Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Hals, der
Gen.Sg.Halses
Nom.Pl. Hälse; auch: Hälser
 

SIT: situierende Attribute (Attribute zu Ort und Zeit, zur Abfolge)

  • horizontalBei dem neuen Apparat sind die Scheiben stationär, und rings um ihrer Peripherie befindet sich ein Einschnitt zur Aufnahme des Randes eines horizontalen Halses, welcher an der Spindel der Flechtspule befestigt ist. (Verbesserungen an Flechtmaschinen, welche sich Antoine Perpigna, Advokat zu Paris, einer Mittheilung zufolge am 21. Decbr. 1846 in England patentiren ließ. In: Polytechnisches Journal (Hg. Dr. Johann Gottfried Dingler), Jg. 1848/107, S. 167-169. Stuttgart, 1848, nach DTA).
  • schiefDieses bringt mich auf den Einfall, bey meinem Projecte auch für die engbrüstigen Narren mit triefenden Augen, schiefen Hälsen, und verkrummteu Händen zu sorgen, welche der Pöbel Heilige, und ein vernünftiger Mann heuchlerische Betrüger nennt. (Rabener, Gottlieb Wilhelm: Sammlung satirischer Schriften. Bd. 4. Leipzig, 1755, nach DTA). - Guerin ist dieser Formfehler, gleich dem Klumpfuß, schiefen Hals und Rückgratskrümmungen, Folge von Zurückziehung der Becken und Hüftmuskeln, welche nach den betheiligten Gruppen die verschiedenen Arten dieser Verrenkungen constituiren. (Allgemeine Zeitung. Beilage zu Nr. 42. Stuttgart, 11. Februar 1840, nach DTA).
  • vorgestrecktDie Frau hob wieder den Kopf, lauschte mit vorgestrecktem Hals, mit heftig klopfenden Herzen. (Frapan, Ilse [i. e. Ilse Akunian]: Flügel auf! Novellen. Berlin, 1895, nach DTA).

VAL: evalutive Attribute (Attribute zur subjektiven Einschätzung)

  • allerbester HalsJn dem wir nun Mannheim eingenommen und Franckenthal noch belagert hielten/ und also den Meister in der Pfaltz spielten; sihe/ da schlugen Corduba und der von Anhalt abermal den Braunschweiger und Mannsfelder bey Floreack/ in welchem Treffen mein ausgerissener Mann der Leutenant gefangen/ von den Unserigen erkannt/ und als ein Meineydiger Uberläuffer mit seinem allerbesten Hals an einen Baum geknüpfft worden; Wordurch ich zwar wider von meinem Mann erlöst/ und zu einer Wittib ward; Jch bekam aber so ein hauffen Feinde/ die da sagten: die Strahl-Hex hat den armen Teufel umbs Leben gebracht/ daß ich ihm das Leben gern länger gönnen/ und mich noch ein Weil mit ihm gedulden mögen/ bis er gleichwol anderwärts ins Gras gebissen/ und einen ehrlichern Tod genommen/ wann es nur hätte seyn können. (Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von: Trutz Simplex. Utopia [i. e. Nürnberg], 1670, nach DTA). (in der Redensart jmdn. an seinem allerbesten Hals aufhängen, aufknüpfen)
  • bester HalsMassen es zuletzt/ nach etlichen Jahren / dem Ibrahim/ als Solimann gemerkt/ daß er von ihm geäfft und verleitet wäre/ seinen besten Hals gekostet. (Francisci, Erasmus: Schau- und Ehren-Platz Schriftlicher Tapfferkeit. Nürnberg, 1684, nach DTA). (in der Redensart jmds. besten Hals kosten)
  • bester HalsViele Engländer meynen, der König in Franckreich werde die Gardine des Theatri eben sobald wieder zuziehen, als sie eröffnet worden, nachdem er den Prätendenten nur gezeigt, aus Furcht, dieser Signor werde die Rolle nicht gut spielen, und wohl gar in England seinen besten Hals verliehren; solte aber der Frantzösis. (Der allerneuesten Europäischen Welt- und Staats-Geschichte II. Theil. Nr. XXVII, 14. Woche, Erfurt (Thüringen), 30. März 1744, nach DTA). (in der Redensart seinen besten Hals verlieren)
  • edelNun ist es wahr, nun ist die rasende Zeit, vor der ich mich nicht einmal fürchten wollte. Dich zu lieben sträubt' ich mich; das war ja vernünftig; ich wollte dem Entbehren, dem neuen Missen nicht den edlen Hals beugen; und es war doch edler, das Herz gehen zu lassen. (Varnhagen von Ense, Rahel: Rahel. Bd. 1. Berlin, 1834, nach DTA).
