Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Hals, der
Gen.Sg.Halses
Nom.Pl. Hälse; auch: Hälser
 

mit 'an' + Akk.

  • an den Hals fluchenWelches die jhenige Lästermäuler wol mercken sollen/ welche an Christum vnd seiner Erlöser Ampt nicht viel gedencken: dann wann sie mit dem ersten Wort/ das sie reden/ dem Nächsten einen gantzen Passion an den Hals fluchen/ das ist/ durch den heilwertigen Passion/ jhme alles Vbels an wündschen/ vnd daß jhne/ GOttes Leiden/ GOttes Creutze/ Gottes Marter/ Gottes Wunden vnd Gottes Tode/ schenden solle/ auß gifftigem/ Teuffelischem Hertzen fluchen. (Hafenreffer, Matthias: Passional vnd Leuchpredigt. Tübingen, 1610, nach DTA).
  • an den Hals gehenMann/ auf das Ost-Ravelin tapffer an/ und stürmete: vermeinend dergestalt über die Guele zu kommen: ward aber durch scharffe Gegenwehr ebenfalls abgewisen: und war das Wasser mitler Weil also gewachsen/ das es ihnen biß an den Hals gieng daher viel Volks ersoffen. (Meyer, Leonhardt: Theatrum Historicvm [...] Erzehlung der fürnemsten und nutzlichsten Historien und Geschichten. Schaffhausen, 1665, nach DTA). - Selbiger, weil er geheyrathet, und sich sonst nicht zu ernehren weiß, hat sich auf das Krebs-Fangen geleget; massen der Angerax-Strohm durch gedachtes Dorff Stulichen durchgehet; Jn selbigen Strohm, ungeachtet er sehr tief ist, und ihm offtmahls das Wasser biß an den Hals gehet, macht sich der Krebs-Fänger täglich, auch wohl zu unterschiedenen mahlen, und greifft in den Hölen der tiefen Ufer gantz alleine ohne iemands Bey- Hülffe so viel Fluß-Krebse, daß er täglich etliche Köber voll bey 6. 8. biß 9. Schocken in Angerburg verkauffen kan. (Fleming, Hans Friedrich von: Der Vollkommene Teutsche Jäger. Bd. 2. Leipzig, 1724, nach DTA). - Dennoch ist weder der Bauunternehmer, noch der Gelddarleiher zu Schanden geworden, und wenn auch mehr als einmal dem ersteren die Waßer der Sorge bis an den Hals giengen, so ist ihm doch nicht blos zu der Bausumma, sondern zu noch weit mehr geholfen worden, nämlich zu all dem großen Haufen Geld, den er auch ferner zum Ankauf so vieler Grundstücke und zum Bau so vieler Häuser bedurft hat. (Löhe, Wilhelm: Etwas aus der Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau. Nürnberg, 1870, nach DTA).
  • an den Hals hängenIn diesen Worten stellet vns Moses für ein schön herrlich Conterfay / nicht etwa eines jrrdischen Herren / sondern des Allmechtigen Gottes / welches wir lieb vnd werth haben / vnnd nicht an den Hals hengen / sondern ins Hertze schliessen / vnd wol verwaren sollen. (Sattler, Basilius: Eine Predigt uber den 90. Psalmen. Wolfenbüttel, 1608, nach DTA).
  • an den Hals werfenes köndt vnser Herr vnd Gott/ vns eben so bald einen Schlegel an den Halß werffen/ vnnd vns heimsuchen/ (Vesembeck, Johann; Bischoff, Ludwig: Zwo Christliche Leich Predigten. Darmstadt, 1617, nach DTA). - Item solches sage ich zu eurem besten/ nicht daß ich euch einen Strick an den Halß werffe Sondern dazu das es fein ist/ und ihr stets und ungehindert dem HErren dienen könnet. (Rempen, Johann: Schau-Bühne Der Evangelischen Warheit. Leipzig, 1721, nach DTA). - Ihr habt mir Fragen an den Hals geworfen, von denen es mich loszumachen drängt." (Allgemeine Zeitung. Beilage zu Nr. 22. Stuttgart, 22. Januar 1840, nach DTA).
  • an den Hals ziehenDas Stechzeug ist um so älter, je steiler seine Helmwände laufen, und um so jünger, je mehr sie sich enger an den Hals ziehen. (Boeheim, Wendelin: Handbuch der Waffenkunde. Leipzig, 1890, nach DTA).

mit 'an' + Dat.

  • jmdn. an seinem allerbesten Hals aufknüpfen Jn dem wir nun Mannheim eingenommen und Franckenthal noch belagert hielten/ und also den Meister in der Pfaltz spielten; sihe/ da schlugen Corduba und der von Anhalt abermal den Braunschweiger und Mannsfelder bey Floreack/ in welchem Treffen mein ausgerissener Mann der Leutenant gefangen/ von den Unserigen erkannt/ und als ein Meineydiger Uberläuffer mit seinem allerbesten Hals an einen Baum geknüpfft worden; Wordurch ich zwar wider von meinem Mann erlöst/ und zu einer Wittib ward; Jch bekam aber so ein hauffen Feinde/ die da sagten: die Strahl-Hex hat den armen Teufel umbs Leben gebracht/ daß ich ihm das Leben gern länger gönnen/ und mich noch ein Weil mit ihm gedulden mögen/ bis er gleichwol anderwärts ins Gras gebissen/ und einen ehrlichern Tod genommen/ wann es nur hätte seyn können. (Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von: Trutz Simplex. Utopia [i. e. Nürnberg], 1670, nach DTA).
  • am Halse habenDenn wenn einer sonsten nur einen leiblichen Schaden hat / verlanget jhn zumahlen sehr / nach einer gewissen vnd bewerten artzney / wie viel mehr soll vns nach dieser artzney verlangen / die allen Schaden / so wir Menschen am Hals haben / von grund aus heilet. (Sattler, Basilius: Leichpredigt/ Gethan bey der Begräbnis deß ... Herrn Veit Crullen. Wolfenbüttel, 1616, nach DTA). - Wenn die Gefahr hefftig ist/ so will auch nicht rathsam seyn/ daß die Badstuben geöffnet werden/ nicht nur wegen der Zusammenkunfft vielerley Volcks/ sondern auch/ weil gemeiniglich solche Leut ins Bad gehen/ welche schon die Seuch am Halß haben/ und ihnen in solchen Hülff durch schwitzen und schrepffen suchen wollen/ sich also zu den Gesunden nahen/ und solche/ ehe man es sich versiehet/ zugleich anstecken. (Bräuner, Johann Jacob: Pest-Büchlein. Frankfurt (Main), 1714, nach DTA).
  • am Halse hängen/hangenSie hatte an statt jhres Geschmucks etliche Schneckenhäußlein am Halß hangen/ war hinden mit einem rauhen Fell bekleydet/ vnd vorn mit Seitten von Gedärmen am Halß zugebunden/ sonst war sie vber den Leib gantz nackend/ jhre Brüste hiengen herab wie die Kühe Euter/ hatte ein groß Maul krumme Bein vnd lange Fersen/ wolt kein gekochte Speiß essen/ sondern aß mit jhren Kindern einen rohen vngekochten Vogel/ den sie beropfft/ vnd mit einer Muschelschalen artlich zuzertheylen wuste/ es war am seltzamsten zusehen/ daß das eine Kind/ nicht vber ein halb Jahr alt/ vnd dennoch nicht allein das Maul voller Zähne hatte/ sondern auch fertig gehen kondte. (Gottfried, Johann Ludwig: Newe Welt Vnd Americanische Historien. Frankfurt (Main), 1631, nach DTA).
  • am Halse (in Wonne) schwimmen (Schiller)Ist das der Sopha, wo ich an ihrem Halse in Wonne schwamm? (Schiller Räuber 4, 1).

mit 'auf' + Akk.

