Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Hals, der
Gen.Sg.Halses
Nom.Pl. Hälse; auch: Hälser
 

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied

  • HalsabschneiderEs ist doch nicht recht vom Sonnenwirth, daß er sein' eigenen Sohn in die Hütte des Halsabschneiders setzen will, aber ich will nichts gesagt haben. (Kurz, Hermann: Der Sonnenwirth. Frankfurt (Main), 1855, nach DTA). m. Betrüger, Wucherer
  • HalsbrecherDiese gesamte Zahlen machen 63/ so das gefährlichste Jahr/ unter allen: welches sie auch deßwegen ἀνδροκλάδα, oder ἀνδροκλάστην den Mannbrecher/ (oder Halsbrecher) nannten. (Francisci, Erasmus: Das eröffnete Lust-Haus Der Ober- und Nieder-Welt. Nürnberg, 1676, nach DTA). m. Mörder
  • HalsbürgeSponsor pro altero in re capitali „Bürge für einen anderen bei Kapitalverbrechen“. (Stieler 163). m. Person, die für einen Verbrecher bei Kapitalverbrechen bürgt

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied

  • HalsarbeitWir üben mithin zuerst die Seitengänge, um ein Ausweichen der Kruppe bei der Halsarbeit unmöglich zu machen, und werden in dieser Periode von der Rippenbiegung Abstand nehmen und keine Kopfbiegung geben können. (Krane, Friedrich von: Die Dressur des Reitpferdes (Campagne- und Gebrauchs-Pferdes). Münster, 1856, nach DTA). f. Teil des Pferdetrainings
  • HalsbrechenUnd kaum hatte er dise Wort ordentlich vorgebracht/ da fieng er wieder an zu wüten/ und das tausend ins hundert zu werffen/ daß ich nichts anders als vom Halsbrechen/ und Händ in Blut wäschen verstehen konte; er schaumte umbs Maul wie ein Eber/ und stellte sich nicht anders/ als ob er gar von Sinnen kommen wolte/ also daß ich alle Augenblick gedachte/ jetzt jagt er dir eine Kugel durch den Kopff! (German Schleifheim von Sulsfort [i. e. Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von]: Der Abentheurliche Simplicissimus Teutsch. Monpelgart [i. e. Nürnberg], 1669, nach DTA). n. Todesart, bei der der Hals gebrochen wird
  • HalsbruchDer Armbruch ist nicht so arg, als der Halsbruch (Hippel, Theodor Gottlieb von: Lebensläufe nach Aufsteigender Linie. Bd. 1. Berlin, 1778, nach DTA). m. Bruch des Halses
  • HälsebrechenDerowegen sind die gemeine Disputirenden nicht einmahl würdig/ daß man sie so zu reden mit raisonablen Kriegs-Leuten vergleiche/ sondern es hat sie albereit ein scharffsinniger Kopff nicht unbillig mit denen thörichten Amadis Rittern verglichen/ die sich an die öffentlichen Strassen lagerten/ daselbst das portrait einer Liebsten/ die sie nach ihrer Phantasie sich erkieset/ auffhiengen/ und die vorüber ziehenden Ritter zwungen/ daß sie entweder bekennen musten/ es wäre dieselbige die schöneste in der gantzen Welt/ oder musten mit ihnen fechten/ und allerhand Verdrusses/ auch wohl gar des Halsbrechens gewärtig seyn. (Thomasius, Christian: Außübung Der Vernunfft-Lehre. Halle (Saale), [1691] 14, nach DTA). n. heftige Rauferei
  • HalsfüllenDu hast dir, wie ich höre, an deinem Halsfüllen nicht noch genügen lassen. (Butschky, Samuel d.J., erweiterte hoch-deutsche Kanzelley 384, nach DWb). n. Unmäßigkeit, Gier
  • HalsknipfenDas würfelknipfen bringet halsknipfen. (Gumpelzhaimer, De exercit. acad. 1652: 356, nach DWb). n. am Hals aufgehängt werden
  • HalsschmerzEinige bekommen Stuhlzwang und Harnstrenge; alle aber haben eine trockne, brennende, beißende Hitze in den Flächen der Hände und der Fußsohlen, Geschwüre im Munde und im Halse, Halsschmerzen. (Gall, Franz Joseph: Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen. Wien, 1791, nach DTA). - Es entstand davon hinten am Gaumen ein ganz besonderes, fast kratzendes Gefühl, nach einer Stunde ein Halsschmerz, ein klemmender Schmerz an einer kleinen Stelle tief innen rechts, wie auf der Seite des Schlundes, beim Schlingen nicht vermehrt, vergrößert beim Druck, nach einigen Stunden beim Fahren im Freien eine solche Bangigkeit, als geschehe etwas sehr Uebles, wie schwere böse Ahnung: sie quälte mich aufs Aeußerste über eine Stunde lang. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 5. Hildburghausen, 1869, nach DTA). m. Schmerz am oder im Hals
  • HalsschnittMan greift mit dem Vorderfinger beim Halsschnitt hinein, sucht die Haut über der Brust von derselben zu lösen und die Oeffnung zu erweitern, steckt ein Stückchen Brodrinde in die offene Gurgelstelle, füllt die bestimmte Farce hinein und näht die Haut wieder zusammen. (Praktisches Kochbuch für die Deutschen in Amerika. Milwaukee, 1879, nach DTA). m. Stelle, an der der Hals eines Tieres nach dem Schlachten durchgeschnitten ist
  • Halsstreichbeim Kratzwanger Strafgericht beläuft sich die Strafe für zuckfrevel auf 1 fl., für ein halsstreich auf 60 Heller (o.J., nach Ausweis der Sprache nicht frnhd. oder älter, nach DRW s.v.). m. Schlag auf den Hals

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied

  • HalsentzündungBronchitis herrscht vor wegen des Staubs, ebenso Halsentzündung, ferner eine Hautkrankheit in Folge der Irritation der Haut durch den im Surat enthaltenen Schmutz. (Marx, Karl: Das Kapital. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg, 1867, nach DTA). f. Erkältung, Mandelentzündung
  • HalsstarrigkeitWie ich gesehen daß er so gantz verstocket vber seiner Meinung were/ habe ich jhn mit meiner Halsstarrigkeit nicht entzünden dürffen. (Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, nach DTA). - Soll ich deswegen, weil sie empfindlich sind, auch durch Halstarrigkeit und Empfindlichkeit den Bruch noch größer machen? (Richardson, Samuel: Clarissa. Bd. 3. Göttingen, 1749, nach DTA). - So standen da vor Aller Augen: Hochmuth, Neid, Vielwisserei, Grobheit, Eitelkeit, Wankelmuth in der Hoffnung, Halsstarrigkeit, thatlose Vergleichungssucht und unfruchtbare Selbstbespiegelung. (Keller, Gottfried: Der grüne Heinrich. Bd. 3. Braunschweig, 1854, nach DTA). f. Widerspenstigkeit; Unnachgiebigkeit
  • Halsstreitigkeitir verwägene halsstreitigkeit macht sie unüberwindlich. (nach DWb). f. Aggressivität

