Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Hals, der
Gen.Sg.Halses
Nom.Pl. Hälse; auch: Hälser
 

Bedeutung "Hals"

  • Speckhals... wenn ich erwäge, daß namentlich, der abgezehrte Voltäre, der Speckhals Vitellius, der ernste Rousseau, die holdselige Niobe ... (Musäus, Johann Karl August: Physiognomische Reisen. Bd. 4. Altenburg, 1779, nach DTA). m. Person mit dickem Hals (Possessivkompositum)

Hals als 'schmale Stelle'

  • Hals (an Saiteninstrumenten)Man nehme sich wohl in acht, daß man einen oder mehrere Finger nicht etwa in dieHöhe ausstrecke, oder beym Aufheben der Finger immer mit der Hand zusammen rücke, und den kleinen oder auch wohl gar die andern Finger unter den Griff oder Hals der Geige stecke. (Mozart, Leopold: Versuch einer gründlichen Violinschule. Augsburg, 1756, nach DTA).
  • Hals an der FlascheSo war denn auch am Nachmittage keine Scheibe an seinem Hause mehr ganz, und man sah ihn noch bis spät in die Nacht vor der Thürschwelle liegen, einen abgebrochenen Flaschenhals von Zeit zu Zeit zum Munde führend und sich Gesicht und Hände jämmerlich zerschneidend. (Droste-Hülshoff, Annette von: Letzte Gaben. Nachgelassene Blätter. Hrsg. v. Levin Schücking. Hannover, 1860, nach DTA).
  • Hals einer Säule o.ä.Wo dieser letztere auftritt, an den Säulenhälsen am Architrav, an den Thüreinrahmungen: überall zeigt er leise Variirungen, deren jede eine gesonderte Besprechung verdiente, und die sich sämmtlich im Sinne des Gesagten erklären lassen. (Riegl, Alois: Stilfragen. Berlin, 1893, nach DTA).
  • FüllhalsNehmet ein wenig braun Mehl, thut solches in einen Tiegel oder Casserole, giesset Brühe, Wein, auch Eßig darzu, und lasset es durch einander kochen; hierauff nehmet einen kleinen Trichter oder Füllhals, machet ein Loch oben in die Pastete und füllet die Brühe hinein, biß deren sattsam drinne ist, setzet solche wieder in Ofen, und lasset sie vollends gar backen. (Corvinus, Gottlieb Siegmund: Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon. Leipzig, 1715, nach DTA). m. trichterartige Stelle einer Wurstfüllmaschine; Trichter
  • BlasenhalsDenn es läuft der Leberporus mit dem Gallenblasengange durch aneinander hängende Graden entweder zu nächst am Gedärme , oder mit mehrern Aesten und oberwärts wie im Menschen, und in den Blasenhals , und endlich in den Körper derselben selbst, entweder selbst zusammen, oder er senket einen, oder mehrere Aeste dahinein. Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 6. Berlin, 1774, nach DTA). m. enge Stelle des Harnleiters
  • GebärmutterhalsOb gleich der berühmte Röderer glaubt, daß die Frucht bereits am funfzehnten Tage den Gebärmutterhals in die Scheide herabstosse, und also der innere Muttermund dem äussern natürlichen Zugange der Schaam um etwas näher komme , so glaube ich doch nicht, daß das Ei, welches nicht viel über einen Zoll gros ist, die Gebärmutter aus ihrer Stelle merklich verrükken könne; und ich habe es nicht erfahren, als ich es versuchte. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 8. Berlin, 1776, nach DTA). m. schmaler Teil der Gebärmutter
  • GeigenhalsBehend kehrte aber der Geiger den Baß um und rannte damit - er hielt ihn am Geigenhals - wie mit einem Mauerbock auf den Pfeifer loß, wahrscheinlich um ihn um zurennen, (Paul, Jean: Flegeljahre. Bd. 2. Tübingen, 1804, nach DTA). m. oberer, schmaler Teil der Geige
  • HalsklammerKlammer durch welche die Schleusenthorflügel oben am Halse befestigt werden. (Jacobsson 2, 198a, nach DWb). f. Riegel an einem Schleusentor
  • LautenhalsStetinisch/ der Ramel von Wüsterwitz Affterlehenleute/ führen einen Lautenhals mit Werbeln im Schilde/ vnd zweene auff dem Helm. (Micraelius, Johann: Sechstes vnd Letztes Buch Von deß Pommerlandes Gelegenheit vnd Ein-Wohnern. Bd. 6. Stettin, 1639, nach DTA). m. Hals einer Laute
