Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Getränk n.
Gen. Sg. Getränkes, auch: Getränks
Gen. Pl. Getränke

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Bezeichnung des Ausgangsprodukts als Vorderglied

  • Gerstengetränk n. Trank aus Gerste ich glaube gar, Ihr wollt Spott mit mir treiben! Ale, Bier, Gerstengetränk mir anzubieten! (Rösler, Gemeinnützige Blätter zur Belehrung und Unterhaltung, 1828). - Uebrigens kommt cervisa und cervesa mehrmals in alten Schriften vor, sowohl vom Gersten-Getränk, als auch von dem aus Brombeeren, und scheint überhaupt mehr starkes Bier zu bezeichnen (Bruns, Beyträge zu den deutschen Rechten des deutschen Mittelalters, 1799).
  • Kaffeegetränk n. Kaffee Die Bereitung des Kaffeegetränkes geschieht auf sehr verschiedene Weisen, im Allgemeinen aber so, daß die Kaffeebohnen erst gebrannt, dann in Pulver verwandelt und endlich mit Wasser ausgezogen werden (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1838, s.v. Kaffee). - So waren die Flekken braun, welche man dem übergelaufenen Kaffeegetränke zuschreiben wollte (Haller, Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers, 1776).
  • Rebengetränk n. Wein "Ei wohl!" - ruft jener, vom Rebengetränk / Schon halb umnebelt und heiter, - "Ei wohl gedenk' ich des argen Wichts; / Ein Wildfang war er, ein Taugenichts, / Wie in ganz Schwaben kein zweiter (Schack, Walther von Immenstadt, 1866). - Nun sieht den Irrthum langer Jahrhunderte / Der weise Gaumen eckeler Großen ein, / Erklärt dich angemaßter Herrschaft / Ueber die Rebengetränke schuldig (Denis, Wein und Barden, 1772).
  • Wassergetränk n. Trank aus Wasser Man unterscheidet gewöhnlich: 1) die einfache oder Fieber-D., auch strenge D., bestimmt zumal für fieberhafte und Entzündungskrankheiten; dieselbe besteht nur in magern (Rahm-) Suppen u. Wassergetränke, ohne oder mit gekochtem Obst (Herders Conversations-Lexikon, 1854, s.v. Diät). - Noch besser diente dem Kranken ein Wassergetränk aus einem Theil Milch mit drei Theilen Wasser gekocht (Sydenham, Medizinische Werke, 1786).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Zutatbezeichnung als Vorderglied