  • auf den Hals hetzenCham Chiran aber hat den Sultan längst verlachet/ Das Türcksche Heer zerstreut; verdammten Bund gemachet Mit Polen/ und sein Kind zur Geißel ihm versetzt/ Und der Cosacken Schwarm uns auff den Halß gehetzt; Der Caffa/ Sinope und Trapezunt bezwungen/ Jn Port und Vorstadt sind Stambuldens eingedrungen. (Lohenstein, Daniel Casper von: Ibrahim Sultan. Leipzig, 1673, nach DTA). - Was hast du verfluchter Findling vor ein geheimes Verständniß mit meinem Sohne? und weßwegen wilst du mir denselben auf den Halß hetzen? (Gisander [i. e. Schnabel, Johann Gottfried]: Wunderliche Fata einiger See-Fahrer. 3. Aufl. Bd. 1. Nordhausen, 1740, nach DTA). - In einem Lande, wo der Hody'sche Polizeigeist und der berüchtigte Liberalismus des Hrn. Rogier mit so vieler Gefälligkeit gegen auswärtige Mächte politischen Flüchtlingen von demokratischer Gesinnung ihre Sbirren auf den Hals hetzen und nach der Gränze schleppen lassen: in einem solchen Lande kann es Leute von der "breitesten Grundlage" nicht Wunder nehmen, wenn Gerichtsbehörden willig die Gesetzesruthe in die Hand nehmen und auf politische Flüchtlinge zum Vergnügen Hody's, Rogier's und Consorten losschlagen. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 153. Köln, 26. November 1848. Beilage, nach DTA).
  • auf den Hals fahrenWiederumb wenn mir einer jehling auff den Halß fähret/ und mich erschreckt/ werde ich davon gerühret/ weil mir solches als ungewöhnlich vorkommt/ und ich es für was anders halte/ als ich vermuthet/ daß es seyn sollen/ und doch ist hier keine Verwunderung sondern eine Bestürtzung. (Thomasius, Christian: Ausübung Der SittenLehre. Halle (Saale), 1696, nach DTA). - Ein Schlangenweib kam mit einem Gefolge von ein Dutzend andern, theils erwachsnen, theils noch sehr iungen, und wolten denen, welche den in dem Netze gefangenen Schlangenmann umgaben, auf den Hals fahren. (Rétif de La Bretonne, Nicolas-Edme: Der fliegende Mensch. Übers. v. Wilhelm Christhelf Siegmund Mylius. 2. Aufl. Dresden u. a., 1785, nach DTA).
  • auf den Hals gefangen (sein, sitzen, liegen)Da Petrus auff den Halß gefangen saß / vnd Menschlicher weise also verwaret war / daß er nicht loß kommen konte / Er schlieff zwischen zweyen Kriegsknechten / er war mit Ketten gebunden / es waren etliche Wechter fürm Gefengniß / und für den Wechtern war ein Eiserne Thür / Doch weil die Gemein / der GOtt sein gegenwart versprochen / zu Gott ohn vnterlaß betet / wird er loß / die Hüter zwischen denen er sitzet / müssens verschlaffen / die Ketten fallen von seinen Henden / die beyde Wachte müssens nicht hören vnd vernehmen / daß er loß kömpt / die Eiserne Thür muste sich selber auffthun. (Sattler, Basilius: Encoenia Riddageshusana: Eine christliche Predigt, gethan in der Kirchen des Closters Riddageshausen, als ... ein newer Pastor eingeführet. Helmstedt, 1610, nach DTA).
  • auf den Hals kommenEin jeglicher trug jhnen sein Losament an/ mit solchen Diensten vnd Auffwartungen/ daß man für Fröligkeit an die Macht deß Feindes/ der jhnen mehr vnd mehr auff den Hals kam/ kaum gedachte. (Barclay, John (Übers. Martin Opitz): Johann Barclaÿens Argenis Deutsch gemacht durch Martin Opitzen. Breslau, 1626, nach DTA). - Nun werden Sie mir auf den Hals kommen, werden mich in Ihre Gesellschaften ziehen; da werd' ich reden und lachen sollen, an schönen Tagen mit ihnen spatzieren gehn, und bey Regenwetter wohl gar Karte spielen. (Kotzebue, August von: Menschenhaß und Reue. Berlin, 1790, nach DTA). - "Drohenden Gefahren", sagt Bernstein, "sucht es womöglich dadurch zu entgehen, daß es in gerader Richtung schnell davon läuft, und nur wenn ihm ein Feind ganz unerwartet auf den Hals kommt, entfliegt es in niedrigem, wachtelähnlichen, schnurrenden Fluge, läßt sich jedoch bald wieder nieder und setzt seine Flucht nun laufend weiter fort." (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 4. Hildburghausen, 1867, nach DTA).
  • auf den Hals ladenOb nun gleich diese Vermahnungen vnd Warnungen der Mönche bey den Spaniern vergeblich waren/ vnd nicht allein kein Frucht vnd Wirckung hatten/ sondern sie jhnen viel mehr dadurch Feindschafft/ Neid vnd Haß schöpfften/ vnd auff den Halß luden. (Gottfried, Johann Ludwig: Newe Welt Vnd Americanische Historien. Frankfurt (Main), 1631, nach DTA). - Daß man seine Diener, sonderlich die Lehn-Laquaien, nicht allzuhart tractire, und durch Schimpff-Worte oder vieles Prügeln zur Desperation bringe, auch ihnen den verdienten Lohn nicht zurück halte, und GOttes Strafe sich auf den Hals lade, oder auch wohl dadurch sich unbesonnen in Leib- und Lebens-Gefahr stürtze. (Tschirnhaus, Ehrenfried Walther von: Getreuer Hofmeister auf Academien und Reisen. Hrsg. v. Wolfgang Bernhard von Tschirnhaus. Hannover, 1727, nach DTA). - Die jetzige deutsche Centralgewalt hat sich aber nach allen Seiten hin schon in ihren ersten Lebensregungen so viel Schmach auf den Hals geladen, so viel Verhöhnung erduldet, daß sie selbst unter den Kinderspott herabgesunken ist. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 164. Köln, 9. Dezember 1848, nach DTA).
  • auf den Hals legenDarumb er fich erbarmte/ Sein Siegs-gewohntes Schwerdt durch GOttes Krafft bearmte und nach dem Joche hieb/ das von der Päbstlerey War auf den Halß gelegt. (Celadon von der Donau [i. e. Greflinger, Georg]: Der Deutschen Dreyßig-Jähriger Krjeg. [s. l.], 1657, nach DTA). - Der Ehestand ist ja nicht vor ein Joch anzusehen, der einem jeden wider seinem Willen auf den Hals geleget werden müste. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Berlin, 1728, nach DTA).
  • auf den Hals schiebenMein Natur will ihrem Eigenwillen nicht sterben? das ist ihr ehrbarlicher Sinn, und wird sich schwerlich eines anderen bereden lassen, und wohl lieber alle Sünden Christo, der ja deßwegen gestorben, auf den Hals schieben, und ihre Aenderung auf eine andere Zeit verspahren. (Lutz, Samuel: Ein Wohlriechender Straus Von schönen und gesunden Himmels-Blumen. Basel, 1736, nach DTA). - (Hört!) Auch scheint es mir ungerecht, daß die Regierung, nachdem sie den Opiumhandel längere Zeit nicht nur geduldet, sondern auch zu fördern gesucht hat, jetzt die ganze Sache jenen Kaufleuten auf den Hals schieben, und sie für Unternehmungen, die sie erlaubt hielten, als Opfer eines neuen Systems fallen lassen soll. (Allgemeine Zeitung. Beilage zu Nr. 142. Stuttgart, 21. Mai 1840, nach DTA).
  • auf den Hals springenDer König erfuhr solches zeitig/ foderte sie vor sich/ und mit halbnassen Augen sagte er zu ihr: Mein Herzen Valißken/ wie daß du nicht vor dem wütigen Ochsen dich scheuhetest/ und ihm gar auff den Hals springen durfftest? (Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659, nach DTA). - Welches aber eine natürliche katze anno 1604. den 18. Januarii gewesen/ die in die kirche aus dem hospital gekommen/ und den leuten etwa auff den halß gesprungen/ darüber sie geschrieen und ein lermen worden. (Arnold, Gottfried: Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie. Bd. 2 (T. 3/4). Frankfurt (Main), 1700, nach DTA).
  • auf den Hals tretenJn solcher Knechtschafft sind wir gewesen vnter dem Antichrist/ das ist der König Apollyon; da die Päpste die höchste Häupter waren/ vnd sie dermassen discipliniret/ daß sie es empfunden/ grossen Herren/ Potentaten vnd Käysern auff den Hals getretten/ dieselben barfuß vor dem Losament im kalten Winter auffwarten/ auch gar zur Buß grosse Könige mit Ruthen peitschen lassen. (Dannhauer, Johann Conrad: Catechismus Milch. Bd. 5. Straßburg, 1654, nach DTA). - Endlich ist auch noch dieses vor eine sehr heßliche Gewohnheit anzusehen, da einige den Gebrauch an sich haben, daß sie dem andern, entweder wenn sie mit ihm discouriren, so nahe auf den Hals treten, daß sie ihm fast in das Gesichte geifern und sprudeln, und den andern dadurch von sich und zurück treiben, oder ihn auf eine pedantische Weise die Knöpffe an dem Rock oder der Veste herumdrehen. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Berlin, 1728,, nach DTA).
  • auf den Hals wünschenDenn Agbarus führte das Römische Heer in ein rechtes Sand-Meer Aßyriens/ wo weder Laub/ noch Graß/ noch Wasser zu sehen war/ weßwegen ihm auch die verschmachtenden Römer nicht nur als einem Betrüger/ sondern auch/ der den Crassus durch Zauberey aller Vernunfft beraubet hätte/ alle böse Flüche auf den Hals wüntschten. (Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, nach DTA). - Warum sollten wir der Erde noch mehr Dornen und Disteln auf den Hals wünschen, und ihr fluchen? (Hippel, Theodor Gottlieb von: Lebensläufe nach Aufsteigender Linie. Bd. 3,1. Berlin, 1781, nach DTA). - Dieß überlegte meine Mutter nicht, sie glaubte mich tödtlich beschädigt zu haben, und wußte die Verzweiflung darüber nicht stärker auszulassen, als daß sie Buschen, dem Gärtner, der ganzen Gesellschaft, und sogar ihrer Mutter fluchte, und ihnen alles böse auf den Hals wünschte; zwischen diesen Ausschweifungen schmeichelte sie mir und bat mich, nicht böse zu sein. (Wallenrodt, Johanna Isabella Eleonore von: Fritz, der Mann wie er nicht seyn sollte oder die Folgen einer übeln Erziehung. Bd. 2. Gera, 1800, nach DTA).
  • auf den Hals ziehenDenn wer diß Bad Anfangs zum vbermaß brauchet/ darinnen zu lange verharret/ vnd darneben vnmessig vnd vnordentlich lebet/ der kan jhm gar leichte Leber vnd Nieren erhitzen/ Fieber/ Erbrechen/ Hauptwehe/ Grimmen im Leibe/ Krätze vnd andere gefehrliche Kranck heiten auff den Halß ziehen. (Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, nach DTA). - Wird ein Handels-Diener/ um Schulden einzucassiren/ von seinem Patron ausgesandt/ so halte er sich mit Rechnung und Beweiß parat, mit welchen er seine Schuld-Forderung justificiren könne/ alsdann erwehle er erst den Weg der Güte/ wie dann seine Instruction und Vollmacht mehrentheils also lauten wird/ damit er nicht seinem Principali einige Ungelegenheit auf den Hals ziehe. (Marperger, Paul Jacob: Getreuer und Geschickter Handels-Diener. Nürnberg u. a., 1715, nach DTA). - Und ich habe eine Ahnung, dieses Scheusal von einem Menschen wird sie uns noch auf den Hals ziehen, um sein Müthlein an uns zu kühlen. (Kurz, Hermann: Der Sonnenwirth. Frankfurt (Main), 1855, nach DTA).