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied

  • HalsaderDa überdem zu Rom diese Transfusion dem Paul Manfredus , dem ein gewisser Holländer dabei zur Hand gieng, und dem Simon Allius, einem Wundarzte, glüklich von statten gieng, indem sie das Blut aus der Halsader, vermittelst eines einzigen Röhrchens, in einen andren Körper überleiteten, so geschahe es, daß man sich daher grosse Hofnung von denen wichtigsten dadurch zu erhaltenden Vortheilen machte. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA). f. Ader am Hals
  • HalsdrüseSo hat man auch schon vorlängst ganz richtig angemerket, daß an Körpern, welche geschwollne Halsdrüsen gehabt, auch die Drüsen des Gekröses und der Luftröhrenäste gleichfals verstopft gefunden worden, zum offenbaren Beweise , daß im ganzen Drüsensisteme eine allgemeine Stokkung statt finde. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA). f. Mandel
  • HalsgrubeDas Brustbein (sternum os xiphoides) schließt gleichsam den Thorax nach vorn von der Halsgrube bis zur Herzgrube; - liegt zwar eigentlich nur zwischen den fünf obern Rippenpaaren, doch reichen auch die knorplichen Anhänge des sechsten und siebenden Paares hinauf. (Blumenbach, Johann Friedrich: Über die natürlichen Verschiedenheiten im Menschengeschlechte. Leipzig, 1798, nach DTA). - Halshoch, bis zur Halsgrube. (Jahn, Friedrich L.; Eiselen, Ernst W. B.: Die deutsche Turnkunst, zur Einrichtung der Turnplätze dargestellt. Berlin, 1816, nach DTA). f. Einbuchtung unterhalb des Halses, zwischen den Jochbeinen
  • HalshaarFranz. Wart, Bübchen! ich will dich Schnurrbarten lehren; darfür flechte ich den Pferden die Schwänze und das Halshaar, und bind ich ihnen die Bänder und die Rosen in's Haar -- dann geht es noch eine Stunde; (Pestalozzi, Johann Heinrich]: Lienhard und Gertrud. [Bd. 1]. Berlin u. a., 1781, nach DTA). - Sein Fleisch ist dem Tartaren die liebste Speise, die Milch der Stuten das ihm angenehmste Getränk; aus den Fellen schneidet er sich Riemen zu Saum- und Sattelzeug; die Felle der Füllen benutzt er zu Beinkleidern für sich und zu Pelzröcken für seine Kinder; den Schwanz und das Halshaar verwendet er zu Stricken und zu Sieben. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 2. Hildburghausen, 1865, nach DTA). n. Mähne
  • HalspulsaderVormals hiessen alle Gefässe Blutadern, und sehr oft nennet das Alterthum die Gefässe von beiden Arten so . Hippokrates bediente sich des Ausdrukkes schlagender Blutadern, und er verstand darunter den an den Schläfen klopfenden Ast der Halspulsadern (carotis) . Aristoteles nahm eine einzige Art und nicht zwei von Blutgefässen an, und er nannte so gar die grosse Schlagader das kleinere Blutgefäs. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA). - Männer wie Sidmouth, Canning und Castlereagh, welchen letztern Byron in seinem Don Juan "den Halspulsader abschneidenden Castlereagh" oder "die Blut- und Spautze-Spritze" nannte, liehen natürlich ihre Hände zu Allem, was die Brutalität der Mittelklasse forderte; vergebens zuckte Thistlewood den Dolch auf die Lords in Horrowby Haus - ehe sein Kopf auf dem Schaffote fiel, erklärte er, das Massakre auf dem Petersfelde habe rächen zu wollen. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 34. Köln, 4. Juli 1848, nach DTA). f. Hauptschlagader am Hals
  • Halsrohrdarauf wissen, das unser mag [Magen, SZi], das ist der erst mag, am halszrohr hangend, allein von einander scheidt das da faulet. (Paracelsus, 15. Jh., Werke. 1 (1616) s. 51 C, nach DWb). n. Speiseröhre, Schlund
  • HalswirbelJch habe auch zweene dergleichen Knoten ganz nahe bei einander, und mit verschiedenen Nervenschnüren unter sich verbunden gesehen: der untere darunter lag an dem sechsten und siebenten Halswirbel auf dem langen Muskel, inwendig nach der Wirbelschlagader zu. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 1. Berlin, 1759, nach DTA). - Die gespaltenen Dornfortsätze der Halswirbel des Menschen könnten eher für eine Ausnahme gelten, allein sie sind nicht nur unbedeutend, sondern auch durch die Muskeln hervorgezogen, und ihre Grundlage, die fibröse Haut, ergänzt sie als Nackenband. (Baer, Karl Ernst von: Über Entwicklungsgeschichte der Thiere. Bd. 1. Königsberg, 1828, nach DTA). m. Gelenkknochen im Genick
  • HalszapfenDer dritte Bogen an dem weichen Muskel lieget grösten Theils gleichsam zwischen den beiden Platten des thyreopalatini , er ist vorneher nakkt , hinterwerts convex , fleischig und stark, und nimmt denjenigen Theil des Gaumenseegels ein, welcher zwischen der Sehne und dem Rande des umgebognen Muskels frei liegt . Er sendet Fasern zum Halszapfen und knochigen Gaumen hin, und vermischt sich hie und da mit den Schlundgaumenmuskeln und mit der Sehne des umgebognen Muskels. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 6. Berlin, 1774, nach DTA). m. Zäpfchen im Rachen, Uvula
  • HalszäpfchenHinter diesem gleichsam knochigen Kerne, habe ich einen weichen membranösem Fortsazz, wie das Halszäpfchen gestalt, rükkwerts laufen gesehen. Seine obere Fläche ist rauh, gegittert, und schwammig von untenher wie inwendig gestaltet, von aussen dünner wie eine Keilmuschel hol, aber dennoch ein wenig rauh. Es ist fast die ganze Länge rauh, hinten aber hat sie eine Furche zu Gefässen, und hier zeigt sich eine Schlagader. (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 5. Berlin, 1772, nach DTA). n. Zäpfchen im Rachen, Uvula

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Hinterglied

  • Halseisenworaus abzunehmen/ daß in gemeinen Bürgerlichen Sachen/ da es nur auf eine Geldbuße hinaus läufft/ oder auch in andern delictis, da das Gefängnis / Verweisung/ Pranger und Halseisen pflegt erkant zu werden/ keine Tortur stat habe. (Döpler, Jacob: Theatrum poenarum, Suppliciorum Et Executionum Criminalium, Oder Schau-Platz/ Derer Leibes und Lebens-Straffen. Bd. 1. Sonderhausen, 1693, nach DTA). n. Halsfessel aus Eisen (bei Gefangenen)