  • Eiergetränk n. Getränk mit Eiern Alle diese Nahrungsstoffe aus beiden Naturreichen, auf zweckmäßige Weise, zum Theil mit, durch weinige Gährung ebenfalls daraus erhaltenen Producten (Wein, Bier, Branntwein), od. auch mit Kochsalz in Verbindung zu bringen, ist besonderer Gegenstand der Kochkunst u. der übrigen technischen Gewerbe, welche theils vorbereitend für die Küche, theils auch für sich, N. in den mannigfaltigsten Formen zur Verspeisung liefern, wohin auch die Zubereitung von Getränken in so fern gehört, als diese, wie Bier, Chocolade, Eiergetränke u.a., wirklich nährende Stoffe enthalten (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Nahrungsmittel).
  • Eisgetränk n. geeistes Getränk Ein hinzugerufener Arzt verordnete Senffussbäder, Eisgetränk und Besprengung mit Wasser (Archiv für reine und angewandte Arzneiwirkungslehre, 1856). - Die guten Wirkungen der Eisgetränke rührten nicht blos von der Kälte und den ihnen mit derselben einverleibten Salztheilen her, sondern auch von dem vielen beygemischten Zucker (Göttingische gelehrte Anzeigen 2, 1786).
  • Giftgetränk n. vergiftetes Getränk Auch bereiten die Eingebornen daraus Giftgetränke, gegen die man keine Gegengifte kennt (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Assacou). - Und dieweil sie so schrifftl. als mündlich viele wahrheiten in der lehre und leben / in dem theuren worte Gottes gegründet / und gantz einstimmig mit der ersten Christen lauterkeit / freymüthig und beständig bekannten / Schäfer auch seinen Magister-namen / brief und Privilegien mit einem scripto für der Babylonischen huren lohn und gifftgetränck aus ihrem güldenen kelch declarirte [...] ward ein urtheil inner 14. tagen über sie gesprochen (Arnold, Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie, 1700). - Dann es hat sich auß Gottes gerechtem Gericht zugetragen / daß sich die Mundschencken verirret / vnd das Gifftgetränck nicht denjenigen / welchen es vermeynt gewesen / sondern ihm dem Hertzogen selbst vnd seinem Vatter eingeschenckt vnd dargereicht (Thesaurus politicus oder Schatz-Cammer politischer Aphorismorum, 1624).
  • Honiggetränk n. Getränk mit Honig Med, Miod oder Vladowina hieß bei den Slaven das jetzt noch unter Polen und Russen geliebte und in "Methschenken" häufig feile Honiggetränk (Magerstedt, Der praktische Bienenvater, 1856). - die Innwohner haben ihr ehedessen gewöhnliches Honiggetränk in Rebensaft verändert (Huber, Neue Kronik von Böhmen, 1780). - so ist nicht unbillig zu schliessen / es werden schon lange die Lebküchner daselbst ihre Profession mit Meth-Sieden / Honig-Getränck / und Bachung allerhand Honig-Kuchen getrieben haben (Weigel, Abbildung der Gemein-Nützlichen Haupt-Stände von denen Regenten, 1698).
  • Milchgetränk n. Getränk mit Milch Wenn die zu prüfende Speise ein Milchgetränk, wie z. B. Milch, Milchkaffee, Milchchocolade oder Milchsuppe, ist, so hat man nur nöthig, um sie klar und farblos zu machen, sie mit etwas Essigsäure zu versetzen und zu erwärmen (Duflos/Hirsch, Oekonomische Chemie, 1842). - An diesen Tagen genießt kein eifriger Kalmük, ausser Milchspeisen und Milchgetränk, das allergeringste (Wyttenbach, Sammlung rußischer Reisen, 1795).
  • Weingetränk n. Getränk mit Wein Auch aus dem Safte von Birnen, Stachelbeeren, Riebisen läßt sich auf gleiche Art ein gutes, gesundes Weingetränk bereiten (Belehrungs- und Unterhaltungsblatt für den Landmann und kleinen Gewerbsmann Böhmens 5, 1842). - Aber durch die Gährung oder innerliche Bewegung aller dieser Theile untereinander werden sie aufgeschlossen, und aufgelöset, sie vertheilen sich untereinander in gehörige Lage und Ordnung zu einem Weingetränk (Christ, Beyträge zur Landwirthschaft und Oekonomie, 1782).
  • Würzgetränk n. gewürztes Getränk Neben dem Geflügel und Wildpret, Obst, Bier, Wein, Meth und andern Würzgetränken erhielten sich in den Klöstern wirklich noch verschiedene uralte Küchenzettel (Wolf, Urkundliche Chronik und geschichtlich-statistisches Sachen- und Personen-Adreß-Buch von München und aller umliegenden Orte, 1856).
  • Zuckergetränk n. gezuckertes Getränk Wir wollen schließlich noch ein kunstliches Zuckergetränk hier aufführen, das in England früher in großen Massen bereitet worden ist, und den Namen Sprossen- oder Fichtenbier (sprout beer) führt (Gumbinner, Handbuch der praktischen Bierbrauerei, 1846). - Ein Zuckergetränck mit Essig ist ein bekanntes diätetisches Mittel bei Faulfiebern (Monatsschrift für Damen, 1787).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied

