Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Getränk n.
Gen. Sg. Getränkes, auch: Getränks
Gen. Pl. Getränke

SIT: situierende Attribute (Attribute zu Ort und Zeit, zur Abfolge)

  • altDer Meth ist ein sehr altes Getränk, durch welches die nördlichern und besonders die Slavonischen Völker den Mangel des Weines zu ersetzen gesucht (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v. Meth).
  • neuSehr beschäftigt mit diesem Gedanken, bat er sich zu seiner Stärkung ein neues Getränk aus, das allen im Schlosse noch gänzlich unbekannt war, er nannte es einen Brenner und bereitete es selbst (A.v. Arnim, Armut, Reichtum, Schuld und Buße der Gräfin Dolores, 1810). - Wer will alle neuen Erfindungen ausdencken? Alle Tage neue Operen / neue inventiones von Bildern / neue arien / neue Täntze / neue Balsam und parfumen, neue Art von Schnupff-Toback / neue Geträncke / neue Erfindungen von Speisen (Thomasius, Ausübung Der SittenLehre, 1696).

VAL: evalutive Attribute (Attribute zur subjektiven Einschätzung)

  • angenehmHernan Cortez und sein Page, der gentilhombre del gran Conquistador, dessen Denkwürdigkeiten Ramusio bekannt gemacht hat, rühmen dagegen die Schokolade nicht nur als ein angenehmes Getränk, selbst wenn sie kalt bereitet wird, sondern besonders als nahrhaft (Humboldt, Reise in die Aequinoktial-Gegenden des neuen Kontinents, 1859). - Der nämliche Kranke verabscheuet alle Nahrung, und will nichts, als ein angenehmes Getränk (Gall, Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen, 1791). - das Blut deiner Jünglinge und Jungfrauen soll mir der allersüsseste Wein und das angenehmste Getränk seyn (Rist, Das Friedejauchtzende Teutschland, 1647).
  • ausgezeichnetNektar wird bildlich jedes ausgezeichnete Getränk, namentlich guter Wein genannt (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1839, s.v. Nektar).
  • böseNur wenn der Grog, dieses Hauptgetränk der Wüstlinge, zu wirken begann, bemerkte ich oft unheimliche Blicke und belauschte bedenkliche Reden, gegen deren richtiges Verständnis mich eine Zeitlang meine eigene, durch das böse Getränk bewirkte Sinnesverwirrung schützte (Wagner, Mein Leben, 1870-80). - Auch kommen den Schiffahrenden Botsknechten vnd Soldaten ihre Kranckheiten mehrentheils vom bösen Getränck auf den Schiffen (Glauber, Philosophi & Medici Celeberrimi Opera Chymica, 1658).
  • delikatWann sie jemand erschlagen können, so saugen sie ihm das Blut aus, das schmecket ihnen besser als das delicateste Geträncke (Lemery, Vollständiges Materialien-Lexicon, 1721, s.v. Homo). - Von allerley köstlichen und delicaten Geträncken (Hohberg, Georgica Curiosa, 1682).
  • edelTeils auf der Tafel, zwischen Schüsseln und Platten, teils vom Serviertisch herüber im Hintergrund blinkte verschiedenes edle Getränk, vom schwärzesten Rot bis hinauf zu dem gelblichen Weiß (Mörike, Mozart auf der Reise nach Prag, 1855). - Für den Satan und die Fürsten stunden, auf besondern Kredenztischen, Flaschen des edelsten Getränks (Klinger, Fausts Leben, Taten und Höllenfahrt, 1791). - Dieses edlen Getränckes genaaßen die Deutschen und sonderlich die Catten so viel begieriger / weil bey ihnen so wol / als für Zeiten bey den Nerviern ein halsbrüchiges Verbrechen war Wein ins Land / bey denen Carthaginensern ins Lager zu bringen (Lohenstein, Großmütiger Feldherr Arminius, 1689-90).