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Materiebezeichnung als Hinterglied

  • Halswasserhalswasser, arzney vor einem bösen hals. (Frisch, Johann Leonhard, Specimen lexici germanici, 1723, 1, 403a, nach DWb). n. Arznei gegen Halskrankheiten

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungs- oder Schmuckbezeichnung als Hinterglied

  • HalsbandDer Wagen ist zubereitet gewesen mit vier Deisteln/ welchen gezogen 64. schöne/ starcke/ feiste Maulthier/ vnd hat ein jedes eine schöne güldene Kron auffgehabt/ vnd an jeder Wangen hat herunter gehangen ein gülden Glöcklein oder Schelle/ vnnd vmb den Halß hat ein jedes gehabt einen schönen Halsbandt von Perlen vnd Edelgesteinen/ vor/ hinden vnnd neben dem Wagen haben geritten viel stattliche wolgeputzte Reuter/ so den Königlichen TodtenCörper in die 200. Meilweges beleitet. (Janticovius, Lucas: Göttlicher Liebe vnd Gnaden Spiegel. Frankfurt (Oder), 1612, nach DTA). - Ihre Halsbänder bestehen aus Ketten von Gold oder Perlen, die am Halse herunter bis in den Busen gehen, woran eine Riechbüchse befestigt ist. (Poppe, Johann Friedrich: Characteristik der merkwürdigsten Asiatischen Nationen. Bd. 1. Breslau, 1776, nach DTA). - Die Eileithyia erhält für die der Leto bei der Geburt geleisteten Dienste ein prächtiges Halsband von neun Ellen, was Pott für ein Symbol der Nabelschnur hält, mittelst deren der Embryo neun Monate lang aus dem Leibe der Mutter Nahrung und Wachsthum empfängt. (Schauberg, Joseph: Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei, Bd. 2. Schaffhausen, 1861, nach DTA). n. Kette, Band um den Hals
  • HalsbandDer Wagen ist zubereitet gewesen mit vier Deisteln/ welchen gezogen 64. schöne/ starcke/ feiste Maulthier/ vnd hat ein jedes eine schöne güldene Kron auffgehabt/ vnd an jeder Wangen hat herunter gehangen ein gülden Glöcklein oder Schelle/ vnnd vmb den Halß hat ein jedes gehabt einen schönen Halsbandt von Perlen vnd Edelgesteinen/ vor/ hinden vnnd neben dem Wagen haben geritten viel stattliche wolgeputzte Reuter/ so den Königlichen TodtenCörper in die 200. Meilweges beleitet. (Janticovius, Lucas: Göttlicher Liebe vnd Gnaden Spiegel. Frankfurt (Oder), 1612, nach DTA). - Ihre Halsbänder bestehen aus Ketten von Gold oder Perlen, die am Halse herunter bis in den Busen gehen, woran eine Riechbüchse befestigt ist. (Poppe, Johann Friedrich: Characteristik der merkwürdigsten Asiatischen Nationen. Bd. 1. Breslau, 1776, nach DTA). - Die Eileithyia erhält für die der Leto bei der Geburt geleisteten Dienste ein prächtiges Halsband von neun Ellen, was Pott für ein Symbol der Nabelschnur hält, mittelst deren der Embryo neun Monate lang aus dem Leibe der Mutter Nahrung und Wachsthum empfängt. (Schauberg, Joseph: Vergleichendes Handbuch der Symbolik der Freimaurerei, Bd. 2. Schaffhausen, 1861, nach DTA). n. Kette, Band um den Hals
  • HalsbandDer Verbrecher müste Zeit seines Lebens auff des Königes Vestungen arbeiten/ und/ daß man ihn kennete/ hätte er ein eisern Halsband um den Hals/ mit einen Bogen/ so ihn aber den Kopff hinauff giengo/ daran ein Glöcklein hienge/ welches nach dem er fort passirete/ klänge. Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696, nach DTA). – Seine Fesselung bestand in einer langen Kette, die von einem eisernen Halsband über den Rücken herabhing; Hände und Füsse wurden mit anderen Ketten daran festgeschlossen. (Berg, Albert: Die preussische Expedition nach Ost-Asien. Bd. 3. Berlin, 1873, nach DTA). n. Eisenfessel um den Hals von Gefangenen
  • HalsbandschelleEs ging, was ernstes zu bestellen, Ein Wandrer seinen stillen Gang, Als auf ihn los ein Hund, mit Bellen, Und Rasseln vieler Halsbandschellen, Aus einer Pfennigschenke sprang. (Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778, nach DTA). f. Schelle an einem Halsband
  • HalsbergeAuch bildete die letztere nicht selten ein besonderes Kleidungsstück, verbunden mit einer Art Halsberge, einem Stück Zeug, welches sich um Hals und Schultern herumlegte, ohne weiter auf Arme und Brust herabzufallen. (Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 1. Leipzig, 1858, nach DTA). m. f. oberer Teil der Rüstung vom Hals bis zum Bauch
  • HalsbindeMan hat an einer zu engen Halsbinde bemerckt, daß die Empfindung, die Bewegung und der Puls dadurch aufgehört , und daß die erste Zeichen von einem Schlagflusse bereits erschienen, ia es erfolgte diese ganze Krankheit daher, daß die Blutadern von dem Fette gedrückt wurden (Haller, Albrecht von: Anfangsgründe der Phisiologie des menschlichen Körpers. Bd. 4. Berlin, 1768., nach DTA). - Am Ufer zog der Doktor ihn an der Halsbinde nach kurzem Erwürgen ans Ufer, wo er unaufhörlich sich und seinen Kleider-Bewurf besah und zurückdachte. (Jean Paul: D. Katzenbergers Badereise. Bd. 1. Heidelberg, 1809, nach DTA). f. Binde am Hals, Halstuch
  • HalsbundDer Bund an einem Mannshemde, womit man dasselbe oben um den Hals befestigt. (Jacobsson 2, 198a, nach DWb). m. Kragen am Hemd, der um den Hals gebunden wird