  • Dichtergetränk n. Getränk für Dichter "Die gewöhnliche Folge des nervösen Kopfschmerzes", erwiderte ich daher mit unbefangenem Ton, "wofür nichts besser hilft, als der muntre kecke Geist, der in dem Schaum dieses Dichtergetränks sprudelt." (E.T.A. Hoffmann, Das öde Haus, 1817).
  • Frauengetränk n. Getränk für Frauen "Du wirst dich wohl schon mit ihm ausgesprochen haben, Mutter," sagte sie, die Leuchte niederstellend, "und ich kann den Kaffee bringen, der eigentlich längst fertig ist - und zu welchem Sie" - sie wandte sich mit einer Verbeugung an mich - "eingeladen sind, wofern Sie dieses Frauengetränk nicht verschmähen." (Saar, Novellen aus Österreich, 1893).
  • Göttergetränk n. Getränk für Götter Der Heurige ist ja ein Göttergetränk, / Er wirft oft die schönsten Leut unter die Bänk (Raimund, Die gefesselte Phantasie, 1837). - Hat etwa sein Wien nicht Reize genug, / Nicht gold'ne Gerichte, nicht Göttergetränk, / Nicht Hallen, geschmückt mit jeglicher Kunst, / Nicht Tänze, nicht Saitengetön? (Denis, Josephs Reisen, 1772).
  • Krankengetränk n. Getränk für Kranke Wir unterscheiden im Allgemeinen dreierlei Krankengetränke: 1. erfrischende, kühlende Getränke, die im Fieber, bei gesundem Magen und Darm verabreicht werden; 2. schleimige stopfende und 3. stärkende Getränke (Gedike, Handbuch der Krankenwartung, 1874). - abgekäsete Milch, ein Krankengetränke (Heins, Der patriotische Medicus, 1765).
  • Volksgetränk n. im Volk häufig getrunkenes Getränk Nachdem der Branntwein aus einer Arznei zu einem Volksgetränk geworden war, bemühten sich zuerst die Italiener, ihn zu veredeln (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Liqueur). - Zu verzeihen war es ihm damalen, ein Volksgetränk, welches wie unser Quas, als ein kühlendes nährendes Getränk in den Schenken feil ist, zu verwerfen (Minderer, Abermal ein Beytrag zur Kenntniss und Heilung der Pest, 1790).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Vorderglied

  • Froschgetränk n. Wasser Köstlich schmeckt ein Labetrunk / Frisch her aus der Schenke, / Besser als des kargen Vogts / Wässrig Froschgetränke! (Schleifer, Gedichte, 1847). - Lach der Ärtzt' und ihrer Räncke! / Tod und Kranckheit laurt, / Wenn man bey dem Froschgeträncke / Seine Zeit vertraurt (Kleist, Dithyrambe, 1757).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Zeitbezeichnung als Vorderglied

  • Abendgetränk n. Getränk, das man am Abend trinkt er wolle ihr einen übrigens ganz unschädlichen Trank bringen, den solle sie ihrem Manne unter sein Abendgetränk mischen und sie werde sehen, daß er im Traume ihr alle seine Geheimnisse verrathen werde (Grässe, Sagenbuch des Preußischen Staats, 1868-71).
  • Alltagsgetränk n. alltägliches, gewöhnliches Getränk Sie verbreiten auch das Brannteweingift im Volk, als Alltagsgetränk (Zschokke, Die Brannteweinpest, 1837). - Gesunde müssen aber kein Alltags-Getränk aus starken und hitzigen Infusionen machen (Krünitz, Oekonomische encyklopädie, 1789, s.v. Kräuter-Bier).
  • Frühstücksgetränk n. Getränk, das man zum Frühstück trinkt Das gewöhnlichste Frühstücksgetränk ist dickgekochte Chocolade (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Spanien [2]). - Nicht nur als Frühstücks-Getränk, sondern auch in allen Krankheiten brauchen sie ihn (Raff, Geographie für Kinder, 1791).
  • Morgengetränk n. Getränk, das man am Morgen trinkt Von einem Gallenfieber in der Reconvalescenz begriffen, wurde ihr die Cichorie vom Arzt als Morgengetränk empfohlen, leistete gute Dienste und wurde seitdem allgemein (Damen Conversations Lexikon, 1834, s.v. Cichorie). - Ich kostete, und bemerkte den nehmlichen widerlichen Reiz auf der Zunge, der mir mein Morgengetränk zuwider gemacht hatte (Naubert, Alf von Dülmen, 1791). - Morgengetränck in Gran Cairo (Buchenbach, Orientalische Reyß deß Edlen vnnd Besten, Hanß Jacob Breüning, 1612).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Lokalitätsbezeichnung als Vorderglied