mit 'auf' + Dat.

  • auf dem Hals habenDaß er sein Volck ruhig liesse/ vnd sich auß dem Land trollet/ oder er würde bald ein Vnglück auff dem Halß haben. (Gottfried, Johann Ludwig: Newe Welt Vnd Americanische Historien. Frankfurt (Main), 1631, nach DTA). - Dieser Anschlag aber gerieth so übel, daß die Armee Iulianum zu Paris + zum Kaiser ausrieff : da denn Constantius, der den Persischen Krieg auf dem Halß hatte, sich in einige Tractaten mit ihm einließ. (Mascov, Johann Jakob: Geschichte der Teutschen. Bd. 1. Leipzig, 1726, nach DTA). - Die 500 in Produktionsmitteln aber, die I auf dem Hals hat, sind nicht in Waarenform existirender Mehrwerth; sie sind an der Stelle der vorgeschossnen 500 £ Geld da, die I. besass neben seinem Mehrwerth von 1000 £ in Waarenform. (Marx, Karl: Das Kapital. Bd. 2. Buch II: Der Cirkulationsprocess des Kapitals. Hamburg, 1885, nach DTA).
  • auf dem Hals tragenEs sind jhrer etliche/ welche allezeit ein Bogen vnd Flitzpfleil auff dem rück tragen/ darauff sie vber die massen wol abgericht sind/ noch sind jhrer etliche/ welche lange Spieß tragen / auch tragen etliche Röhren auff dem Halß/ haben die Lunden allezeit brennen/ vnd vmb den Arm gewunden/ sind die besten Büchsenläufft/ dergleichen man in gantz Europa nit besser finden möchte (Beatus, Georg: Amphitheatrvm Naturae, Schawplatz Menschlicher Herzlichkeit. Frankfurt, 1614, nach DTA).

mit 'aus'

  • aus dem Hals stinkenVonn Cairo auß biß zu dem Berg Sinay/ hat man von acht biß inn zehen Tag/ durch lauter Wüsten vnd Oednuß zuraisen/ allda man bißweilen jnnerhalb fünff/ vnd darüber Tagraiß/ vber ein oder zweymal nit Wasser finden thut/ welches Wasser auch also vast nach dem Schwefel schmecket/ daß es einem den gantzen Tag auß dem Halß stincket/ derhalben so ist von nöten/ daß sich einer mit einem Vtre (welches ein grosse Bock oder Gaißhaut ist) versehe/ welche er zu Cairo mit gutem gestandnen vnnd allbereit klarem Wasser/ auß dem Nilo einfüllen/ vnd sich desselbigen auff der gantzen raiß gebrauchen kan. (Walter, Bernhard: Beschreibung Einer Reiß auß Teutschland biß in das gelobte Landt Palæstina. München, 1609, nach DTA). - Und ausserdem, Danton, sind wir lasterhaft, wie Robespierre sagt, d. h. wir genießen; und das Volk ist tugendhaft, d. h. es genießt nicht, weil ihm die Arbeit die Genußorgane stumpf macht; es besäuft sich nicht, weil es lein Geld hat, und es schweift nicht aus, weil es nach Käse und Häring aus dem Hals stinkt, und die Mädel davor einen Ekel haben. (Büchner, Georg: Danton's Tod. Frankfurt (Main), 1835, nach DTA).