  • schönEs ist ja gantz vmbsonst/ wohin ich mich thu wenden/ Seh ich der Liebsten zier an allen ort vnd enden/ Wann kaum der helle Tag zu Morgens tritt heran/ Wann kaum Aurora kompt von jhrem alten Mann/ So schnell kan mein Gesicht die Stralen nicht erreichen/ Daß ich den klaren schein alsbald nicht solt vergleichen/ Mit meiner Freundin Haar/ so an der Stirn anhebt/ Vnd vmb den schönen Halß vnd zarte Wangen schwebt/ Kompt dann die Sonn herfür/ wenns auffgehört zu tagen/ Vnd leuchtet durch die Lufft mit jhrem Fewerwagen/ Das Liecht/ so jedermann erquicket vnd erfrewt/ Vervrsacht mich zu schmertz/ vervrsacht mich zu leydt. (Opitz, Martin: Teutsche Pöemata und: Aristarchvs Wieder die verachtung Teutscher Sprach. Straßburg, 1624, nach DTA). - Er vergaß allmählich das Unrecht, das er seinem Herrn anthät, er küßte ihren schönen Hals, ihren niedlichen Busen, und ihren unvergleichlichen Mund, ohne sich eigentlich entschliessen zu können, was am meisten vorgezogen zu werden verdiente. (Frau von D.: Die in der Liebe herumschweifende oder bestrafte Untreue. 1763, nach DTA). - Eine der dunklen Locken Mariens wollte sich noch immer nicht ihren Wünschen fügen; sie sollte auf den schönen Hals, auf die schneeweiße Brust nachläßig niederfallen und war und blieb widerspenstig, obgleich das schöne eitle Kind sie bald so, bald so legte, bald aufrollte, indem sie sie um den Finger wickelte, bald wieder herunter zog. (Schoppe, Amalie: Der Prophet. Bd. 1. Jena, 1846, nach DTA).
  • unrecht (etw. in den unrechten Hals kriegen)Du sollst, wenn du issest, und den Mund voll hast, nicht reden, und nicht einmal Gesundheit sagen, wenn Jemand niest, damit dir nichts in den unrechten Hals kömmt. (Hundt-Radowsky, Hartwig: Die Judenschule, oder gründliche Anleitung, in kurzer Zeit ein vollkommener schwarzer oder weißer Jude zu werden. Bd. 2. Jerusalem [i. e. Aarau], 1822, nach DTA). sich verschlucken

DIM: Dimensionsattribute (Attribute zur Größe)

  • breitDer kleine dünne Kopf mit Ramsnase, der lange breite Hals mit hochgewölbtem Kamm, die starke Brust, die überaus hohen Beine, verrathen einen Stammverwandten des übrigens noch wunderlichern Gauls des Cardinalinfanten. (Justi, Carl: Diego Velazquez und sein Jahrhundert. Bd. 2. Bonn, 1888, nach DTA).