  • Hausgetränk n. Getränk, das man zuhause trinkt Caffee, mit gelben Rüben oder Cichorien untermischt, ist das tägliche Hausgetränk Morgens und Abends (Glur, Roggwyler Chronik, 1835). - Es ist aber dennoch die nuzbarste unter allen Pflanzen; indem aus dessen gebratenen groben Blättern das tägliche Hausgetränk abgekocht wird (Kaempfer, Geschichte und Beschreibung von Japan, 1777).
  • Höllengetränk n. übelschmeckendes Getränk "Dann also Sekt und Porter, ein ehrliches Halb und Halb", schlug Fink vor. "Superbos!" rief der kleine Lanzau, welcher witzig war. "Das ist ebenso ein Höllengetränk", klagte Zernitz (Freytag, Soll und Haben, 1855).
  • Kaffeehausgetränk n. Getränk, das man im Kaffeehaus trinkt Sie hätten sich entzweit pour une bavaroise (das bekannte Kaffeehausgetränk) (Börne, Briefe aus Paris, 1832-33).
  • Tafelgetränk n. Getränk, das man bei Tisch trinkt Als gewöhnliches Tafelgetränk dient ein höchstens mittelmäßiges Bier, welches nur in seltenen Fällen dem sauren oberösterreichischen Wein Platz macht (Morgenblatt für gebildete Leser 44, 1850). - Auf jeden Kadeten ist täglich, nach Verhaltniß seiner Grösse, Wein zum Tafelgetränke festgesetzt (Schlözer, Briefwechsel, 1782).
  • Tischgetränk n. Getränk, das man bei Tisch trinkt Es war eins der ersten in Deutschland bekannten Mineralwasser, und hat sich stets eines steigenden Rufes zu erfreuen gehabt, wozu auch, außer den Heilkräften, der angenehme, erfrischende Geschmack beitrug, der es zum Tischgetränk erhob (Damen Conversations Lexikon, 1837, s.v. Seltersbrunnen). - Einige bedienen sich desselben zum ordinairen Tischgetränk mit Wein vermischt, mit welchem er artig brauset, und lieblich schmeckt (Zückert, Systematische Beschreibung aller Gesundbrunnen und Bäder Deutschlands, 1768).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Klassifikationsbezeichnung als Vorderglied

  • Hauptgetränk n. wichtigstes, hauptsächliches Getränk Hauptgetränk blieb der Wein, dessen beste Sorten von Chios, Lesbos, Thasos, Naxos, Korkyra kamen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Athen [2]). - Das Hauptgetränk ist Meth, welcher aus dem Euter einer Ziege, die sich von den Blättern des Baumes Lerada nähret, täglich in Ueberflusse quillt (Ossians und Sineds Lieder, 1784).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Evaluierungsbezeichnung als Vorderglied

  • Leibgetränk n. bevorzugtes Getränk wie in physischer Hinsicht Einer sich durch den Wein, das Leibgetränk des S., von Kummer u. Sorge befreite (vgl. Lyäos), so sollte S. die Befreiung der Seele darstellen (Pierer's Universal-Lexikon, 1863, s.v. Silenos). - Denn es blieb nicht allein beim Wein, sondern der Punsch mußte auch herhalten, weil er der Engeländer Leibgetränk ist (Magazin für die neue Historie und Geographie 20, 1786).
  • Lieblingsgetränk n. bevorzugtes Getränk Vor hundert Jahren lebte in Pforzheim ein Mann, der eine sehr durstige Leber hatte und dessen Lieblingsgetränk Bier war (Baader, Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden, 1851). - Er pflegte nämlich eine Portion Brechweinstein den Leuten unter ihrem Lieblingsgetränke beyzubringen, wovon die natürliche Folge war, daß sie sich heftig erbrachen, und auf lange Zeit einen großen Abscheu vor ihrem Lieblingsgetränke bekamen (Nebel, Medicinisches Vademecum für lustige Aerzte und lustige Kranken, 1795-98).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Vorderglied