mit 'bei'

  • beim Halse ergreifen/nehmenGOtt hat mich zu nichte gemacht; Er hat mich beym Halse genommen und zustossen / und hat mich Ihm zum ziel auffgerichtet; Er hat mich umbgeben mit seinen Schützen; Er hat meine Nieren gespalten / und nicht verschonet; Er hat meine Gallen auff die Erde geschüttet; Er ist an mich gelauffen als ein Gewaltiger. (Lütkemann, Joachim: Der frommen Kinder Gottes Zeitliches Leiden und ewige Herrligkeit ... Braunschweig, 1654, nach DTA). - Hierüber riß mein Gedult- Faden plötzlich entzwey, also nahm ich den frechen Buben beym Halse, riß ihn zu Boden und klopfte seine Nase mit der vollen Faust so lange, bis sein Gesicht, ebenfalls über und über mit Blut gefärbet war. (Gisander [i. e. Schnabel, Johann Gottfried]: Wunderliche Fata einiger See-Fahrer. Bd. 2. Nordhausen, 1737, nach DTA). - Und damit ergriff er Georg rückwärts beim Halse und schleuderte ihn ein paar Schritte weit zu Boden, daß Sand und Geröll aufstob. (Saar, Ferdinand von: Novellen aus Österreich. Heidelberg, 1877, nach DTA).

mit 'bis an'

  • bis an den Hals eingraben/verscharrenEtliche aber haben ein andere weiß/ dann wann sie jhre Knecht also jämmerlich vnd erbärmlich zugerichtet haben/ stossen sie dieselbige in eine Gruben darzu bereitet/ darinn verscharren sie dieselben biß an den Halß/ vnd lassen sie also die Nacht darinnen stehen/ dieses brauchen sie gleich für ein Artzeney/ vnd geben für/ wie das kühle Erdtreich das gerunnen Blut zertheyle/ außsauge/ die Striemen vnd Wunden geschwinder heyle/ vnnd den Leib wider zu recht bringe. (Gottfried, Johann Ludwig: Newe Welt Vnd Americanische Historien. Frankfurt (Main), 1631, nach DTA). - So war ein gewisser Bauer nicht weit vom Bromberg in Pohlen/ der curirte die von denen Frantzosen oder Morbo Gallico inficirte Leuthe mit Pferde-Mist/ in welchen er sie biß an den Halß eingrub/ darinnen die Patienten drey Tage lang ausdauren musten. (Ettner von Eiteritz, Johann Christoph: Des getreuen Eckarths Medicinischer Maul-Affe Oder der Entlarvte Marckt-Schreyer. [2. Aufl.]. Frankfurt (Main), 1719, nach DTA). - Stürzt er betäubt herab, so wird die Wunde gleich ausgesogen; alsdann begraben sie ihn bis an den Hals in die Erde und flößen ihm eine starke Auflösung salpeterhaltiger Erde und Zuckerrohrsaft ein. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 1. Hildburghausen, 1864, nach DTA).
  • bis an den Hals im Wasser stehen/ins Wasser springenJn was betrübtem Zustandt sie damahls gewesen/ ist leichtlich zuermessen/ sintemahl sie nichts anders zuerwarten hatten/ als daß sie einander daselbst jämmerlich müsten sehen sterben/ weil es jhnen vnmöglich war/ wider zu Schiff zukommen/ befunden sich vber das auch ohne Zimmerleute/ Jnstrument/ Speiß vnd Holtz/ welches daselbst so gar nit vorhanden/ daß sie hetten mögen ein Fewer machen/ sich zu trückenen/ weil sie biß an den Halß/ den Nachen herauß zuholen/ im Wasser gestanden/ vnd also nicht allein durchauß naß worden/ sondern auch von Kälte so gar erstarret/ daß sie fast nichts mehr angreiffen kondten/ derhalben sie nicht allein kleinmütig/ sondern fast gar verzweiffelt waren. (Gottfried, Johann Ludwig: Newe Welt Vnd Americanische Historien. Frankfurt (Main), 1631, nach DTA). - Es war um 1 Uhr des Morgens, ehe der Czar das Land erreichen konnte, und da es nicht möglich war, in den Hafen, oder mit dem Bothe nahe an das Ufer zu kommen, so sprang er bis an den Hals ins Wasser, watete bis ans Ufer, und gieng in seinen nassen Kleidern bis an das Thor. (Bruce, Peter Henry: Des Herrn Peter Heinrich Bruce [...] Nachrichten von seinen Reisen in Deutschland, Rußland, die Tartarey, Türkey, Westindien u. s. f. Leipzig, 1784, nach DTA).

mit 'für'

  • für Hals und Freiheit fechtenSie sezen ihr Leben an zehen Kreuzer, fechten wir nicht für Hals und Freyheit? (Schiller, Friedrich: Die Räuber. [Stuttgart], Frankfurt u. a., 1781, nach DTA). für ein freies Leben kämpfen

mit 'in' + Akk.

  • unrecht (etw. in den unrechten Hals kriegen)Du sollst, wenn du issest, und den Mund voll hast, nicht reden, und nicht einmal Gesundheit sagen, wenn Jemand niest, damit dir nichts in den unrechten Hals kömmt. (Hundt-Radowsky, Hartwig: Die Judenschule, oder gründliche Anleitung, in kurzer Zeit ein vollkommener schwarzer oder weißer Jude zu werden. Bd. 2. Jerusalem [i. e. Aarau], 1822, nach DTA). sich verschlucken

mit 'in'+ Dat.

  • im Halse bleibenDer Doctor nimmt einen Löffel mit Bier/ schüttet eine ziemlich Quantität Pillen ein und giebt sie dem Canditato, der Canditatus schlingt das Bier ab/ die Pillen bleiben ihm im Halse/ (Ettner von Eiteritz, Johann Christoph: Des getreuen Eckarths Medicinischer Maul-Affe Oder der Entlarvte Marckt-Schreyer. [2. Aufl.]. Frankfurt (Main), 1719, nach DTA).
  • im Halse brennenDiesen Pfeffer / der ja so sehr auf der Zungen / und im Halse / brennet / wie der runde / gebraucht man allda nicht zur Speise: sondern zur Artzney / allermeist wider den Gift; dem er auch kräfftig widerstehet / und daher theurer / denn der ander / verkaufft wird. (Saar, Johann Jacob: Ost-Indianische Funfzehen-Jährige Kriegs-Dienste. Nürnberg, 1672, nach DTA).
  • es im Halse habenJst ein zitternder Tremul und schlechte Bewegung oder Nicken des Halses und der Gurgel bey der letzten Note einer Clausel, welches mehr ein Fehler als ein Kunststück des Singens ist, und gemeiniglich von alten Sängern, welche wegen des steten Athems die Gurgel nicht wohl mehr regieren können, gebraucht wird, absonderlich von den Baßisten, welche von Natur kein gutes Trillo im Halse haben; denen man es zu gute halten muß, wenn sie es nur nicht in der Cadenz und letzten Schluß-Note anbringen. (Trichter, Valentin: Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-Lexicon. Leipzig, 1742, nach DTA).
  • im Halse herumtobenBei großer Gier schluckt er kleinere Schlangen oft, ohne sie vorher im geringsten zu bearbeiten; sie toben noch lange im Halse herum, huschen auch leicht, wenn er sich rasch bückt, um eine neue Beute zu greifen, wieder heraus, sodaß, wenn er auf freiem Boden mehrere Schlangen vor sich hat, recht lustige Jagden entstehen. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 4. Hildburghausen, 1867, nach DTA).
  • im Halse klebenWill ich sie in Bier oder Wasser einnehmen/ so schlinge ich den Liquor ab/ und die Pillen bleiben mir im Halse kleben/ und verursachen mir allerhand Verdruß. (Ettner von Eiteritz, Johann Christoph: Des getreuen Eckarths Medicinischer Maul-Affe Oder der Entlarvte Marckt-Schreyer. [2. Aufl.]. Frankfurt (Main), 1719, nach DTA).
  • im Halse leidenAber da, wo sie immer hin scheinen kan, ist gleich ein solcher feiner dürrer Staub, daß man wieder davon in den Augen und im Halse leidet. (Sander, Heinrich: Beschreibung seiner Reisen durch Frankreich, die Niederlande, Holland, Deutschland und Italien. Bd. 2. Leipzig, 1784, nach DTA).
  • im Halse stecken bleibenDie Oration blieb im Halse stecken/ und wolte nicht fort. (Schupp, Johann Balthasar: Schrifften. Hrsg. v. Anton Meno Schupp. [Hanau], [1663], nach DTA). - Dieses ist ein sonderbares Essen/ und nicht jeder Köchin bekannt/ dienet insonderheit für Gäste/ und kan solches in Mangel der Vögel/ in deroselben statt aufgetragen werden/ und hat man diesen Vortheil darvon/ daß es bald gemachet/ wenig kostet/ und keinem die Beine darvon im Halse zu stecken kommen. (N. N.: Die Curieuse [...] Köchin. Nürnberg, 1706, nach DTA)
  • im Halse würgenGustav merkte, wie ihm die Thränen in die Augen traten, es würgte ihn im Halse, es kitzelte ihn an der Nase. (Polenz, Wilhelm von: Der Büttnerbauer. Berlin, 1895, nach DTA).