  • feinAlle fanden, daß es ein feines Getränk sei, viel feiner als Punschextrakt (Fontane, Irrungen, Wirrungen, 1887). - Man trug Zuckergebacknes und feine Getränke auf (Klinger, Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt, 1791).
  • geringDer Lauer, des -s, plur. inus. in den Weinländern, ein geringes Getränk für das Gesinde und die Arbeiter (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Lauer [1]). - Der Caffee ist ein geringes Geträncke, und doch hat er mich weil ich ihn vorher gar nicht nach Mittage getruncken, zur Vesper-Zeit aber solchen zu trincken nach Gewohnheit anderer Leute angefangen, von einer großen Plage befreyet (Bernd, Eigene Lebens-Beschreibung, 1738).
  • gutGabt ihr Stimmung mir und Lieder, / Gab ich euch mein best Getränk (Geibel, Neue Gedichte, 1856). - Sie lassen dieselben im Wasser sieden, und bereiten Wein davon, oder ein sehr gut Geträncke, daraus auch Eßig wird (Lemery, Vollständiges Materialien-Lexicon, 1721, s.v. Molle). - wer wolte nun zweifeln: daß auf diesem Paradise des Erdbodens das beste Geträncke wachsen solte? (Lohenstein, Großmütiger Feldherr Arminius, 1689-90).
  • herrlichBrimner (Nord. M.), der Saal in Gimle, oder Okolni, wo es das herrlichste Getränke in Fülle gibt, einer der guten, angenehmen Aufenthaltsorte für die abgeschiedenen Seelen (Vollmer, Wörterbuch der Mythologie, 1874, s.v. Brimner). - Was könten nicht vor herrliche Geträncke von andern Früchten, die man noch nicht probiret hat, z. E. von Pflaumen, Pfersichen, u. s. w. wenn sie fermentirten zubereitet werden, die ein sehr groß Labsaal und Delicatesse seyn könten (Rohr, Einleitung zur Staats-Klugheit, 1718). - Dieser tractirte vns sehr wol / hielte vns auch mit herrlichen Geträncke / als alten Littawer Meeth / Wein vnd Bier an der Taffel über die halbe Nacht auff (Olearius, Offt begehrte Beschreibung Der Newen Orientalischen Rejse, 1647).
  • kostbarAls nun allerseits hohe Gäste zur Genüge wohl bewirthet / und ihnen mit allerhand kostbaren Speisen und Getränck aufgewartet worden / seynd Ihro Kayserliche Majestät von der Tafel aufgestanden (Salustius, Melancholini, 1717).
  • köstlichhohe Prachtpaläste prangen dort, der Saal Brimner, wo die köstlichsten Getränke, Bier und Meth, in Fülle fließen, das Schloß Sindri, auf dem Gebirge Ida gelegen, glänzt ganz von Gold (Damen Conversations Lexikon, 1835, s.v. Gimle [Mythologie]). - Es war aber der Dienst der Astarte allezeit mit dem Dienste des Baals verbunden, welcher die Sonne vorstellen sollte, und wenn man ihm blutige Opfer und zuweilen Menschenopfer brachte, so wurden ihr Brodte oder Kuchen, allerley köstliche Getränke und wohlriechendes Räuchwerk gebracht (Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon, 1770, s.v. Astarte). - Ich ward von den andern abgesondert und zu einem Kaufherrn logieret, allwo ich nunmehr offentlich verwachet, hingegen aber täglich mit herrlichen Speisen und köstlichem Getränk von Hof aus versehen wurde (Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch, 1669).