  • dickNemlich mittelmässiger Grösse seyn / eine feine Länge haben/ nicht über vier oder fünff Jahr alt seyn/ deßgleichen soll sie schwartzer Farb seyn/ mit weissen oder schwartzen Flecken hin und her untersprengt/ abhengende Schlich an dem Halse/ grossen weiten Bauch/ hohe breite Stirn/ weite schwartze Augen/ schöne glatte schwartze Hörner/ harichte Ohren/ zusammengefallene Küfel/ groß breit Maul/ weit offene Naß/ schwartze eingefallene Lefftzen/ hart und dicke Haar auff der Haut/ kleine und kurtze Schenckel/ dicke Hüfften/ einen langen dicken Hals/ langen Schwantz biß auff die Knochen/ kurtze und gleiche Klawen/ breyte und vollkommene Brust/ und grosse dicke Dütten sampt langen Wartzen. (Agricola, Johann Jacob: Schau-Platz deß Allgemeinen Hauß-Haltern. Bd. 3. Nördlingen, 1677, nach DTA). - Viel grösser, der Schnabel grade, kohlschwarz bis über die Mitte des sehr dicken Halses, so dick hab' ich ihn noch an keinem Vogel gefunden, dann ein schönrothes Stück bis herab zum Interscapulium; Körper und Flügel sind ganz weis, Füsse, Schenkel, Zähen, alles kohlschwarz. (Sander, Heinrich: Beschreibung seiner Reisen durch Frankreich, die Niederlande, Holland, Deutschland und Italien. Bd. 1. Leipzig, 1783, nach DTA). - Es stellt ein ziemlich rauhhaariges, mähnenloses Thier mit großem Kopf, dickem Hals und schwacher Wamme dar. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 2. Hildburghausen, 1865, nach DTA).
  • dünnDer ietztgedachte Alexander Magnus/ war weder schöner noch wohlgestalter als Andere/ Er hatte einen kurzen und dünnen Hals / einen grossen Kopf/ braun Angesichte/ trübe Augen/ einen kleinen Leib/ und unformirte Gliedmassen/ nichts destoweniger aber einen solchen Muth/ daß Er nicht allein den mächtigsten Persischen König Darium überwand/ sondern auch viel Gewaltige vertrieb/ viel feste Schlösser und Städte eroberte/ und gleichsam Ihm die Welt unterthänig machte. (Neuer Lust- und Lehrreicher Schau-Platz. Nürnberg, 1685, nach DTA). - Wo ist der dünne hals? wo ist das kleine kinn? (Hofmannswaldau, Christian Hofmann von: Herrn von Hoffmannswaldau und anderer Deutschen auserlesener und bißher ungedruckter Gedichte. Bd. 4. Leipzig, 1708, nach DTA). - Ein langer, hagerer Mann, mit dünnem Hals und hervorstehenden Augen schien besonders selig in dem Rumor, man sah ihn überall im dicksten Haufen schreiend, helfend und anordnend. (Eichendorff, Joseph von: Dichter und ihre Gesellen. Berlin, 1834, nach DTA).
  • dürrDas war der hohe, graue Cylinderhut, der lange, dünne Kopf, der breite Mund, die Sierra-Morena- Nase, der bloße, dürre Hals, der breite Hemdkragen, der graukarrierte Schlips, die graukarrierte Weste, der graukarrierte Rock, die graukarrierte Hose, die graukarrierten Gamaschen und die staubgrauen Stiefel. (May, Karl: Durchs Wilde Kurdistan. Freiburg (Breisgau), [1892], nach DTA).
  • fettDie Hunnen beschreibt Ammianus also/ daß sie alle feste/ starcke/ wolgesetzte Gliedmassen/ fette Hälser/ gebogene und häßliche Leiber gehabt: angemerckt/ er sie deßwegen/ mit den Klötzen/ vergleicht/ daraus man menschliche Figuren gebildet/ welche die Alten/ an den Seiten der Brucken/ aufzustellen pflagen. (Francisci, Erasmus: Das eröffnete Lust-Haus Der Ober- und Nieder-Welt. Nürnberg, 1676, nach DTA). - Wird der allzu dicke und fette Hals eines Pferdes, und ein solches Pferd speckhälsicht genennet; welches ein angeerbter Fehler ist, so nicht zu curiren ist, absonderlich daß es Bestand hätte; obschon im Oeconomischen Lexico und anderwerts verschiedene Mittel, solchem abzuhelffen, angegeben werden. (Trichter, Valentin: Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-Lexicon. Leipzig, 1742, nach DTA). - Ich kniff den todten Romeo nicht gerade sanft in den fetten Hals und flüsterte donnernd: "Still! oder ich lasse Ihren Kopf fallen ... (Bauer, Karoline: Aus meinem Bühnenleben. Berlin, 1871, nach DTA).
  • hagerWenn Morgens bei seinem Eintritt die Jungen mit allerlei Possen auf ihre Plätze gekrochen und gesprungen waren, pflegte der etwas ärgerliche Herr seinen hageren Hals vorzustrecken und, in der einen Hand das Buch, mit der andern und seinem kahlen Kopf ihre Sprünge nachzuäffen: "Ei, Ihr Knaben," sagte er dann wohl, "Ihr seid ja lustig wie die Galgenvögel! (Storm, Theodor: Bötjer Basch. Berlin, 1887, nach DTA).