mit 'mit'

  • mit dem Halse beginnenDann fressen sie das Thier an und beginnen gewöhnlich mit dem Halse; bei etwas größeren Thieren, wie bei großen Ratten, Hühnern u. s. w., wird beim Tödten nicht einmal die Halshaut, welche zähe ist und nachgiebt, durchschnitten, sondern erst später." (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 1. Hildburghausen, 1864, nach DTA).
  • mit dem Halse an etw. bindenUnd nach dem sie ihm Hände und Füsse gebunden / bunden sie ihn mit dem Halse an den Kamin/ also daß er gantz aufgerichtet hieng/ und weder sitzen/ noch sich anlehnen kunte. (Richter, Christoph Philipp: Spectaculum Historicum. Historisches Schauspiel. Jena, 1661, nach DTA).
  • mit dem Hals bezahlenDieser sahe daß ihm der Weg verleget wahr/ zweiffelte zwar am Siege nicht/ weil er die unsern an Mannschaft übertraff; nur besorgete er/ dz auf diese weise das Fräulein ihm möchte entrücket werden/ versuchte deßwegen noch einmahl/ in güte zuerhalten/ daß er seinen Weg ungehindert möchte fortsetzen/ mit äidlichem Versprechen/ er wolte hernach den unsern gedoppelt zuwillen seyn; dafern sie ihm aber sein Glük würden verhindern/ müsten sie es alle mit dem Halse bezahlen. (Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659, nach DTA).
  • mit dem Halse nickenAm Morgen weckte ihn das muntre Girren der Tauben vor seinem Fenster, die manchmal in seine Stube hineinsahen und mit den Flügeln schlugen, dann wieder wegflogen und bald wieder kamen, um mit dem Halse nickend vor ihm auf und abzugehn. (Tieck, Ludwig: Franz Sternbalds Wanderungen. Bd. 1. Berlin, 1798, nach DTA).
  • mit dem Halse schließenWeren sie etliche Stunden länger auff der See blieben/ hätten sie die langweilige / mühtselige und gefährliche Reise/ endlich mit den Halse schliessen/ und weiters büssen müssen. (Walther, Johann: Tempe Historica [...] Lust- und Schauplatz [...] anmuthiger und wolrichender Blumen. Jena, 1669, nach DTA).
  • mit dem Halse zu tun habenIch hab's wieder mit dem Halse zu thun. (Hauptmann, Gerhart: Fuhrmann Henschel. Berlin, 1899, nach DTA).

mit 'über' + Akk.