  • lieblichBirnwein läßt sich auch nach Art moussirender Traubenweine behandeln und gibt dabei ein äußerst liebliches Getränk (Herders Conversations-Lexikon, 1854, s.v. Cider). - Er hielt hierauf noch eine kleine Rede an den neuen Capitain, stellete ihm das behörige zum Uberflusse nochmahls vor, ließ allen, die sich auf dem Schiffe befunden, abermals Wein und ander starckes, auch gelinderes und lieblicher Geträncke reichen, aus denen Canonen aber tapffer Feuer geben (Schnabel, Wunderliche Fata einiger See-Fahrer, 1740). - Durch das eynkochen vergehet dem Honig sein vnlieblicher geruch / also daß man so liebliche Geträncke daraus machen kan (Glauber, Philosophi & Medici Celeberrimi Opera Chymica, 1659).
  • schändlichAber Frau, Sie werden doch einem kaum entwöhnten Säugling nicht das schändliche Getränk geben? (Goedsche, Sebastopol, 1855-57).
  • schätzbarWelches Thier trinkt das schätzbarste Getränk? Antw. Die Flöhe, trinken Menschenblut (Schreger, Lustiger und nützlicher Zeitvertreiber, 1757).
  • scheußlichelende Fiedler traten nun an die Stelle der Lieder, ein scheußliches Getränk verwüstete zugleich Herz und Sinne und zerstörte die wahre Freude (Müllenhoff, Sagen, Märchen und Lieder, 1845).
  • schlechtLurke, mattes, schlechtes Getränk (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Lurke [2]). - Sie gingen sanfftmühtig fort / und kehreten sich nach der Linken zu; kahmen auch des Nachmittags ganz ermüdet in ein geringes Dörflein / da nichts als Brod und Butter / und sehr schlechtes Getränke zubekommen wahr (Buchholtz, Des Christlichlichen Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte, 1660).
  • schönDen andern Tag gab ihm die Hexe die ganze Flasche voll Branntwein mit auf den Weg, und der Junge bedankte sich noch bei der alten Hexe für das schöne Getränk (Jahn, Volksmärchen aus Pommern und Rügen, 1891).
  • unangenehmsauer gewordene Mandelmilch ist ein sehr unangenehmes Getränk! (Raabe, Die Leute aus dem Walde, ihre Sterne, Wege und Schicksale, 1863).
  • unedelVon dem unedelsten Getränk des Pöbels, / Vom Branntewein muß ich mir Tapferkeit / Erbetteln! (Grabbe, Herzog Theodor von Gothland, 1827).
  • vortrefflichDa ich damals so nahe der Champagne war und so gerne Champagner trinke, so wollte ich die Gegend kennen lernen, wo das vortreffliche Getränk bereitet wird (Hoffmann von Fallersleben, Mein Leben, 1868). - Es fanden sich Weinstöcke in ihrem natürlichen Wachsthume, die wir der Kunst nach in weit bessern Stand brachten, und durch dieselben grosses Labsal empfiengen, auch kamen wir von ohngefähr hinter den künstlichen Vortheil, aus gewissen Bäumen ein vortreffliches Geträncke zu zapffen (Schnabel, Wunderliche Fata einiger See-Fahrer, 1731-43).
  • vorzüglichGutes und nicht zu starkes Bier ist das vorzüglichste Getränk, welches wir besitzen, indem es zugleich kühlt, den Durst löscht und nährt (Damen Conversations Lexikon, 1834, s.v. Bier und Bierbrauerei).
  • wohlschmeckendDieses starke, wohlschmeckende Getränk wird vorzüglich gut zu Nancy, Montpellier und Paris verfertigt (Damen Conversations Lexikon, 1837, s.v. Ratafia). - sie redeten mir derowegen weiter zu, erquickten mich mit einem besonders wohlschmeckenden Geträncke und etwas Brodt (Schnabel, Wunderliche Fata einiger See-Fahrer, 1740).