  • Aufgussgetränk n. Getränk, das durch einen Aufguss zubereitet wird Die Aufgußgetränke und besonders der unter diesen die erste Stelle einnehmende Kaffee bieten die Vorteile der Wirkung der alkoholischen Getränke, ohne - bis zu einer gewissen Grenze - die Nachteile derselben zu haben (Samter, Das Reich der Erfindungen, 1896).
  • Erfrischungsgetränk n. Getränk, das man zur Erfrischung trinkt Als Erfrischungsgetränk wird diess Wasser theils an Ort und Stelle getrunken, besonders im Sommer von Teplitzer Kurgästen, grösstentheils aber (man rechnet jährlich 90000 Krüge) wird es versendet (Schmelkes, Teplitz und seine Mineral-Quellen, 1841). - In wenigen Tagen ist dieser Birnmost trinkbar, und wenn man keinen allen Most mehr hat, schon ein gutes Erfrischungsgetränk für die Tagelöhner (Halle, Fortgesetzte Magie, 1798).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Vorderglied

  • Festgetränk n. bei Festen gereichtes Getränk Durch Beimischung von Gewürz wissen sie ihn zu conservieren, und für Ostern und Pfingsten haben die Armen, denen Meth und Bier zu theuer ist, kein anderes Freuden- und Festgetränk, als diesen Palmenwein des Nordens (Archiv der Pharmazie, 1848). - Wein wurde in der Folge, da die Deutschen mit den Römern Handlung trieben, Lieblings- und Festgetränk (Herzog, Versuch einer allgemeinen Geschichte der Kultur der deutschen Nation, 1795).
  • Freudengetränk n. Getränk, das man aus Freude trinkt auch ihnen ist der Branntwein das nothwendige Gegengift gegen die Peitsche, die Milch der Alten wie der Jungen, das Fest- und Freudengetränk der Weiber wie der Männer (Das grosse Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände, 1847, s.v. Esthen). - Die vernünftige Sättigung am täglichen Brodte stillet bey allen Nationen den Hunger, aber das Freudengetränk ist nicht für den Durst und den Armen gemacht (Halle, Fortgesetzte Magie, 1798). - Helffet das Freuden-Fest alle begehen / Trincket das edele Freuden-Getränck (Zesen, Frühlingslust, 1642).
  • Gesundheitsgetränk n. der Gesundheit dienendes Getränk Dass die Herren Aerzte dies von competenter Seite als ausgezeichnetes Heilnahrungsmittel anerkannte Gesundheitsgetränk in geeigneten Fällen in Anwendung bringen, ist bekannt (Allgemeine Wiener medizinische Zeitung 9, 1864). - Es ist ohne weitere Zubereitung ein vortreflich blutreinigendes Gesundheitsgetränk (Physikalisch-Oekonomische Auszüge aus den neuesten und besten Schriften, 1765).
  • Kraftgetränk n. Stärkungstrunk B. dient auch [...] zur Bereitung von Essenzen, Parfümerien, Liqueurs u.a. Kraftgetränken, so wie zu manchen Speisebereitungen (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Branntwein [1]). - Auch wird aus ihrem Urin mit Milch und andern Dingen vermischt ein Kraftgetränk bereitet, welches den Neueingeweihten gegeben wird (Kleuker, Das Brahmanische Religionssystem im Zusammenhange dargestellt, 1797).
  • Kulturgetränk n. einer bestimmten Kultur zugehöriges Getränk Unser "Wein" ist ein Kulturgetränk, ein Produkt und ein Mittel der Bildung (Birnbaum/Zöllner, Das Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien, 1886).
  • Liebesgetränk n. magisches Getränk, das bei einer Person Gegenliebe erwecken soll Es muß ein Dieb herausgefunden, - ein Liebes-Getränk einer arglosen Person eingeschenkt, - ein verborgener Schatz soll ausgegraben werden (Passavant, Naeman, oder Altes und Neues, 1841). - Als der Teutsche solches gesehen, hat er sich ein ander Pferd gemiethet, und Gott gedancket, daß er ihn für diesem Schandbalg behütet, weil er nicht allein seine Reise hinterlassen, und Doriclea nachlauffen, sondern auch gewißlich rasend worden und von Sinnen kommen wäre; allermassen dergleichen Liebs-Geträncke und Buhler-Speisen solche Würckung zu haben pflegen (Bräuner, Physicalisch- und Historisch-Erörterte Curiositaeten, 1737). - Doch tödet auch etliches / das doch kein Gifft ist / als das Vinedische Glas / etliche Kräuter der Zauberinnen und die Liebs-Geträncke (Harsdörffer, Der Grosse Schauplatz Lust- und Lehrreicher Geschichte, 1664).
  • Luxusgetränk n. teures, luxuriöses Getränk Hinsichtlich der Anwendung dieser verschiedenen M. sind die Kurorte von Nro. 1 bekannt als wesentliche Heilmittel gegen Gicht u. Rheumatismen, Contracturen, Lähmungen, Nro. 2 sind vielgebrauchte Luxusgetränke, Nro. 3 bei inveterirten Hautübeln, bei Syphilis, zur Nachkur auch bei Gicht u. Rheumatismen angewendet (Herders Conversations-Lexikon, 1856, s.v. Mineralwasser).
  • Rauschgetränk n. berauschendes Getränk Nicht duften darf dein Mund von Rauschgetränkes Duft, / Damit nicht schon dein Hauch verunreint seine Luft (Rückert, Die Weisheit des Brahmanen, 1838). - Priester und Prophet schwanken von Rauschgetränk (Hezel, Die Bibel Alten und Neuen Testaments, 1784).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied

  • Kühlgetränk n. kühlendes Getränk Daher Limonadier, Schenkwirth, od. Limonadière, Schenkwirthin, welche L. u. andere Kühlgetränke, Eis, Orangen etc. feil bieten (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Limonade). - Den folgenden Tag am verflossenen Dienstage des französischen Herrn Gesandten Exzellenz im hiesigen adelichen Gesellschaftshause einen Bal Masque von 800. Personen gegeben, welche vom Anfange bis zu Ende mit allen Gattungen der schmackhaftesten kalten Speisen, Wein und kostbaren Kühlgetränken im Ueberfuße bedienet worden (Münchner Zeitung, 1770).
  • Weihgetränk n. rituelles, kultisches Getränk Ich badete einst mit ihm im Albaner See, bei welcher Gelegenheit er mit mir Brüderschaft machte, das Weihgetränk war freilich nur das Seewasser aus hohler Hand getrunken (Richter, Lebenserinnerungen eines deutschen Malers, 1885).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Vorderglied

  • Frühgetränk n. am Morgen getrunkenes Getränk Ja, er lässt den Fliederblumen- oder Chamillen-Aufguss oft Gesunde als einen gesund erhaltenden und gleichsam noch gesünder als gesund machenden Thee, statt Frühgetränks, täglich trinken (Hahnemann, Reine Arzneimittellehre, 1811-21). - Ein Liebhaber, beschließt er, der sich dieses Thee-Kraut selbst anziehen, und sich desselben zu seinem täglichen Frühgetränke bedienen will, kann von vier bis sechs Stauden so viele Blätter abpflücken lassen, daß er auf ein ganzes Jahr Provision hat (Der ökonomische Küchengarten, 1793).
  • Nationalgetränk n. in einer bestimmten Nation weitverbreitetes Hauptgetränk So ging das Opferfest in ein allgemeines Opfermahl über, bei dem auch das Nationalgetränk, das Bier, nicht fehlen durfte (Götzinger, Reallexicon der Deutschen Altertümer, 1885, s.v. Opfer). - Der Hopfen war von den ältesten Zeiten her für Deutschland wichtig, weil das Bier ein Nationalgetränke war (Rössig, Versuch einer pragmatischen Geschichte der Ökonomie- Polizey- und Cameralwissenschaften, 1782).
  • Neugetränk n. neu aufgekommenes Getränk Beide Neugetränke hatten einen ausgesprochenen Heroldscharakter, sie waren Vorläufer, sie kündigten an. Man kann sagen: Berlin war für die Bayersche noch nicht reif, aber das Seidel wurde bereits geahnt (Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Havelland, 1873).

Bedeutung "Trank", substantivisches Determinativkompositum mit adverbialem Vorderglied

  • Extragetränk n. zusätzliches Getränk Auf den lithographierten Blankets zu den Diätzetteln müssen die Bezeichnungen der Extraspeisen und Extragetränke nicht schon lithographirt angegeben sein (Wasserfuhr, Beiträge für die Militär-Heilpflege im Kriege und im Frieden, 1857). - Mittel: 1) Sich das Tisch-Geld quartaliter voraus zahlen zu lassen. 2) Das Extra-Getränck in ein besonderes Manuale einzutragen (Hönn, Betrugs-Lexikon, 1724).