  • HalshemdJch hatte blosse Füsse, und wolte meine Schuhe und Strümpfe sparen, war auch fast nackend, damit ich meine Sachen aufheben möchte; meine Hemder und Kleider wurden alt, und mir auch zu klein; wenn ich ein Halshemde anzog, zog ich das Unterhemde aus, und konte niemand seine Kleider besser aufheben als ich. (Juan de Posos [i. e. Smeeks, Hendrik]: Beschreibung des Mächtigen Königreichs Krinke Kesmes. Übers. v. [N. N.]. Leipzig, 1721, nach DTA. - Darunter befanden sich vier Mäntel von Arras und Mechlischem Tuch, zwei davon mit Seide gefüttert; an Oberkleidern sechs Röcke, eine Schaube und drei sogenannte Trapperte; ferner drei Unterkleider, sechs weiße Schürzhemden und ein schwarzes (die wohl bei der häuslichen Arbeit umgelegt wurden), zwei weiße Baderöcke, auch Trapperte genannt, fünf Unterhemden, zwei Halshemden, sieben Paar Aermel und neunzehn Schleier. (Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 1. Leipzig, 1858, nach DTA). n. Hemd, das nur bis zum Bauch reicht
  • HalsgehängeAuch muß man allhier der Rosenkräntze/ der Halsgehänge/ und anderer dergleichen Zierrathen nicht vergessen/ als welche uns aus Gvinea eine grosse Menge Goldes zu wege bringen; […] (Kunckel, Johann: Ars Vitraria Experimentalis, Oder Vollkommene Glasmacher-Kunst. Frankfurt (Main) u. a., 1679, nach DTA). n. Schmuck um den Hals
  • HalsgekröseDabei gewahrte ich, daß sie einen städtischen Rock anhatte und ein sauberes Halsgekröse, und an den Füßchen trug sie schön lackirte Schuhe, was mir vorkam, wie ein schalkhafter Spott über die ascetische Bedürfnißlosigkeit der Duxer. (Steub, Ludwig: Drei Sommer in Tirol. München, 1846, nach DTA). n. Halskragen
  • HalsgeschmeideEin gülden Halßgeschmeide stehet sehr vbel an einer Person/ die im Leim vnd Kott arbeitet. (Thebesius, Adam: Sterbender Christen Seelen-Schatz. Breslau, 1631, nach DTA). - Die Tyroler arbeiten auf der Reise, und machen in jeder müßigen Stunde die Ohrringe, die Halsgeschmeide, die Zitternadeln, die Bouquets, die Allongen und unzählige andre Dinge selbst, die sie verkaufen. (Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 1. Berlin, 1775, nach DTA). - Ein gewöhnlicher Diebstahl konnte nicht vorliegen; das reiche Halsgeschmeide war unberührt geblieben, nur der Ring fehlte. (Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. [Bd. 1: Die Grafschaft Ruppin. Der Barnim. Der Teltow]. Berlin, 1862, nach DTA). n. Schmuck am Hals
  • HalskappeIch hatte das Wort kaum so bald ausgesagt/ sie schlugen mich zur Erden/ schossen und stachen auff mich/ noch verwundeten sie mich (Gott lob) nit mehr/ dann in ein Bein/ und rissen mir die Kleider vom Leibe/ der eine die Halskappen / der ander den Hut/ der dritte das Hembd/ und so fortan. (Meyer, Leonhardt: Theatrum Historicvm [...] Erzehlung der fürnemsten und nutzlichsten Historien und Geschichten. Schaffhausen, 1665, nach DTA). f. Kapuze, Mütze, die bis in den Nacken reicht
  • HalsketteDer Unterrock ware roter Satin/ zerhäkelt auf einem güldenen Boden: Ihre Halskette aber von kleinen Hertzlein zusammen gegliedert/ welches lauter in Gold gesetzte Edelgesteine waren/ worauf jhrer Reichssöhne Wappen mit gehörigen Farben eingeschmälzet. (Birken, Sigmund von: Die Fried-erfreuete Teutonje. Nürnberg, 1652, nach DTA). - Rechnen Sie dabey, daß die gute selige Frau diesen ihren Putz neunmal verändern konnte, und daß im Sterbefall noch eine goldne Halskette, drey paar seidene Handschuh, und sechs gestickte Tücher sich befanden, welche mit 15 Thalern das Stück bezahlet waren. (Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 1. Berlin, 1775, nach DTA). - Ein vornehmer würdiger Greis mit reichem grauen Bart, das schwarze Barett auf die Stirne gedrückt, in schwarzem Umwurf, welcher die Brust frei und die Halskette von Juwelen erscheinen läßt, blickt traum- und gedankenschwer von seinem Schlosse in die Thäler. (Mosen, Julius: Die Dresdener Gemälde-Galerie. Dresden, 1844, nach DTA). f. Schmuck um den Hals
  • HalskleidSein Eheweib in ihrem besten Halsklaid. (Schmeller BayerWb 2, 183). n. Oberkleid, das nur bis zum Bauch geht; Überwurf
  • HalsknopfAch! frommer Leser, ich komme zu weit, und außerdem habe ich bey dieser Inauguralschilderung noch kein Recht von den zwey schweigenden Blumen zu sprechen, die wie weiße Poesie hervorleuchteten, wenn Signora die silbernen Halsknöpfe ihres schwarzseidnen Kleides enthäkelte (Heine, Heinrich: Reisebilder. Bd. 3. Hamburg, 1830, nach DTA). m. Knopf in der Gegend des Halses
  • HalskollerDen Kauf- und Gewerbsleuten werden goldene Ringe gestattet, ihren Frauen Gürtel im Werth von zwanzig Gulden, von gleichem Werth ein Schmuck, "Schloß und Gesperr", am Halskoller, und ihren Töchtern und Jungfrauen ein Haarbändlein im Werth von zehn Gulden (Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 2. Leipzig, 1858, nach DTA). n. m. Oberkleid; Kragen
  • HalskragenDer Chan muß sein Gewehr / Uberkleid und Kopf-Bund ablegen/ und also bloß für ihm treten; hat er Gnade bey dem Könige/ so wird ihm dieselbe mit Darreichung deß Gnaden-Kleides/ und eines freundlichen Schreibens angedeutet/ welches Kleid der Chan oben am Halskragen küsset/ an die Stirn drücket/ und anziehet. (Nyland, Petrus: Schauplatz Irdischer Geschöpffe. Bd. 1. Osnabrück, 1687, nach DTA). Alles leinen Geräthe, an Bett-Tüchern, Züchen, Tisch-Tafel-auch Teller- und Schnupf-Tüchern, Bade- und Haar-Mantel, Handquehlen, Schleyer, Brüstgen, Hembden, Schürtzen, Halskragen, Hals-Tücher, Ermel u. d. g. sie haben gleich Spitzen oder nicht, und haben Nahmer, wie sie wollen. – (Corvinus, Gottlieb Siegmund: Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon. Leipzig, 1715, nach DTA). – Das kann ich an einem jungen Manne durchaus nicht leiden: Halstuch, Halskragen, Jabot, Weste, - das Alles, obwohl vom feinsten Stoffe, sitzt so verwirrt und unordentlich durcheinander, daß man kaum eines aus dem andern herausfindet. (Laube, Heinrich: Das junge Europa. T. 1, Bd. 1. Leipzig, 1833, nach DTA). m. Kragen am Hals