PHY: physikalische Attribute (Attribute zur Physis)

  • bitterNahm deine Hand die Stoffe, draus sie braute / Das bittere Getränk, in dessen Schaume / Verborgen ist, was je vom Wolkensaume / Der Mitternächte Gift'ges niedertaute? (Rückert, Amaryllis - Agnes, 1825). - Er soll dort hören, daß ich am Ende Mühevoller Tage in Ihrem Umgange mich erholte, neue Stärke und Heiterkeit des Geistes sammelte, wie der Schatten der lieben Bäume mir in heißen Stunden erquickende Ruhe schafte, und Ihr Zuckersaft bittres Getränk versüßte (La Roche, Erscheinungen am See Oneida, 1798). - Gab man ihm aber ein bitteres Getränk, worüber sich zu verwundern, so griff er den Leib alsbald an und biß in denselben grausamlich (Glorez, Eröffnetes Wunderbuch, 1700).
  • dünnIch weiß, Sie und Ihre Kollegen trinken viel von dem dünnen Getränk (Freytag, Soll und Haben, 1855). - Diluentia, sind Mittel, mit welchen das zähe Geblüt dünne und flüßiger gemachet wird; solche sind alle Wasser und dünne Geträncke, Thee, Coffee, Decoctum Veronicae, Scherpe, Tafel-Bier (Woyt, Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge, 1737).
  • gärendmassen die Erfahrung bezeuget, daß dergleichen in denen Kellern sich begiebet, wo vieles starck gährendes Geträncke, als Wein- Birn- und Aepfel-Most, lieget (Behrens, Hercynia Curiosa oder Curiöser Hartz-Wald, 1703).
  • gegorenQuas heißt ein besonders auf dem Lande in Rußland allgemein übliches, gegohrenes Getränk von säuerlichem, kühlendem Geschmack (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1839, s.v. Quas). - Es läst sich aber das Gedärm außerordentlich weit, und mit den heftigsten Schmerzen, oder plözzlichem Tode ausdehnen, wenn sich die zwischen den Verschnürungen eingesperrte Luft entwikkelt, oder die Verengerung blos von dem Zuge der Muskeln und der Krämpfe herrührt, oder von Giften, von gärendem Getränke, oder von Krankheiten (Haller, Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers, 1775).
  • heißDas heiße gärende Getränk wurde vorerst geprüft, belobt und sodann fröhlich in Angriff genommen (Keller, Kleider machen Leute, 1874). - Massen ein träger, leichtsinniger Mensch den gehabten hitzigen Eiffer bald abkühlet, wie wann man ein heisses Geträncke unter Eiß-Schollen setzet (Lutz, Warnung an die liebe Jugend, 1747). - Hertzog Herrmann wunderte sich hierüber / und fragte: Ob sich denn mit so heissem Geträncke der Durst wol leschen liesse? (Lohenstein, Großmüthiger Feldherr Arminius, 1689).
  • kaltSobald der dem Leben Wiedergegebene schlucken kann, werden ihm einige Schluck kaltes Getränk gereicht, später, jedoch mit der höchsten Vorsicht, etwas Warmes, eine Tasse Flieder-, Kamillenthee u.s.w. (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1837, s.v. erfrieren). - Dieses nun würde euch wenig schaden, wenn ihr nicht oft, den daraus entstehenden Durst zu stillen, kaltes Getränke zu euch nähmet (Rochow, Versuch eines Schulbuches, 1772). - sonder allen Zweiffel muß dieses kalte Geträncke die natürliche Wärmde sehr dämpffen (Lohenstein, Großmüthiger Feldherr Arminius, 1689).
  • klarGleichwol / sagte Polyphilus / findet man auch Rosen unter den Dornen: Safft und Krafft innerhalb der Rinden: klares Getränck in den Gefäsen (Stockfleth, Die Kunst- und Tugend-gezierte Macarie, 1669-73).
  • kühlMan hüte sich vor schweren und scharfen Speisen und hitzigen Getränken, genieße kühle Getränke, Zuckerwasser mit Weinsteinrahm, und stärke die Verdauung durch bittere Mittel (Damen Conversations Lexikon, 1836, s.v. Nesselsucht). - Wenn neidliche Bissen uns Anmuth erwecken, / Und kühles Geträncke die Lippen uns netzt; / Kann jeder recht schmecken: / Wie freundlich GOTT, der uns ergetzt! (Brockes, Gottes Allgegenwart, 1727).