  • über den Hals bittenUnd solches hat uns unser Gott nicht allein in seinem Heiligen Wort gedräuet/ sondern auch hieselbst in diesem Gebeht befohlen/ daß wir uns selbst Gottes Straffe über den Halß bitten sollen/ wann wir unsern Beleidigern nicht vergeben wollen; dann wir müssen ja außdrüklich sprechen. (Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlich: Teutschen Königes Herkules und der Teutschen Königin Valiska Wunder-Geschicht. Bd. 2. Braunschweig, 1660, nach DTA).
  • über den Hals bringenWelche sie bey aller Posterität zu gewarten / durch Hindansetzung der Keyserlichen / jhnen so offt angebottenen Gnad / jhnen selbs vber den Halß brächten / (Abelin, Johann Philipp: Theatrum Europaeum, Oder Außführliche/ und Wahrhaftige Beschreibung aller und jeder denckwürdiger Geschichten. Frankfurt (Main), 1635, nach DTA). - Es war aber der Bann eine schwere über gewisse Verbrechen gesetzte Strafe, welche in der Ausschliessung von der bürgerlichen und kirchlichen Gemeinschaft bestunde, ihre gewisse Stuffen hatte, und denen, wider welche sie vollzogen ward, allerhand Ungemach über den Hals brachte; es mochte nun wider Schuldige oder Unschuldige gehen. (Lange, Joachim: Apostolisches Licht und Recht. Bd. 1. Halle, 1729, nach DTA). - "Höre, alter Freund Daniel! lange habe ich dich fragen wollen, was hältst du denn von dem verworrenen Kram, den uns Huberts sonderbares Testament über den Hals gebracht hat? (Hoffmann, E. T. A.: Nachtstücke. Bd. 2. Berlin, 1817, nach DTA).
  • über den Hals fallenMarbod ward hier über nicht wenig bekümmert; weil die Alemannische Fürstin Vocione mit denen streitbaren Catten feste verknüpfft war/ und also ihm nicht nur dieser grosse Schwall der Völcker leicht auf einmahl hätte über den Hals fallen/ sondern auch die Marckmänner und Sedusier/ welche ohne diß nach der ersten Alemannischen Herrschafft seuffzeten/ von ihm abtrinnig machen können. (Lohenstein, Daniel Casper von: Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann. Bd. 1. Leipzig, 1689, nach DTA). - Einige Souverains werden von ihren Alliirten grösten Theils verlassen, wenn sie nehmlich säumig sind, ihnen die versprochenen und accordirten Subsidia zu entrichten, oder schicken ihnen die Auxiliar-Trouppen nicht zu rechter Zeit zu, so daß ihnen die gantze Krieges-Last weit empfindlicher über den Halß fällt als den andern, diese können sich denn bey so gestallten Sachen nicht besser helffen, als daß sie den andern drohen, sie würden genöthiget werden mit dem Feinde einen Particulier- Frieden zu schlüssen, dafern sie ihnen nicht die versprochene Assistenz gönnen wollten. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der großen Herren. Berlin, 1729, nach DTA).
  • über den Hals führenDas solte mir der Nachbar wohl bleiben lassen/ sagte der ander/ ich wolte ihm einen Advocaten über den Hals führen/ daß er des Hütens vergessen solte: oder genauer davon zu kommen/ ich wolte ihn pfänden/ daß er nicht einen Kälberfuß solte zurück bekommen. (Weise, Christian: Die drey ärgsten Ertz-Narren. 2. Aufl. 1672, nach DTA).
  • über den Hals geschickt werdenWahr ist es daß vns offt der Teuffel/ vnd böse Leut vber den halß geschickt werden/ (Schreier, Johann Christoph: Calix in manu Domini. Straßburg, 1614, nach DTA).
  • über den Hals hüllenDises Pflaster ist vor alle Geschwulsten/ absonderlich aber wann einem Menschen der Halß wehe thut/ vnd daß man sich der Angina befürchtet/ oder die Mandel geschwollen seyn/ soll man von disem Pflaster auff ein Tüchl streichen/ vnd über den Hals hüllen oder legen. (N. N.]: Ein Koch- Und Artzney-Buch. Zweite Aufl. Grätz, 1688, nach DTA).
  • über den Hals kommenDeß Maillards Gesell/ welcher der erste den Edelman hatte sehen wider kommen/ merckete wol/ daß kein gute Lufft mehr für sie were/ allda länger zu bleiben derhalben suchete er allgemach Gelegenheit sich darvon zu machen/ gab auch dem andern ein Zeichen/ daß er solte sehen/ daß er durch das Volck darvon käme/ sonsten würde jhm eim grosses Vngewitter vber den Halß kommen. (Calvi, François de: Beutelschneider/ Oder Neue/ warhaffte/ und eigentliche Beschreibung Der Diebs Historien. Bd. 2. Frankfurt (Main), 1627, nach DTA). - Als nun dieses auch den Lot, als bisherigen Einwohner zu Sodom, betroffen hatte, und Abraham im gelobten Lande von GOTT bereits dergestalt gesegnet worden war, daß er nach damaliger Art schon gleichsam einen kleinen Fürsten abgab, so wurde er von GOTT mit einem be- sondern Heldenmuthe also angethan, daß er von denen zu seiner weitläuftigen Oeconomie gehörigen Leuten in aller Eil dreyhundert und achtzehen Mann bewafnete, den Feinden nachsetzte, ihnen auch gantz unvermuthet des Nachts über den Hals kam, sie theils schlug, theils verjagte, und alles Volck mit ihrer Habe wieder zurück brachte und darunter insonderheit den Lot. (Lange, Joachim: Des Apostolischen Lichts und Rechts. Bd. 2. Halle, 1729, nach DTA). - Wären die uns vorher über den Hals gekommen, so hätte sich ein sauberes Ungewitter über uns zusammen gezogen. (Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 2. Berlin, 1812, nach DTA).
  • über den Hals ladenWas ich allhier in diesem Philosophischen Discurs engezogen/ hätte ich wol können verbleiben lassen/ dann ich gar wol weis/ daß bey dem Vnwissenden Hopffen vnd Maltz verlohren ist/ vnd ich mir nur ein haussen Ignoranten vnd boßhafftige Farnerische Gesellschafft über den Hals lade/ welche ich zwar gar nicht achte. (Glauber, Johann Rudolph: Philosophi & Medici Celeberrimi Opera Chymica. Frankfurt (Main), 1658, nach DTA). - Daß der Ceremoniel-Wissenschafft erlaubet sey, ohne Abbruch der Wahrheit und Tugend, und ohne sich einen allzu grossen Haß über den Halß zu laden, solche Sätze den äußerlichen Wesen der menschlichen Handlungen vorzuschreiben, die aus der Vernunfft und Tugend fließen, oder doch derselben nicht zuwider sind, ist wohl eine ausgemachte Sache. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Berlin, 1728, nach DTA).
  • über den Hals laufenSo lächerlich es wäre, wenn man manchen, der nicht gewohnt ist, viel Cavaliers in seinem Vorgemach stehen zu sehen, die auf ihn warteten, über den Hals lauffen wolte, so übel würde es hingegentheils von manchen Premier-Ministre eines grossen Königlichen Hofes aufgenommen werden, wenn man sich bey ihm durch seinen Laquay, nach einem gewöhnlichen Compliment, wolte lassen anmelden. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Berlin, 1728.nach DTA).
  • über den Hals legenDen Schmertzen vertreibt Gummi Armoniak/ mit Honig/ wie ein dinnes Sälblein abgetrieben/ und auswendig/ wie ein Pflaster/ über den Hals gelegt. (Zeiller, Martin: Centuria II. Variarvm Quæstionum. Bd. 2. Ulm, 1659, nach DTA).
  • über den Hals leitenWas noch mehr ist/ dienen unsere Heupter hierunten auf Erden/ nicht zu einem Blat/ worauf der Himmel all unseren begangenen Lastern zur Rach gefertigte Pfeile abdrükket; Wier mögen Uns nun/ wie wier wollen/ zu verbergen/ oder zu entfliehen unterstehen/ so kan Er Uns doch/ wann es Jhme gefällig/ ergreifen und zernichten: darüber zu murren/ ist nichts anders/ als einen Untergang über den andern/ Uns gäntzlich zu unterdrükken/ über den Hals leiten. (Butschky, Samuel von: Die Hochdeutsche Kantzeley. Breslau u. a., [1652],nach DTA).
  • über den Hals redenRedet euch ja nichts über den Hals. (Goeze, Johann August Ephraim: Zeitvertreib und Unterricht für Kinder vom dritten bis zehnten Jahr in kleinen Geschichten. Bd. 2. Leipzig, 1783, nach DTA).
  • über Hals und Hand richtenvnd ob wir wohl dem Kriegs gebrauch nach/ wenn zu mahl vnsere Besatzungen der Residentz vnd anderer örther starck/ vnd mit genugsamen officirern nach gelegenheit der zeithen versehen sindt/ dem gewöhnlichen Kriegsrecht stadt geben/ vnd auch über Halß vnnd Hand durch vnser Ober Commendanten vnnd seine vnterofficirer richten lassen wollen/ (Seckendorff, Veit Ludwig von: Teutscher Fürsten Stat. Frankfurt (Main), 1656, nach DTA). die Todesstrafe oder Gefängnis verhängen
  • jmdm. etw. über den Hals schickenWir aber haben zu bedencken/ was Gott sagt/ Du solt nicht tödten; und was zun Römern im 13. Capitel stehet; sonderlich weil die Tyrannen für ein Geisel Gottes/ wegen der Sünde/ dem Volck über den Hals geschickt/ zu halten seyn: die gleichwol auch/ wann sie ihres Gewalts mißbrauchen/ der Göttlichen Rach nicht werden entfliehen können: Zu geschweigen/ daß sie stäts ein unrühiges Gewissen haben.(Zeiller, Martin: Centuria II. Variarvm Quæstionum. Bd. 2. Ulm, 1659, nach DTA). - Wie froh sollt du also seyn, wann dir die erbarmende, bewahrende, ewige Liebe den Kosten erspart, und dir den Rechten über den Halß schickt, alldieweil du doch immer den unrechten erwehlest, der dir dein eigen Leben nicht scharff angreifft, und den alten Adam nur obenhin streichlete, und kützelte; dann die listige Natur stirbt nimmer mit Freuden! (Lutz, Samuel: Ein Wohlriechender Straus Von schönen und gesunden Himmels-Blumen. Basel, 1736, nach DTA). - Wir stimmen gern damit überein, daß man noch einen Versuch macht, um dem Lande den Werth jenes Wahlgesetzes zu zeigen! aber man sollte doch jene Wühler nicht dem Lande wieder über den Hals schicken, um aufs Neue dasselbe zu vergiften, sondern ohne Weiteres diesmal jene politischen Verräther fassen und der Gerechtigkeit überliefern, der sie leider durch ihr Kammerprivilegium schon zu lange entzogen waren. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 285. Köln, 29. April 1849. Zweite Ausgabe, nach DTA). jmdm. ein Unglück/Arbeit aufladen
  • über den Hals schüttenArmada, welche zwar deß Feinds seiner/ nicht zuvergleichen gewesen/ das Schwedische Volck/ mit grossem Verlust/ auch Jhres eignen Königs/ das Feldt quittiert/ so hat doch Friedländer sich dessen nicht gebraucht/ sondern das Feldt/ vnd durch deß Feinds Abzug erhaltene Walstadt/ selbst auff geben/ seine eigene/ vnd die vom Feind gewunnene ansehenliche Artilleria, im stich gelassen/ vnd gantz vnnersehener weise/ die Flucht genommen/ vnd den gantzen Last/ der Winter Quartier/ dem Königreich Böheim/ vnnd andern Jhre May. Ländern/ wiederumb vber den Halß geschüttet. (Wartmann, Sigismund Friedrich: De Statv Pertvrbato Germaniae et Franciae Vnpartheyischer wolmeynender Theologo-Politicorum Discvrssvvm, Vierter vnd letzter Theil. Frankfurt (Main), 1652, nach DTA).
  • über den Hals sendenDas ist/ ich sende ihnen Widerwärtigkeiten über den Hals. (Santa Clara, Abraham a: Grammatica Religiosa, Oder Geistliche Tugend-Schul. Köln, 1699, nach DTA).
  • über den Hals setzenAber des Hoffmeisters wegen/ werde ich nimmermehr einwilligen können; Was solte diß für eine Freyheit seyn/ wenn wir uns auffs neue Vbel-Auffseher über den Hals setzen liessen/ wir würden gebundener/ als noch in Schulen leben müssen. (Schoch, Johann Georg: Comoedia Vom Studenten-Leben. Leipzig, 1658, nach DTA).
  • über den Hals springen10. Springe eben so über der Hals mit gleichen Füßen/ und stoße abe/ wie du hinten mit gleichen Füßen über gesprungen bist/ nur daß du die lincke Hand auf des Pferdes Hals legest diese drey Sprünge geschehen alle auf des Pferdes Lincker Seite. (Pasch, Johann Georg: Kurtze iedoch gründliche Beschreibung Des Voltesirens. Halle (Saale), 1660, nach DTA).
  • über den Hals wachsenHabt ihr dann schon vergessen die Vermaledeyung/ welche dem Cham über den Halß gewachsen/ vmb weilen solcher seinen Vatter Noe nur außgelacht. Clara, Abraham a Sancta: Judas Der Ertz-Schelm. Bd. 1. Salzburg, 1686,nach DTA). – [...] wenn man die Historie von Venedig lieset, so findet man, daß anfänglich eine Monarchie gewesen, sie sind aber dem Principi über den Hals gewachsen, so daß nur ein Simulacrum geblieben. (Gundling, Nicolaus Hieronymus: Discovrs über Weyl. Herrn D. Io. Franc. Bvddei [...] Philosophiæ Practicæ Part. III. Die Politic. Frankfurt (Main) u. a., 1733, nach DTA).
  • über den Hals werfenDas Türckische Kayserthumb vnd dessen/ der gantzen Welt formidable grawsame Macht/ ist eben dardurch zum Stande vnd so grossem Wachsthumb gedien/ daß bey eingerissenem Mißtrawen/ Krieg vnnd Vneinigkeit zwischen den Orientalischen Kaysern vnnd Fürsten/ der Türcke von einem vnd andern Theil zu Hülffe vnd Beystand erfordert/ vnd durch solche Gelegenheit die jenige/ denen er zu Hülffe kommen/ das Joch vber den Halß geworffen/ eine Provintz/ Königreich vnnd Landschafft nach der ander an sich gerissen/ vnnd also den Meister gespielet. (Reinkingk, Dietrich: Biblische Policey. Frankfurt (Main), 1653, nach DTA). - Eine Hochzeit ist eine so wundersame Begebenheit, ein ganz neuer ungewohnter Zustand wird den Verheiratheten so plötzlich wie ein Mährchen über den Hals geworfen, daß man dieses Fest nicht verwirrt und unklug genug anfangen kann, um nur irgend für die Eheleute die plötzliche Veränderung zu motiviren, so daß sie wie in einem phantastischen Traum in die neue Lage hinüber schwimmen, und darum laßt uns nur recht in diese Nacht hinein wüthen, und nehmt keine Einrede von denen an, die sich verständig stellen möchten. (Tieck, Ludwig: Phantasus. Bd. 1. Berlin, 1812, nach DTA).
  • über den Hals wünschenWie dessen Ehe-Weib Elisabeth grosses Leibs gangen/ und kurtz vor der Geburth schwere/ und fast unerträgliche Schmertzen gehabt so hat nit allein der Mann kein einiges Mitleiden spieren lassen/ sondern sie noch hierüberstarck ausgespöttlet und ausgehönet/ welches der armen Haut also zu Hertzen gangen/ daß sie ihme gleiches Elend über den Hals gewunschen/ (Clara, Abraham a Sancta: Judas Der Ertz-Schelm. Bd. 4. Salzburg, 1695, nach DTA).
  • über den Hals ziehenHernacher aber sind sie zu Abgöttischen Tyrannen/ vnd Epicurischen Mastschweinen worden/ welche grosses Vnglück angestifftet vnd dem gemeinen Vatterland groß Vnglück vber den Halß gezogen haben. (Westerfeld, Johann Marcellus: Christliche Leichpredigt. Straßburg, 1613, nach DTA). - Er erkennet wohl, daß vor ihm kein so groß Unheil erwachse, wann er bey einem und dem andern seinem Vermögen, seiner Bequemlichkeit und Zufriedenheit etwas abbricht, als wenn er sich eine fast allgemeine Verachtung und Verspottung über den Hals ziehen solte, und sich vor einem unsinnigen Menschen und Sonderling müste schelten lassen. (Rohr, Julius Bernhard von: Einleitung zur Ceremoniel-Wissenschafft der Privat-Personen. Berlin, 1728, nach DTA).