  • HalskrauseDu Hut/ gehe weg/ du Pritsche/ bleib da/ du Mantel/ gehe weg/ und du schöne Papierne Halskrause laß dich auffknüpffen/ du solt auch da bleiben. (Weise, Christian: Der freymüthige und höfliche Redner. Leipzig, 1693., nach DTA). - Einmal da sich ein Virtuos in hiesiger Gegend einfand, habe ich es mit meinen Augen gesehen, daß er seine Perucke an die Erde warf, die Halskrause abriß, den Rock auszog und die Weste aufknöpfte, wenn er ein Stück spielte, das sich besonders ausnehmen sollte. (Musäus, Johann Karl August: Grandison der Zweite, Oder Geschichte des Herrn v. N*** in Briefen entworfen. Dritter Theil. Eisenach, 1762, nach DTA). - Sie erregte die Bewunderung aller ländlichen Beschauer und besonders meine Blumen und Vögel, sowie die Goldspangen und Edelsteine, womit ich Anna geschmückt, auch die fromme und sorgfältige Ausarbeitung ihrer Haare und ihrer weißen Halskrause, die schönblauen Augen und die rosenrothen Wangen, der tiefrothe Mund, Alles entsprach dem phantasiereichen Sinne der Leute, welche ihre Augen an den mannigfaltigen Gegenständen vergnügten. (Keller, Gottfried: Der grüne Heinrich. Bd. 2. Braunschweig, 1854, nach DTA). f. gefältelter Kragen um den Hals
  • Halsperledu […] zähltest deine halsperlen. (Friedrich Müller, Werke, 1811: 3, 327,, nach DWb). f. Perle, die an einer Kette um den Hals getragen wird
  • HalsringAllein der Tag kam, da er, wenn wir ihm selber glauben, getödtet ward; sein rechter Arm wird ihm verstümmelt, ein Schuß zerreißt ihm die Sehnen des Halses, so daß er einen silbernen Halsring fortan tragen muß, um den Kopf nur gerade zu halten. (Dahlmann, Friedrich Christoph: Geschichte der französischen Revolution bis auf die Stiftung der Republik. Leipzig, 1845, nach DTA). m. Schmuck am Hals; Halsfessel eines Gefangenen
  • HalsschleifeMontag, den 7ten September, soll auf dem Börsensaale, auf Ordre Herren Curatores bonorum, für Rechnung, wem es mag angehen, ein außerordentlich reiches Pfand, aus einer Fallit-Masse entstehend, durch die Mackler Reimarus, Texier und Schöen öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Bezahlung verkauft werden, bestehend in Brillanten, Rosensteine, Smaragden, Saphiren, Rubinen, Christophras Ringe, mit und ohne Carmosirung, Brillanten und Rosenstein Ohrgehänge, Halsschleifen, Pretensionen, Braceletten, Haar- und Brustnadeln, extra schöne 7 und ein halb Gräner auch mittel Sorten ächte Perlen, loose Brillanten, Rosensteine, Smaragden und Rubinen, goldene Tabacieren, mit und ohne Brillanten, einen goldenen Stockknopf, worinn eine Uhr verborgen, u. a. m. (Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. Nr. 137, Hamburg, 28. August 1789, nach DTA). - Ich gehe heute Abend in Gesellschaft und habe mich noch gar nicht entschieden, wie ich meine Halsschleife binden soll. (Börne, Ludwig: Briefe aus Paris. Bd. 4. Offenbach, 1833, nach DTA). f.Schleife, die zur Zierde am Hals getragen wird
  • HalsschmuckWenn sie an dringender Kürze und schöner Gründlichkeit den Mosesschen, Winkelmannischen und Hagedornschen gleich kämen, und in ihrer Wahl fremder Stücke genau wären; wenn man die Nachrichten und Urtheile, wie zerstreuete Perlen in einen Halsschmuck sammlen, und bei der Critik der Dichter härter seyn wollte -- ich gestehe es freilich, daß man eher eine Reihe von Einwendungen mit dem Worte Wenn machen, als dies Wenn ausbessern kann. (Herder, Johann Gottfried von: Ueber die neuere Deutsche Litteratur. Bd. 1. Riga, 1767, nach DTA). - Letzterer bezeichnet mit Neppes Kostbarkeiten, Halsschmuck, Perlen, wonach es wol mit dem französischen nippes und nipper zu verbinden sein würde. (Avé-Lallemant, Friedrich Christian Benedikt: Das Deutsche Gaunerthum. Bd. 2. Leipzig, 1858, nach DTA). m. Schmuck, Zierat am Hals
  • HalsschnurFür eine Halsschnur von silbernen Perlen mit drey goldnen Schlössern und einer goldnen Schleife (Möser, Justus: Patriotische Phantasien. Bd. 1. Berlin, 1775, nach DTA). - Diese 8750 kleinen goldenen Gegenstände dienten wahrscheinlich theils an Halsschnüren, theils an Schmucksachen auf Leder. (Schliemann, Heinrich: Trojanische Alterthümer. Bericht über die Ausgrabungen in Troja. Leipzig, 1874, nach DTA). f. Schnur oder Kette, an der Schmuck getragen wird
  • HalstuchJch kauff ein halstuch ein/ du küh- und kälber-stricke/ Mein boden der ist fett/ und mager ist dein land. (Hofmann von Hofmannswaldau, Christian: Herrn von Hofmannswaldau und anderer Deutschen auserlesener und bißher ungedruckter Gedichte anderer Theil. Leipzig, 1697, nach DTA). - Manche trägt sich so bunt, daß fast wie in einen Pfauen-Schwantze alle Farben an ihr spielen, oder sie choisirt sonst so wunderliche Farben zusammen, daß sie einer Dame in der Charte nicht ungleich siehet; und so offt ich Bellinen in einem blauen Contusche, rothen Unter-Rock, gelben Halstuch, und grünen Bande erblicke, bedaure ich allezeit, daß ich nicht mahlen kan, um die schöne Portrait abzuschildern. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Berlin, 1728, nach DTA). - Stolz und keck trug er sich, hatte Stiefeln und Rock rein abgebürstet, den lackirten Hut in der Hand, und das roth und weißgeblümte Halstuch von Zitz vorn in einer übermäßig großen Schleife zusammengebunden. (Immermann, Karl: Münchhausen. Bd. 3. Düsseldorf, 1839, nach DTA). n. Tuch um den Hals, Schal
  • HalszierdeDie Halszierde, […] ein jedes Ding, so fern es eine Zierde des Halses ist (Adelung s.v.). f. Schmuck um den Hals