  • leichtWährend er das leichte Getränk mit dem Löffel umrührte, bemerkte er: "Ich schelte dich nicht, Battista, daß du heute nacht gegen meinen ausdrücklichen Befehl bei mir eingetreten bist." (C.F. Meyer, Die Versuchung des Pescara, 1887).
  • sauerMadrider Kolik, in Madrid häufig vorkommende, durch besondere Verhältnisse der Lage des Ortes od. Witterungsveränderungen, auch sauere Getränke erzeugte Kolik (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Madrider Kolik). - Vor der Beichte gibt man jhnen ein sawr Geträncke / darvon es jhnen im Bauche krimmet (Olearius, Offt begehrte Beschreibung Der Newen Orientalischen Rejse, 1647).
  • säuerlichKißly-Schtschi, dem Kwaß ähnlich bereitetes, viel kohlensaures Gas enthaltendes, säuerliches Getränk in Rußland (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Kißly-Schtschi). - Sie verlangen säuerlichte Getränke, saure Nahrung; Zitronen, Pomeranzen, Essig etc. (Gall, Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen, 1791).
  • schwachMit dem süßen und eben nicht schwachen Getränke hat er sich unter der sauern Arbeit gestärkt und zugleich das Kratzen im Halse zu beschwichtigen gesucht (Vischer, Auch Einer, 1879). - Das Nachbier, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein geringes schwaches Getränk, welches nach abgeschöpftem Biere aus neuem auf die Treber gegossenen Wasser bereitet wird (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v. Nachbier).
  • starkVöllerei, der öftere überflüssige Gebrauch kräftiger Speisen u. bes. starker Getränke (Pierer's Universal-Lexikon, 1864, s.v. Völlerei). - Derjenige Zustand, in welchen man durch gewisse Nahrungsmittel, besonders aber durch starke Getränke versetzet wird (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v. Rausch [4]). -... ausgenommen der vielen Wein-Fässer, die wir uns fast nicht einmahl alle mit fort zu bringen getraueten, da wir ohnedem selbst noch eine grosse Menge von allerhand Weinen, Brandtewein und andern starcken Geträncken vorräthig hatten (Schnabel, Wunderliche Fata einiger See-Fahrer, 1731-43). - Enthalte dich auch / gleichwie er tuhn sol / des Weines / und anderen starcken Getränckes (Zesen, Simson, 1679).
  • süßPulque (span., spr. Pulke, von den Mexicanern Octli genannt), ein aus mehren Agavearten, bes. aus Agave americana, gewonnenes süßes Getränk in Mittel- u. Südamerika (Pierer's Universal-Lexikon, 1861, s.v. Pulque). - Übrigens kommt Burgerastrum, Borgerastre, Borgerasa, Borgeralfrum, Orgerafres, Burgacea u.s.f. bey dem Du Fresne und Carpentier häufig von einer Art eines bey den Mönchen in den mittlern Zeiten üblichen sehr süßen Getränkes vor (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v. Rastrum). - Denn die in den Augen saltzichten Tropfen der Weinenden werden das süsseste Geträncke unserer Seele in unsern Hertzen (Lohenstein, Großmütiger Feldherr Arminius, 1689-90).
  • trübDie Ursachen solcher Wahnsinnigkeit werden von den Aertzten viel angezogen / sonderlich die natürliche Neigung zu der Traurigkeit / welche die Einsamkeit suchen / viel wachen / grosse Bewegungen deß Leibs / Furcht fasten grobe Speisen und trübes Getränck (Harsdörffer, Der Grosse Schauplatz Lust- und Lehrreicher Geschichte, 1664).
  • warmThee, warmes Getränk, der Aufguß von den getrockneten Blättern des T.strauches (Herders Conversations-Lexikon, 1857, s.v. Thee). - Desto willkommner war mir das warme Getränk, das man mir reichte (Thümmel, Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich im Jahre 1785-1786, 1791-1805). - Sintemal die Seren / Egyptier / Persier / und die meisten Morgenländer die Güte ihrer warmen Geträncke durch ihr vieljähriges und nichts von Stein / Darm- oder Glieder-Gicht wissendes Leben bekräfftigen (Lohenstein, Großmütiger Feldherr Arminius, 1689-90).

