent. (Süskind, Patrick, Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 94).
  • frechDer Schlosser wandte sich an einen Schutzmann, der den frechen Gauner verhaftete. (Friedländer, Hugo, Massenmörder Hugo Schenk und Genossen vor einem Wiener Ausnahmegerichtshof, in: ders., Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung Band 9, Berlin: Barsdorf 1913, S. 3452).
  • geriebenAls diese antwortete, daß von einem Haftbefehl nichts bekannt sei, gelangte man zu der Überzeugung, daß der angebliche Hauptmann ein geriebener Gauner sein müsse. (Friedländer, Hugo, Der falsche Hauptmann von Köpenick, Wilhelm Voigt, in: ders., Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung Band 1, Berlin: Barsdorf 1910, S. 225). raffiniert, mit allen Wassern gewaschen
  • gewissenlosDer gewissenlose Gauner begab sich mit dem Sparbuch schnurstracks zur Bank, wo er die auf dem Konto befindlichen 135 Mark restlos abhob. (Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe) 01.03.1935).
  • hässlichNur durch ihn bin ich mit dem häßlichen Gauner zusammengetroffen. (Ewers, Hanns Heinz, Alraune, München: Müller 1911, S. 284).
  • kleinIm Zuge der Kampagne wurden viele kleine Gauner und Schieber im ganzen Sowjetreich verhaftet, einige erschossen, wie ein turkmenischer Kolchosvorsitzender, der anderthalb Tonnen Baumwolle für sich selbst abgezweigt hatte. (Der Spiegel 08.03.1982). unbedeutend
  • sauberOh, der sei ein sauberer Gauner gewesen, in keinem Roman könne man einen geriebeneren Lumpen finden. (Ewers, Hanns Heinz, Alraune, München: Müller 1911, S. 301). raffiniert, mit allen Wassern gewaschen

DIM: Dimensionsattribute (Attribute zur Größe)

  • mickrigBahama-Joe: sie ließen die Wisperer stehen, die zischenden Schlangen, Odysseus stieß sie zurück, sanft, gewaltig wie ein Walfisch, drängte sie beiseite, die kleinen mickrigen Gauner, die Pickelgesichter, die Stinknasen, die ausgevögelten Burschen. (Koeppen, Wolfgang, Tauben im Gras, Stuttgart: Scherz & Govert 1951, S. 41).

PHY: physikalische Attribute (Attribute zur Physis)

  • totAndere tauchen wie Wasserleichen mit blauen Gesichtern auf und sind nur bedeutungsvoll durch den Zufall, der sie nach oben geschwemmt hat: die Walfischforelle, die ich nicht eher erkenne, bis sie zwei Schritte vor mir steht, und die Kindermann, deren getrübter Geist mich mit dem toten Gauner verwechselt, den Sie gestern begraben haben. (Langgässer, Elisabeth, Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen & Goverts 1946, S. 248).

HUM: Dispositionsattribute (Attribute zu menschlichen Anlagen, objektivierbar)

  • aufgeklärtDiese im Mittelalter so hochgeschätzten und gepriesenen Dinge sind heute noch angesehener und verbreiteter, als man annehmen sollte; an manchen Orten werden sie von geriebenen und anscheinend sehr aufgeklärten Gaunern mit hohen Summen bezahlt. (Berliner Tageblatt (Montags-Ausgabe) 10.02.1902).
  • außergewöhnlichZu außergewöhnlichen Gaunern wurden aber Max und Edgar Auschnitt erst, als sie bei ihren Geschäften den Rahmen des rumänischen Staates verließen und sich in das von der internationalen jüdischen Hochfinanz betriebene Spiel mit den goldenen Bällen einschalteten. (Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe) 17.03.1940).
  • begabtDie Behauptung, Masaryk sei von sowjetischen Agenten ermordet worden, gehe auf einen Bericht des Spiegel vom April 1965 zurück; der Autor des Spiegel-Berichtes sei ein höchst begabter Gauner, der Anfang der 30er Jahre den Hradschin gegen 1 Mill. Goldfrcsanken an einen arabischen Scheich verkauft habe. (Archiv der Gegenwart, 38, 1968).
  • routiniertVergegenwärtigt man sich, daß unter den routinirtenGaunern sehr kluge Köpfe anzutreffen sind, so ist die Sache doppelt wunderbar. (Berliner Tageblatt (Montags-Ausgabe) 10.02.1902).
  • unverschämtSie, ich werd Ihnen was sagen: das ist ein ganz unverschämter Gauner ist das! (Tucholsky in Die Weltbühne 04.05.1926).
  • vielgewandtGabriel Chladek ist ein vielgewandter Gauner; es gibt kaum einen Beruf, in dem er sich nicht schon versucht hätte. (Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe) 09.03.1921).

AFF: affektive Attribute (Attribute zur subjektiven Emotionalität)

  • geliebtInzwischen muß ich zu meinen geliebten Gaunern zurückkehren. (Knittel, John, Via Mala, Berlin: Krüger 1934, S. 394).

KOM: Komitativattribute (Attribute zu Begleitumständen)

  • gottverdammtVielleicht ist er aber auch nur ein gottverdammter Gauner geworden, der ehemals gute Junge Leporis, vielleicht hat er sich hier am Hofe verändert. (chuder, Rosemarie, Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin: Rütten & Loening 1977, S. 17).
  • elendDu hast eben garnicht an sie gedacht, sondern an Cordelia, nur daß du ihre zauberhafte Vielfältigkeit zu Magdas Einfachheit umgeändert hast - elender Gauner! (Schaeffer, Albrecht, Helianth, Frankfurt a.M.: Insel-Verl. 1920, S. 408).

KLAS: klassifizierende Attribute (Attribute zur Klassenzugehörigkeit)

  • politischWenn dem doch so sei, so bewahrheite sich höchstens das alte Wort: "Patriotismus ist die letzte Zuflucht der politischen Gauner!" (Berliner Tageblatt 01.03.1932).

ORIG: Herkunftsattribute

  • französischAuch französische Gauner, bei welchen diese "Diebesfinger" den Namen main de gloire haben, sollen noch heute solche im Besitze führen. (Berliner Tageblatt (Montags-Ausgabe) 10.02.1902).
  • jüdischSie führen zum Beispiel die Häftlinge in großen, lächerlichen Prozessionen durch die Straßen und zwingen sie, groteske Sprechchöre zu exekutieren: "Wir sind marxistische Schweinehunde, wir sind jüdische Gauner", und dergleichen. (Feuchtwanger, Lion, Die Geschwister Oppermann, Rudolstadt: Greifenverl. 1949 [1933], S. 240).
  • des OrientsNur als jetzt sehr kleine Sekte (und notorisch als die ärgsten Gauner des Orients, deren Fälschungen auch ernste Gelehrte zum Opfer gefallen sind), existieren sie bis heute. (Weber, Max, Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen, in: Marianne Weber (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Band III, Tübingen: Mohr 1921[1920-1921], S. 376).