mit 'über' + Dat.

  • über dem Hals bleibenWir wißen Fälle, da man mit Buchdruckern vor dem Ballen um einen gewißen Preiß zu drucken einig worden ist, dem man hernach mit zwey Drittheil abspeisen wollen, welches sie ohnmöglich thun konnten, folglich blieb ihnen die gantze Auflage über den Halß. (Gessner, Christian Friedrich: Der so nöthig als nützlichen Buchdruckerkunst und Schriftgießerey. Bd. 2. Leipzig, 1740, nach DTA).
  • über dem Hals liegenWem Jobs Vnglück vber dem Hals lieget/ vnd das Vermögen hinweg nimpt/ (Kirsten, Abraham: Angustiae dilatatae. Leipzig, 1620, nach DTA).
  • über dem Halse schwebenDie Bauern in Ulster haben die Gewohnheit, wenn sie vom Wiesenmähen zu Hause gehen, ihre kolossalen Sensen, welche eine Spitze am Griff haben, um sie in die Erde zu stecken, gleich einem Gewehre in die Höhe stehend, auf der Schulter zu tragen, so daß die Schärfe der Sense ganz über ihrem Halse schwebt. (Pückler-Muskau, Hermann von: Briefe eines Verstorbenen. Bd. 4. Stuttgart, 1831, nach DTA).

mit 'um'