MAT: materialbezeichnende Attribute

  • alkoholhaltigTrunkenheit, durch den Genuß alkoholhaltiger Getränke hervorgebrachter Zustand, mit beschleunigtem Blutumlauf u. Anhäufung desselben in Gehirn und Lungen, rückwirkend auf Gehirn u. Nerven, von angenehm er Erregung bis zur völligen Betäubung gehend (Herders Conversations-Lexikon, 1857, s.v. Trunkenheit).
  • alkoholischAlkoholisch, was Alkohol enthält, so Alkoholische Getränke, Alkoholische Arzneien etc. (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. alkoholisch).
  • geistigRum, destillirtes geistiges Getränk, welches aus einer sehr zuckerhaltigen Masse bereitet wird (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v. Rum [3]). - Seltener, doch nicht ganz ungewöhnlich, die Fertigkeit, geistige Getränke bis zur Beraubung der Vernunft und der Sinne zu sich zu nehmen, in welcher Bedeutung Betrunkenheit gleichfalls nicht üblich ist (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1801, s.v. Trunkenheit). - Bier ist ein geistiges Getränk, welches aus mehlartigen Samen, durch Auskochung und Gährung, bereitet wird (Beckmann, Anleitung zur Technologie, 1777).
  • giftiger nahm ohne Schaden zwei von dem Zauberer Theonas bereitete giftige Getränke und bekehrte ihn durch dieses Wunder zu Christus (Vollständiges Heiligen-Lexikon, 1882, s.v. Theopemptus).
  • spirituösDie aufregende und zuletzt betäubende Wirkung des Tabackrauchs hat auf jeden Fall seine Verbreitung bewirkt, wie aus gleichem Grunde der Gebrauch spirituöser Getränke und des Opiums sich ausgebreitet hat (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1841, s.v. Taback). - man wird doch wohl nimmermehr vermuthen, daß das Gift diese ganze Zeit über habe verborgen bleiben können, unter Leuten die nichts als eingesalzene Speisen zu essen und nichts als spirituöse Getränke zu trinken hatten, dabey auch Nässe und Kälte nebst allem übrigen Ungemach des südlichen Clima ausstehen mußten? (Forster, Reise um die Welt, 1778).
  • vergiftetDas Horn selbst wird gleich Elfenbein verarbeitet, in Asien aber macht man vorzüglich Trinkgefäße daraus, welche sehr theuer bezahlt werden, weil der Aberglaube herrscht, ein solcher Becher fange an zu schwitzen, wenn Jemandem ein vergiftetes Getränk darin vorgesetzt werde (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1839, s.v. Rhinoceros). - Noch allgemeiner aber ist der Wahn, man könne in Bechern, die aus diesem Horne verfertigt sind, wenn man Getränk hineingießt, sogleich mit Gewißheit sehen, ob Gift darin sey, indem vergiftetes Getränk darin alsbald so zu gähren anfange, daß es herausfließe (Thunberg, Reisen durch einen Theil von Europa, Afrika und Asien [...] in den Jahren 1770 bis 1779, 1792).
  • wässrigReichliches Trinken, besonders wässeriger Getränke, ist zur Verhütung der Entstehung von Harngries ganz besonders zu empfehlen (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1838, s.v. Gries [2]). -... da in Personen, die nicht faul, und mit wäßrigen Getränken zufrieden sind, schwerlich jemals Steine wachsen (Haller, Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers, 1775).

SIM: die Ähnlichkeit bezeichnende Attribute

  • bierähnlichKwaß, ein in Rußland beliebtes säuerliches bierähnliches Getränk, aus Gersten- u. Roggenmalz (unter Zusatz von Roggenmehl) durch Gährung bereitet (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Kwaß).
  • bierartigMehrere der Ansiedler des genannten Ortes hegten schon längst den Wunsch, ein bekanntes bierartiges Getränk zu brauen, nur fehlte zur Verwirklichung desselben eine Braupfanne (Grässe, Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, 1855).
  • breiartigAlica (lat.), breiartiges Getränk aus dem gesiebten Mehl der zerquetschten Zea (Spelt), dem zuletzt eine kreide- od. gypsartige Erde beigefügt wurde, welche dem Körper Weiße u. Zartheit geben sollte (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Alica).
  • kaffeeähnlichAuch die gerösteten Blätter der Kaffeestaude geben ein kaffeeähnliches Getränk (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Kaffee).
  • limonadenähnlichPine-Apple-Oil (Ananasöl), ist buttersaures Amyloxyd, dient in England zur Aromatisirung eines limonadenähnlichen Getränkes u. wird auch in Deutschland zur Rumfabrikation benutzt (Pierer's Universal-Lexikon, 1861, s.v. Pear-Oil).
  • weinartigMeth, Meht oder Honigwein ist ein in Ungarn, Polen und Rußland beliebtes, durch Einkochen von Honig und Wasser und nachherige Gährung bereitetes, weinartiges Getränk (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1839, s.v. Meth). - Es erregt also die Atmosphärenluft in dem weinartigen Getränke, in den sauer werdenden Säften, deren Ursprung vegetabilisch ist, in der Milch eine besondre Bewegung (Haller, Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers, 1774).