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Krankheits- oder Krankheitszeichenbezeichnung als Hinterglied

  • HalsbräuneSolche Gallereyen sind sehr lieblich/ stärcken den Magen und das Hertz/ machen einen guten Mund/ verwehren die Halsbräune/ stillen die Ruhren/ und verhindern das auffstossen und erbrechen des Magens/ wenn bißweilen nach belieben davon genommen wird. (Mattioli, Pietro Andrea: Theatrvm Botanicvm, Das ist: Neu Vollkommenes Kräuter-Buch (Übers. Theodor Zwinger). Basel, 1690, nach DTA). - In seinem zwölften Jahre zeigte sich ein Leistenbruch, später litt er an Halsbräune, wozu sich Delirium gesellte. (Griesinger, Wilhelm: Die Pathologie und Therapie der psychischen Krankheiten, für Ärzte und Studierende. Stuttgart, 1845, nach DTA). f. Angina
  • HalsgeschwärMit Honig vermischt/ und den Hals darmit angestrichen/ heylet das böß Halsgeschwär Angina genannt. (Agricola, Johann Jacob: Schau-Platz deß Allgemeinen Hauß-Haltern. Bd. 3. Nördlingen, 1677, nach DTA). n. Mandelentzündung, Schwellung am Hals, Angina
  • HalsgeschwürWAs die Zufälle anlanget/ so sich gemeiniglich bey dieser Seuche zu ereignen pflegen/ als da sind: Verstopffung des Leibes/ Durchlauffen/ Unverdaulichkeit/ Brechen und Aufstossung des Magens/ Eckel für den Speisen/ groß Hauptwehe/ Unsinnigkeit/ Verhinderung des Schlaffs/ zu viel Schlaffs/ Durst/ Hertzzittern/ Ohnmacht/ schwerer Athem/ Breune/ Halsgeschwür/ stechen in der Seiten/ Husten/ Würme in Leibe/ Nasenbluten/ und anders mehr/ so einen Menschen bey solcher Kranckheit zu begegnen pfleget/ von solchen/ wann sich deren eines oder mehr zutrüge/ wäre allewege eines verständigen Artztes Rath zu gebrauchen/ derselbe würde hierinne nach eines jeden Menschen Alter/ Complexion, und anderer Gelegenheit/ die Cur verständig anzustellen wissen/ inmassen man auch allewege in dieser Seuche mit den Aderlassen nicht zu geschwinde verfahren/ oder unbedächtig umgehen/ sondern solches auch mit eines erfahrnen Artztes/ oder geübten Balbieres Rath anstellen soll. (Caspar Schröter [i. e. Hellwig, Christoph von]: Allzeitfertiger Hauß-Verwalter. Frankfurt (Main) u. a., 1712, nach DTA). n. Mandelentzündung, Schwellung am Hals
  • HalsgichtDie Halsgicht […] eine Entzündung, welche von der Gicht-Materie im Halse verursacht wird; Angina arthritica. Ingleichen eine von eben dieser Materie verursachte Lähmung der Muskeln des Halses. (Adelung s.v.). f. Gicht und Steifheit am Hals
  • HalsschwindsuchtIch verlor den letzten, der mir geblieben war, und den ich mit nach Europa zu nehmen gesonnen war, in Teneriffa, bei der besten Pflege langsam zu mausern beginnend und zuletzt einem Uebel erliegend, welches eine Art Halsschwindsucht zu sein schien. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 3. Hildburghausen, 1866, nach DTA). f. eine Halskrankheit
  • HalsstarreEigentlich, die Starre, d. i. Unbiegsamkeit des Halses, welche aus einer Verletzung oder Lähmung der am Brust- und Schlüsselbeine entspringenden Muskeln entstehet; Obstipatio capitis. (Adelung s.v.). f. Wundstarrkrampf, Tetanus
  • HalsübelNach allen den Leiden, dem Brustweh und Halsübel, die sie in letzterer Zeit wieder dem Tode nahe gebracht, war die Verzückte eine überraschende Erscheinung, denn sie war zwar bleich, aber im Gesichte voll, was Ennemoser freilich aufgedunsen nennt. (Steub, Ludwig: Drei Sommer in Tirol. München, 1846, nach DTA). n. Krankheit im Hals
  • HalswehAlles auwe wegen deß Augenweh/ alles auwe wegen deß Zahnweh/ alles auwe wegen deß Halsweh alles auwe wegen deß Brustweh/ alles auwe wegen deß Ruckenweh/ alles auwe wegen deß Seitenweh/ alles auwe wegen deß Hertzweh/ alles auwe wegen deß Miltzweh/ alles auwe/ so der Mensch am Leib/ im Leib/ umb dem Leib erlitten hat/ und noch leydet/ und ferners leyden wird/ ist/ ist/ ist/ was? (Clara, Abraham a Sancta: Judas Der Ertz-Schelm. Bd. 4. Salzburg, 1695, nach DTA). - Starke, abgehärtete Leute wurden vielfältig von Rheumatismen, von Halsweh, Katharr, auch von hitzigen rheumatisch-gallichten Fiebern befallen, und sie mußten nach Beschaffenheit der Umstände theils mit Ausleerungen, mit gelinden schweißtreibenden Mitteln, manche auch mit Blasenpflastern geheilt werden. (Gall, Franz Joseph: Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen. Wien, 1791, nach DTA). - Die rühmlichst bekannten Stollwerk'schen Brustkaramellen deren treffliche Wirkung sich ganz besonders gegen Heiserkeit, Halsweh und selbst bei schmerzhaftem Auswurf ununterbrochen als ein probates Hausmittel bewährt, und die ihre wohlthuende Kraft dadurch äußern, daß sie für den Leidenden bei ihrem angenehmen aromatischen Geschmacke ein linderndes Mittel bilden, haben sich fortwährend einer so entschiedenen Theilnahme von Seiten des Publikums zu erfreuen, daß dieselben nicht allein in ganz Deutschland, sondern auch in den meisten übrigen Ländern Europa's mit dem günstigsten Erfolge fortwährend verkauft werden, Ich glaube daher auch eine Pflicht gegen alle diejenigen zu erfüllen, welche an den oben erwähnten Uebeln leiden, die von mir fabrizirten Brustkaramellen wiederholt zu empfehlen. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 159. Köln, 3. Dezember 1848. Zweite Ausgabe, nach DTA). n. schmerzhafte Entzündung im Hals
  • HalsweheJns Trincken geleget/ vnd darvon getruncken/ sol das Halswehe/ Squinantiam & Ranulam benehmen/ vnd die Kröpffe vertreiben. (Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, nach DTA). - Vilmehr lasset sich muhtmassen/ daß auf dergleichen außgebrochene Feuer folgen können schwere/ auch ansteckende/ Krankheiten/ und könte wol seyn/ daß die Halswehe/ und Fluß Fieber/ welche an vilen Ohrten der Eidgnoschaft sint dem vergangnen Herbst grassiert/ (Scheuchzer, Johann Jacob: Beschreibung der Natur-Geschichten Des Schweizerlands. Bd. 1. Zürich, 1706, nach DTA). n. schmerzhafte Entzündung im Hals

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Teilbezeichnung als Hinterglied

  • HalsstückWir sehen ein schildförmiges Stück, den Rumpf, das sich unten in einen schmäleren Schwanz und oben in eine Art Halsstück fortsetzt (Steinen, Karl von den: Unter den Naturvölkern Zentral-Brasiliens. Berlin, 1894, nach DTA). n. Stück vom Hals