  • um den Hals bringenMann von den jhrigen durch die Wilden vberrumpelt vnd vmb den Halß gebracht worden weren/ weil kurtz zuvor etliche Frantzosen alda angeländet/ die sich für Holländer außgeben/ vnd ein gut theil Wilde hinweg geführet/ auch etliche erschlagen hatten/ welche That die Wilden an den Holländern/ wiewol vnschuldigen hätten wöllen rächen. (Gottfried, Johann Ludwig: Newe Welt Vnd Americanische Historien. Frankfurt (Main), 1631, nach DTA). - Nichts was sie von seinen Umständen wissen, bleibt in ihren Gelagen verschwiegen, wenn es auch den Herrn um den Hals bringen könnte. (Richardson, Samuel: Clarissa. Bd. 3. Göttingen, 1749, nach DTA). - Kappore machen, fetzen, umbringen, ermorden, vernichten; Kappore halchenen, umgebracht, vernichtet werden; Kapporetiefe, der Sarg; Kappore zawern, um den Hals bringen, den Hals abschneiden. (Avé-Lallemant, Friedrich Christian Benedikt: Das Deutsche Gaunerthum. Bd. 4. Leipzig, 1862, nach DTA).
  • um den Hals fallendenn da zog Esau dem Jacob entgegen / vnd wolte jhn vbel empfahen / aber Jacob betete zu GOtt / durch das gebet ward Esaus Hertz gantz geendert / das er dem Jacob vmb den Halß fiel / vnd jhn küssete / vnd weinete / (Tuckermann, Peter: HuldigungsPredigt. Gethan zu Braunschweig im Thumb. [s. l.], ca. 1616, nach DTA). - Er fieng hertzlich an zu weinen, als wir ihm fast beyde zugleich um den Hals fielen, so daß sich unsere Freuden-Thränen, mit den seinigen, die von Kummer und Freude zugleich ihren Ursprung nahmen, vermischeten, jedoch da ich dieses merckte, erkannte ich mich schuldig, ihm so gleich, vor allen andern Dingen, zu eröffnen, daß meine Schwester annoch ledig und frey wäre, auch sich wegen des verdrießlichen Petersons nichts mehr zu besorgen hätte. (Gisander [i. e. Schnabel, Johann Gottfried]: Wunderliche Fata einiger See-Fahrer. Bd. 2. Nordhausen, 1737, nach DTA). - Mir schwindelt der Kopf; ich möchte laut aufjauchzen vor Lust und Wonne. O, bitte, bitte, sieh' mich nicht so an, ich muß -- muß Dir sonst um den Hals fallen und Dich küssen, wie vorhin. (Spielhagen, Friedrich: Problematische Naturen. Bd. 2. Berlin, 1861, nach DTA).
  • um den Hals fliegencaressiret eure braut ein wenig, oder wollet ihr, dasz sie euch um den halsz fliege? (Happel Happel, Eberhard Werner: Der Academische Roman. Ulm, 1690, nach DTA). – Man erzählte sich und erzählte sich so lange bis der Bewirther die Flasche vor Hastigkeit hinwarf und Belphegorn um den Hals flog. (Wezel, Johann Carl: Belphegor, oder die wahrscheinlichste Geschichte unter der Sonne. Bd. 2. Leipzig, 1776, nach DTA). - Doch würden alle diese Herrlichkeiten im Halse stecken bleiben, wenn nicht Frontignac von Tailleurs sie hinunterspült und verschiedene Liqueurs von Lemoine sie würzen. (Kotzebue, August von: Erinnerungen aus Paris im Jahre 1804. Bd. 1. Berlin, 1804, nach DTA).
  • um den Hals kommenZuvor wolte die alte Königin/ auß Raht deß Chanteloupe Madame Combalet, deß Cardinals Nichte vnd nechste Blutsfreundin/ auß Pariß lassen nehmen/ dem Momorancy seine Freyheit dadurch zuerzwingen: aber die Thäter waren ohne deren von Combalet Vorbitt alle vmb die Hälse kommen. (Wartmann, Sigismund Friedrich: De Statv Pertvrbato Germaniae et Franciae Vnpartheyischer wolmeynender Theologo-Politicorum Discvrssvvm, Vierter vnd letzter Theil. Frankfurt (Main), 1652, nach DTA). - Also hat der mensch das recht durch den ausdruck seiner gedancken, sein leben, gesundheit, ehre, vermögen und vergnügen zu erhalten, und bey denen fällen, welche ihm daran eintrag thun, zu schweigen, und iener tyranne, welcher den unterthanen verbieten ließ, nicht miteinander zu reden, grief denen unterthanen in ihre natürliche gerechtsame und hatte es seiner thorheit zuzuschreiben, daß das volck sich in dem besitz seines rechts, auf eine solche weise maintenirete, dabey er um den hals kam. (Fabricius, Johann Andreas: Philosophische Oratorie. Leipzig, 1724, nach DTA).

mit 'von'

  • vom Halse lassenDarauff seynd von Prag auß Commissarien / sie wider zu stillen geschickt worden / von denen haben die Bawren drey Begehren gethan: Erstlich / daß man jhnen das Kriegsvolck vom Halß lassen solte / oder doch zum wenigsten jhm aufferlegen wolte / daß sie mit jhrem Weib vnnd Kindern nicht mehr / wie bißhero geschehen / ärger dann vom Feindt tractirt / sondern in Schutz genommen werden möchten. (Abelin, Johann Philipp: Theatrum Europaeum, Oder Außführliche/ und Wahrhaftige Beschreibung aller und jeder denckwürdiger Geschichten. Frankfurt (Main), 1635, nach DTA).
  • vom Halse schaffenReichen Filzen ein Drittheil ihrer Sorgen vom Hals schaffen, die ihnen nur den goldnen Schlaf verscheuchen, das stockende Geld in Umlauf bringen, das Gleichgewicht der Güter wieder herstellen, mit einem Wort, das goldne Alter wieder zurükrufen, dem lieben Gott von manchem lästigen Kostgänger helfen, ihm Krieg, Pestilenz, theure Zeit und Dokters ersparen (Schiller, Friedrich: Die Räuber. [Stuttgart], Frankfurt u. a., 1781, nach DTA).

mit 'zu'

  • zu Hals fahrenJch hett es/ als ichs höhrt'/ ihm hertzlich gern gewehret/ So weist du/ wie Er ist/ wie Er so giftig fähret/ Redt ihm ein Mensche zu der es sehr gütlich meint/ So fährt Er ihm zu Hals' und wird ihm spinne feind. (Neumark, Georg: Poetisch-Historischer Lustgarten. Frankfurt (Main), 1666, nach DTA).
  • jmdm. zu Halse gehender Hypochondrist, .. dem Arzt immer zu Halse gehend, der mit ihm seine liebe Noth hat. (Kant 10, 227).
  • zu Hals ladenvnd dardurch das H. Reich sampt allen benachbarten Königreich vnd Landen / zuvorderst aber der Cron Böheim in ein solch Elendt vnd Blutbadt einstürtzen solten / was für einen Verweiß Sie jhro dardurch bey der Posterität zu Halß laden vnd in was Gefahr Sie sich vnd jhr gantzes Hauß darmit einführen würden (Abelin, Johann Philipp: Theatrum Europaeum, Oder Außführliche/ und Wahrhaftige Beschreibung aller und jeder denckwürdiger Geschichten. Frankfurt (Main), 1635, nach DTA).
  • jmdm. zu Halse laufenEJn Betteler hat ein gülden oder 200. in seinen lumpichten/ zerrissen vnd zerflickten Mantel vernehet/ vnnd doch nichts desto weniger auff der strassen/ städten vnd dörffern das almosen gebettelt/ diesen rechten Bettler spüret einmal ein jungschüfftgen vnd Blütgen/ dz ein mahl mit für Gotha oder Cöln gewesen/ aus/ vnd reitet deß weges/ da dieser vermeinte Betler die leute angeschreiet/ wie er nun dem Jungen Federhansen mit seinem Bettelsack auch zu halß leuffet. (Melander, Otto: [Joco-seria] Das ander theil dieses Schimpff vnd Ernsts. Bd. 2. Lich, 1605, nach DTA).