KOM: Komitativattribute (Attribute zu Begleitumständen)

  • berauschendAva, berauschendes Getränk auf den Sandwichs- u. Freundschaftsinseln, aus den gekauten Wurzeln des Avastrauches (s. Piper), Wasser u. Kokussaft bereitet (Pierer's Universal-Lexikon, 1857, s.v. Ava [4]). - Solche Leser genießen ein ernsthaftes und pathetisches Gedicht wie eine Predigt und ein naives oder scherzhaftes wie ein berauschendes Getränk (Schiller, Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, 1795).
  • erfrischendDer Wassermelonenkürbis, auch Arbuse, Wasserkürbis, Angurei oder Citrulle genannt, stammt aus dem Süden, hat ein sehr saftiges, kühlendes Fleisch und wird in den Gegenden, wo er wild wächst und vollkommen reist, zu erfrischenden Getränken benutzt (Damen Conversations Lexikon, 1836, s.v. Kürbis).
  • erhitzendDie gutartigen, einfachen katarrhalischen Masern sind gefahrlos, bedürfen fast nur des mäßigen Warmhaltens, Schonung der Augen und lauer, das Blut nicht erhitzender Getränke (Damen Conversations Lexikon, 1836, s.v. Masern). - Ich habe oft Kopfschmerzen; vermuthlich würd' ich sie nicht haben, wenn ich nicht von Jugend auf an warme und erhizende Getränke wäre gewöhnt worden (Campe, Robinson der Jüngere, 1780).
  • gesundRohrwein, der Saft aus dem Zuckerrohr, welcher zu Zucker eingekocht wird; er gibt auch an sich ein gesundes Getränk (Pierer's Universal-Lexikon, 1862, s.v. Rohrwein). - Das gesundeste Getränk ist reines kaltes Wasser, weil es mit nichts vermischt ist, und durch seine Kälte stärkt (Goeze, Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten, 1783). - Deßgleichen von Johans-träublein / Saurach beerlein / Himberen / Bromberen / Kräntz beren / Rosen vnd Hagen-dorn Putten / vnnd andern dergleichen Hecken-früchten / gute / liebliche vnnd gesunde Geträncke / welche sich Jahr vnd Tag halten können / zu machen (Glauber, Furni Philosophici, 1649).
  • heilsamAuch hier ist frisches, gesundes Wasser das heilsamste Getränk (Hartwig, Die physische Erziehung der Kinder, 1847). - Das Kreißwasser, des -s, plur. inus. im gemeinen Leben Obersachsens, ein heilsames Getränk für kreißende Weiber, zu welchem unter andern auch Eisenkraut kommt (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1796, s.v. Kreißwasser).
  • hitzigMan hat berechnet, daß Amerika gegenwärtig nicht den zwanzigsten Theil von Einwohnern habe, die es hatte, als es von Columbo entdeckt wurde; eine Folge des unmäßigen Gebrauchs der hitzigen Getränke, der Pocken, welche die Europäer eingeführt, aber auch der Grausamkeiten, welche die Europäer aus Habsucht und Aberglauben an den Amerikanern verübt haben (Brockhaus Conversations-Lexikon, 1809, s.v. Amerika). - ich muß aber zuförderst hier einen Unterschied zu machen heissen / unter solchen Finnen die denen Jünglingen und Jungfern gemeiniglich im Gesichte pflegen auszufahren / zu der Zeit / wenn sie sehr verliebt sind / und unter einer solchen Röthe / die man insgemein Kupffer nennet / und bey alten Leuten von hitzigen Geträncke entstehet /und gewöhnlicher massen kupfferne Nasen-Futtrale macht (Schmidt, Die gestriegelte Rocken-Philosophie, 1718-22). - Dieser Gesandte war zwar ein Mann bey 70. Jahren / aber dennoch bey guten Kräfften / genosse neben hitzigem Geträncke viel gebraten Hanffsaamen (Olearius, Offt begehrte Beschreibung Der Newen Orientalischen Rejse, 1647).
  • kühlendSillabub, nennen die Engländer ein kühlendes Getränk aus Wein, süßem Milchrahm, Zucker und Citronensaft (Herders Conversations-Lexikon, 1857, s.v. Sillabub). - Roxelane liebte insonderheit ein gewisses kühlendes Getränck, woran sie von Jugend auf gewohnet war (Loen, Der redliche Mann am Hofe, 1713).
  • nahrhaftHauptsächlich werden sie aber zu dem auch bei uns unter dem Namen Chocolade allgemein bekannten, nahrhaften Getränke benutzt (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1837, s.v. Cacaobaum). - Alsdenn theilt die Wirthin dieses nahrhafte Getränk, an welches sich auch die Russen durchgängig gewöhnt haben, in hölzernen, lakirten, chinesischen Schalen an die Anwesenden aus (Sievers, Briefe aus Sibirien, 1796).
  • ungesundDenn ob einer gleich am Char-Freytage nicht getruncken hätte, und träncke den nechsten Sonnabend /oder auf Ostern, mehr als seine Natur sonst vertragen könnte, oder auch ein ungesund Geträncke, so wolte ich ungescheuet mit ihm wetten, daß ihm dieses so wohl schaden würde, als wenn er am Char-Freytage viel getruncken (Schmidt, Die gestriegelte Rocken-Philosophie, 1718-22).