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Hinterglied

  • HalskrautTrachelium seu Cervicaria, Halskraut/ wird auch von etlichen Uvularia genennet/ weil es zu den Zuständen und Gebrechen des Halses und des Zäpfleins wol dienet; hat harte Nessel-ähnliche zerkerbte Blätter/ bringt weisse und auch blaue Glockenblumen/ hat eine weisse zarte Wurtzen/ wie der Rapuntzel/ und wird auch im Früling an statt des Salats mit Essig und Oel genossen. (Hohberg, Wolf Helmhard von: Georgica Curiosa. Bd. 1. Nürnberg, 1682, nach DTA). n. Name einiger heilkräftiger Pflanzen: Glockenblume; Gauchheil

Bedeutung „Hals“, substantivisches Determinativkompositum mit Geräte(teil)bezeichnung im Hinterglied

  • Halsjochman hat (vom joch) zweierlei arten, nemlich halsjoche und kopfjoche. ein halsjoch bestehet aus zwei langen, oben und unten mit riegeln zusammengefügten höltzern, welches einem ochsen um den hals gehänget wird, also dasz ein ieder ochse sein besonderes joch hat. (öconomisches lexicon, 1744, Nr. 1131, nach DWb). n. Joch, das Ochsen um den Hals gehängt wird
  • HalsuhrDie Halsuhr. (Kramer, Matthias: Allgemeiner Schau-Platz [...] die Teutsche und Italiänische Benennung aller Haupt-Dinge der Welt. Nürnberg, 1672, nach DTA). - Verehrte ihm auch eine schöne schlagende halsuhr zum freundlichen valete, so ich aus des rittmeisters felleisen bekommen hatte. (Simplicissimus 1, 277, nach DWb). f. Uhr, die an einer Kette um den Hals getragen wird

Bedeutung „Hals“, substantivisches Determinativkompositum mit Geldbezeichnung im Hinterglied

  • HalsducatenRichters Hanne dreht den Halsducaten / recht verlegen an der schwarzen Schnur. (Friedrich Kind: Gedichte, nach DWb.). m. Münze, die zur Schau am Hals getragen wird

Bedeutung "Hals", adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied

  • halsbrüchigBey andern Völckern wäre es halsbrüchig/ wenn einer wider seines Feld-Obersten Willen den Feind angegriffen/ und gleich gesieget hätte. (Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, nach DTA). lebensgefährlich (was einem den Hals bricht)
  • halsgefährlichAch, den verwegnen Alpenjäger hascht Der Tod in hundert wechselnden Gestalten, Das ist ein unglückseliges Gewerb', Das halsgefährlich führt am Abgrund hin! (Schiller, Friedrich: Wilhelm Tell. Tübingen, 1804, nach DTA). lebensgefährlich
  • halshochHalshoch, bis zur Halsgrube. (Jahn, Friedrich L.; Eiselen, Ernst W. B.: Die deutsche Turnkunst, zur Einrichtung der Turnplätze dargestellt. Berlin, 1816, nach DTA).
  • halsstarrigDamit heist man sie wieder in das Loch führen/ mit vermelden/ sie soll sich eines besseren bedencken/ ob sie so Halßstarrig wöll verbleiben. (Spee, Friedrich von: Gewissens-Buch: Von Processen Gegen die Hexen. Bremen, 1647, nach DTA). - Wenn solche der gefänglichen Hafft erlassen und dennoch mit ihren halsstarrigen und eigensinnischen Thun fortfahren, so können sie mit recht harten Straffen angesehen werden. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Staats-Klugheit. Leipzig, 1718, nach DTA). - Polen ist ein halsstarrig katholisches Land, allein die erstickte Gluth der politischen Leidenschaft wird hier immer unter der Asche fortglimmen und die Polen nicht lange zögern lassen, ob sie, wenn Etwas dergleichen denkbar wäre, zwischen dem Aberglauben oder der Freiheit wählen sollten. (Gutzkow, Karl: Die Zeitgenossen. 2. Bd. 2. Aufl. Pforzheim, 1842, nach DTA). dickköpfig

Bedeutung "Hals", adjektivisches Determinativkompositum mit partizipialem Hinterglied

  • halsbrechend(sagt er zu dem jungen Xenophon, welcher nicht begreiffen konnte, daß es eine so gefährliche Sache sey, einen schönen Knaben, oder nach unsern Sitten zu sprechen, ein schönes Mädchen zu küssen; und leichtsinnig genug war zu gestehen, daß er sich alle Augenblike getraute, dieses halsbrechende Abentheuer zu unternehmen) was meynst du daß die Folgen eines solchen Kusses seyn würden? (Wieland, Christoph Martin: Geschichte des Agathon. Bd. 2. Frankfurt (Main) u. a., 1767, nach DTA). - In eine elende Postchaise gepackt, die die Motten, wie die Ratten Prospero's Fahrzeug, aus Instinkt verlassen hatten, hielt ich endlich, nach halsbrechender Fahrt, halbgerädert, vor dem Wirthshause auf dem Markte in G. Alles Unglück, das mir selbst begegnen können, war auf meinen Wagen gefallen, der zerbrochen bei dem Postmeister der letzten Station lag. (Hoffmann, E. T. A.: Nachtstücke. Bd. 1. Berlin, 1817, nach DTA). gefährlich

Vom Adjektiv „halsstarrig“ abgeleitetes Verb:

  • halsstarrigenzu dem sind sie noch über das von dem bapst und dem cardinal von Lothringen durch unterschiedliche schreiben in ihrem blutdürstigen vornehmen gestärket und gehalsstarriget worden. (Thuanus, deutsch von Kopf (1621) s. 1082, nach DWb). zum Widerspruch herausfordern

Bedeutung „schmale Stelle“, substantivisches Determinativkompositum mit Gebäude(teil)bezeichnung im Hinterglied

  • HalsofenDer Halsofen, […] ein Stubenofen mit einem Halse, vermittelst dessen er von außen geheitzet wird; zum Unterschiede von einem Wind- oder Zugofen, (Adelung s.v.). m. Stubenofen, der mit einem Rohr von außen beheizt werden kann

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Rechtsbezeichnung als Hinterglied