  • Knochenhalsdie Behandlung muß meistentheils von solcher Beschaffenheit seyn, wie man sie, auch bei Fracturen des Trochanters unter dem Knochenhals anwendet, (Joseph Amesbury,Benjamin Bell: Bemerkungen über die Natur und Behandlung der Fracturen am obern Drittel des femur. Weimar 124). m. schmaler Teil des Knochens
  • KolbenhalsDa treten um 1560, vermutlich aus Italien kommend, die alten Musketenkolben auf, welche bereits einen etwas abwärts gebogenen Kolbenhals und ein Lager für den rechten Daumen (Daumengriff) besitzen, ferner rückwärts abgeplattet sind, um ein Anlegen an die Achsel zu erlauben. (Boeheim, Wendelin: Handbuch der Waffenkunde. Leipzig, 1890, nach DTA). m. schmaler Teil eines (Gewehr-)Kolbens
  • SpindelhalsDer Spindelkopf ist mit einem rechtwinkligen Schlitz versehen und ausserdem zur Aufnahme des Spindelhalses der Länge nach durchbohrt. (J. M. Palmer und C. A. Shaw's Webschütze. In: Dingler's Polytechnisches Journal (Hg. Johann Zeman), Jg. 1879/234, S. 370-371. Augsburg, 1879). m. schmaler Teil einer Spindel
  • TrichterhalsDie betreffenden Flüssigkeitstheile reissen sich deshalb los und springen durch den Trichterhals hoch über das ursprüngliche Niveau hinaus, während der Rest bedeutend unter demselben zurückbleibt und der Gesammtschwerpunkt nicht einmal das ursprüngliche Niveau von S erreicht. (Mach, Ernst: Die Mechanik in ihrer Entwicklung. Leipzig, 1883, nach DTA). m. Hals, enge Stelle eines Trichters
  • KropfhalsDer alten Frau leuchtet der warme Hauch voll über Gesicht, Hals und Brust: ein Gesicht, abgemagert zum Skelett, mit Falten und Runzeln in einer blutlosen Haut, mit versunkenen Augen, die durch Wollstaub, Rauch und Arbeit bei Licht entzündlich geröthet und wässrig sind -- einen langen Kropfhals mit Falten und Sehnen, eine eingefallene, mit verschossenen Tüchern und Lappen verpackte Brust. (Hauptmann, Gerhart: Die Weber. Berlin, 1892, nach DTA). m. Hals mit Kropf
  • Mutterhals[Mutter als verkürzte Form des Wortes Gebärmutter] Schlaffes, zerrissenes oder ganz verschwundenes Hymen, schlaffere innerlich bräunlich gefärbte mehr mit Schleim überzogene große Schamlefzen, längere oder härtere ebenfalls bräunliche mehr hervorragende Nymphen, empfindlichere weniger bedeckte Klitoris, weitere Harnröhrenmündung, schlaffere weniger dicht gefaltete Scheide, tiefer stehender, oft auch mehr angeschwollener Muttermund und Mutterhals, etwas schlaffere Brüste, dunklere Warzen und etwas vermehrtes Volumen der Schilddrüse. (Carus, Carl Gustav: Lehrbuch der Gynäkologie. Bd. 1. Leipzig, 1820, nach DTA). m. schmale Stelle am unteren Ende der Gebärmutter; Gebärmutterhals
  • OberschenkelhalsDie Heftigkeit ihrer Bewegungen war daran Schuld, dass sie im October 1873 vom Stuhle fiel und sich eine Fractur des linken Oberschenkelhalses zuzog. (Wernicke, Carl: Der aphasische Symptomencomplex. Breslau, 1874, nach DTA). m. schmaler Teil des Oberschenkels
  • SchenkelhalsJetzt, als die Stunde ausgeschlagen hatte, stieg ich aus dem Kasten auf das Gesimse und hing mich an den Strick --, und als ich am zweiten Tag wieder zum Bewußtsein kam, sah ich mich wieder im Gefängniß mit Kopfschmerz und Kopfwunden und einem Bruch des Schenkelhalses. (Treitschke, Heinrich von: Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert. Bd. 4: Bis zum Tode König Friedrich Wilhelms III. Leipzig, 1889, nach DTA). m. schmaler oberer Teil des Schenkelknochens
  • WurzelhalsDabei kommen die Ausschlagsknospen aus den untersten Theilen des Stockes und aus den dickeren bloßliegenden Wurzelhälsen hervor, weshalb die Birken sehr tief gehauen werden müssen, wenn man Stockausschlag erzielen will. (Roßmäßler, Emil Adolf: Der Wald. Leipzig u. a., 1863, nach DTA). m. schmale obere Stelle an einer Wurzel