REF: referentielle Attribute (Attribute zu Bezugsgrößen)

  • arzneilichmit Zucker und Milch genossen, geben sie ein arzneiliches Getränk, den sogenannten Eichelkaffee (Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1837, s.v. Eiche).

ORIG: Herkunftsattribute

  • amerikanischDie Biere sind schlechter worden, seit dem sich der Deutsche in ausländischen Weinen berauscht, und bey Arabischen, Chinesischen, und Amerikanischen Getränken verarmet und ungesund wird (Beckmann, Anleitung zur Technologie, 1777).
  • englischPunsch, ein ursprünglich englisches Getränk, das zwar überall, doch selten gut bereitet wird (Damen Conversations Lexikon, 1837, s.v. Punsch).
  • germanischDer M. ist ein uraltes germanisches u. skandinavisches Getränk (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Meth [1]).
  • griechischNepeuthes, griech. Getränk zur Erheiterung und Zerstreuung der Sorgen; war vielleicht ein Opiat (Herders Conversations-Lexikon, 1856, s.v. Nepeuthes).
  • italienischWasser und köstliche Jtaliänische Geträncke für das Frauen-Zimmer (Die Curieuse [...] Köchin, 1706).
  • russischNastoika, russisches Getränk, wird bereitet aus Branntwein mit trocknem Pfeffermünzkraut, Citronenschalen, trocknen Pomeranzen, Angelikawurzel u. Anis, Alles in eine Flasche gethan, mit Blase verbunden, in die Sonne gestellt u. täglich ein Mal durchgeschüttelt (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Nastoika).
  • skandinavischDer M. ist ein uraltes germanisches u. skandinavisches Getränk (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Meth [1]).
  • türkischKhoschab, türkisches Getränk am Ende des Mahls, aus Pistazien, getrockneten Weintrauben, Birnen, Äpfeln, Pflaumen, Kirschen, Abricosen od. anderen in Zucker gesottenen Früchten u. Wasser; bei Vornehmern kommt auch wohl Rosenwasser, Cedernöl u. Orangeblüthenwasser dazu (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Khoschab). - Man bringt des Morgens Rest mit Türckischen Geträncken, / Und andern Gattungen des Zeitvertreibes hin (Gottsched, Versuch einer Critischen Dichtkunst, 1730). - Weil ich aber vom Herrn Santo zu Alkair Lobe-Briefe mit bekommen hatte an einen Kauffmann daselbst / Higlorenzo genannt / welcher gar eine lustige Wohnung am Nilo hatte / unter welcher im selben Hause das schwartze warme Türckische Geträncke / Caffa zu kauffen war / bin ich bey demselben auch eingekehret und verblieben (Neitzschitz, Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa, 1666).