  • Halsbußepoena capitis: mit der Halsbuße gestraft werden. (Frisch 1, 402c, aus Sigismunds deutscher constitution in Preuszen, nach DWb). f. Todesstrafe
  • Halsklagewirdt mit halsclag zu leib, leben, ehren und guth mit zettergeschrey an drey veränderten städten beclagt (1758; Haltaus 786, nach DRW). f. Anklage wegen eines Kapitalverbrechens
  • HalsprozessNach dem, was Ewr. Exzellenz mir von dem Auftritt in seinem Hause gesagt haben, wird nichts leichter seyn, als den Vater mit einen Halsprozeß zu bedrohen. (Schiller, Friedrich: Kabale und Liebe. Mannheim, 1784, nach DTA). m. Gerichtsverhandlung um ein Kapitalverbrechen
  • Halsstrafewaß in die bücher ordentlich verschrieben wird, das soll ... unverändert bleiben ... bey ernstlicher halß-straffe (Beleg von 1698, nach DRW s.v.). f. Todesstrafe
  • HalsverbrechenEin jeder kleiner Diebstahl, Frevel, Verläumdung, jede Art des Betrugs, auch im Spiele, das Lügen und Vergreifen an der Obrigkeit, gehört mit unter die Halsverbrechen, ob es gleich mit einer gelinden Todesstrafe belegt wird. (Poppe, Johann Friedrich: Characteristik der merkwürdigsten Asiatischen Nationen. Bd. 2. Breslau, 1777, nach DTA). n. Kapitalverbrechen
  • HalsgerichtsordnungAber sein vnzeitige/ vnd vnordentliche Blutslieb/ Joabs Wunsch/ vnd die listige Suada des klugen Weibs von Thecoa muste den Vorzug haben vor dem vralten Göttlichen Halsgerichtsordnung/ die also lautet/ wer Menschenblut vergiest/ dessen Blut soll wider vergossen werden: daß sey fern/ das der gerechte/ heilige/ eiferige Gott also mit sich solte spielen lassen/ daß er durch die Finger sehen/ daß er nicht solte die mutwillige halßstarrige vnbußfertige Verbrecher seiner heiligen Ordnung endlich zur Straff vnd Rach ziehen. (Dannhauer, Johann Conrad: Catechismus Milch. Bd. 4. Straßburg, 1653, nach DTA). - Wie aber ein arzt bestrafet werden solle, wenn selbiger aus nachläßigkeit oder gefährde iemanden schadet, besaget art. 134 der peinlichen halsgerichtsordnung kaiser Carls des Vten. (Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, nach DTA). f. Gesetze, Ordnung des Halsgerichts
  • HalssacheJa daß er zugleich des Obersten Halsrichters bestallung gehabt/ melden die Kaldeer: welche ihn einen Meister der getödteten/ und einen Fürsten über die Halssachen nennen. (Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam, 1670, nach DTA). - Die Schändung eines freyen, nicht durch seine Handlungen ehrlosen Bürgers, auch mit seiner eigenen Einwilligung, selbst schändliche Anträge, bestraften die den reinen Sitten der alten Nation entsprechenden alten Gesetze mit dem Tode: auch die Triumvirn für Halssachen verfuhren nach ihnen . Eben so klagte M. Marcellus als Aedilis curulis vor dem Volk gegen den der seinen Sohn zu verführen gesucht : daß die Anklage gegen einen Volkstribun während der Dauer seines Amts angenommen ward, und der Beweis welcher dem Volk genügte, waren nicht weniger außerordentliche Umstände als daß Marcellus die alten Befugnisse seiner Würde wieder geltend machte. (Niebuhr, Barthold Georg: Römische Geschichte. T. 2. Berlin, 1812, nach DTA). f. Gerichtsverhandlung um Leib und Leben

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Berufsbezeichnung als Hinterglied

  • HalsrichterEr ist nicht allein der oberste königliche Küchenmeister/ und der oberste Halsrichter/ den der König über alle gefängnüsse/ ja über leben und tod aller seiner untertahnen zu walten und zu schalten gesetzt; wie ich zum teile schon gesagt. (Zesen, Philipp von: Assenat. Amsterdam, 1670, nach DTA). m. Richter über Leib und Leben
  • Halsvogtwas auf den höfen vnd lande in Adenstedt delinquiret wird muß der iedesmalige halss-vogt, so deswegen auf dem vogt-dings-gerichte allemahl mit erscheinen muß, zu Bettmar einwrogen lassen (Beleg von 1758, nach DRW s.v.). m. Vorsitzender des Gerichts, das die Todesstrafe verhängen darf

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied

  • HalsfrauJch weiß nicht/ sagte Rhemetalces/ ob man hierinnen dem Verhängnisse/ oder nicht vielmehr den Aertzten die Schuld beymessen solle/ derer Unwissenheit durch unsere Hinrichtung sich erfahren/ ihre Verwegenheit aber sich zur Halsfrau über unser Leben macht. (Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, nach DTA). f. Herrin über Leib und Leben
  • HalsherrAllerschönste Princeßin! wo iemals ein biß in den Tod getreuer Sclave von seinem Halsherrn wegen einigen Verbrechens Gnade und Verzeihung zu gewarten hat: (Ziegler und Kliphausen, Heinrich Anselm von: Asiatische Banise. 2. Aufl. Leipzig, 1700, nach DTA). m. Herr über Leib und Leben

Bedeutung „Leben“, substantivisches Determinativkompositum mit Gebäude(teil)bezeichnung im Hinterglied

  • Halsgericht Wie auch in dem vermawreten Halsgerichten von erhengten oder gerehderten Menschen niemals vernommen/ das aus jhnen Schlangen gekrochen weren. (Rollenhagen, Gabriel: Vier Bücher Wunderbarlicher biß daher vnerhörter/ vnd vngleublicher Jndianischer reysen. Magdeburg, 1603, nach DTA). n. das Gerichtsgebäude mit der Gerichtsbarkeit, die dieTodesstrafe verhängen darf

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Institutionsbezeichnung als Hinterglied

  • HalsgerichtWer kein gut gewissen gehabt hätte/ solte sich wol eingebildet haben/ als wenn sie Halsgerichte über uns halten und uns zum tode verurtheln hätten wollen. (Neitzschitz, Georg Christoph von: Sieben-Jährige und gefährliche WeltBeschauung Durch die vornehmsten Drey Theil der Welt Europa/ Asia und Africa. Bautzen, 1666, nach DTA). - Wenn demselben die hinrichtung mißlinget, oder derselbe dabei etwas versihet, darf er von nimanden gemißhandelt werden, art. 97 der peinlichen halsgerichts ordnung kaiser Karls des Vten, ob er gleich vom richter deßfalls in strafe genommen werden kan, Pufendorf am a. o. § 13 s. 283. Immittels hat von einer solchen mißhandlung ein exempel der von Falkenstein am a. o. s. 561. (Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, nach DTA). n. Gerichtsbarkeit, die Todesstrafe verhängen darf

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Hinterglied

  • Halshuhnleibeigene und hörige pflegten eine jährliche abgabe von hünern zu entrichten, welche leibhüner, halshüner, herdhüner, rauchhüner heißen, weil sie von jedem hörigen leib und hals und von jedem haus, aus dem rauch aufstieg (von jeder herdstätte) zu liefern waren. (Grimm, Weisthümer 518, nach DRW). n.Huhn als Abgabe für den Hals- oder Lehnsherrn