  • geschwollenGebrandt in den Hundstagen/ ist gut zum zerschwollenen Hals/ Tücher mit diesem Wasser darum geschlagen/ und zwey Loth getrunken/ alle Tag biß man genest (Agricola, Johann Jacob: Pharmacopaevs, oder Haus-Apothecker genandt. Bd. 2. Nördlingen, 1677, nach DTA). - Vor geschwollene Hälse der Pferde. (Caspar Schröter [i. e. Hellwig, Christoph von]: Allzeitfertiger Hauß-Verwalter. Frankfurt (Main) u. a., 1712, nach DTA). - Dort gafft ein Weib, Die Haare triefend, mit geschwollnem Hals (Meyer, Conrad Ferdinand: Gedichte. Leipzig, 1882, nach DTA).
  • kurz Der ietztgedachte Alexander Magnus/ war weder schöner noch wohlgestalter als Andere/ Er hatte einen kurzen und dünnen Hals / einen grossen Kopf/ braun Angesichte/ trübe Augen/ einen kleinen Leib/ und unformirte Gliedmassen/ nichts destoweniger aber einen solchen Muth/ daß Er nicht allein den mächtigsten Persischen König Darium überwand/ sondern auch viel Gewaltige vertrieb/ viel feste Schlösser und Städte eroberte/ und gleichsam Ihm die Welt unterthänig machte. (Neuer Lust- und Lehrreicher Schau-Platz. Nürnberg, 1685, nach DTA). -
  • langNemlich mittelmässiger Grösse seyn / eine feine Länge haben/ nicht über vier oder fünff Jahr alt seyn/ deßgleichen soll sie schwartzer Farb seyn/ mit weissen oder schwartzen Flecken hin und her untersprengt/ abhengende Schlich an dem Halse/ grossen weiten Bauch/ hohe breite Stirn/ weite schwartze Augen/ schöne glatte schwartze Hörner/ harichte Ohren/ zusammengefallene Küfel/ groß breit Maul/ weit offene Naß/ schwartze eingefallene Lefftzen/ hart und dicke Haar auff der Haut/ kleine und kurtze Schenckel/ dicke Hüfften/ einen langen dicken Hals/ langen Schwantz biß auff die Knochen/ kurtze und gleiche Klawen/ breyte und vollkommene Brust/ und grosse dicke Dütten sampt langen Wartzen. (Agricola, Johann Jacob: Schau-Platz deß Allgemeinen Hauß-Haltern. Bd. 3. Nördlingen, 1677, nach DTA).
  • magerLängs der Wände schoben sich dürftige Männergestalten, mit den langen magern Hälsen vorwärts lauschend und den Filz krampfhaft vor die Brust gedrückt. (Meyer, Conrad Ferdinand: Georg Jenatsch. Leipzig, 1876, nach DTA).
  • schlankSie hiengen an der brust/ und spieleten darbey Und lecketen die zitz der wölffin ohne scheu/ Sie aber beugt herumb den schlancken halß zum jungen Und schlichtet weichlich sie/ und wischte mit der zungen Auff ihren leibern ümb (Vergilius Maro, Publius: Eigentlicher Abriß Eines verständigen/ tapfferen und frommen Fürsten/ Von dem fürtrefflichsten Poeten Virgilius. Cölln (Spree), 1668, nach DTA). - Sie sah den jungen Graf im Lehnstuhl hingestreckt; Ein angenehmes Roth, das seine Wangen deckt, Sein dunkelbraunes Haar, das sich nachläßig krümmet, Und um den schlanken Hals in großen Locken schwimmet, Nahm gleich der Göttin Herz zu seinem Vortheil ein (Zachariae, Justus Friedrich Wilhelm: Poetische Schriften. Bd. 2. [Braunschweig], [1763], nach DTA). - Es bricht und knistert im Brahme, Und drüber streckt sich ein schlanker Hals, Zwei glänzende Augen starren. (Droste-Hülshoff, Annette von: Gedichte. Stuttgart u. a., 1844, nach DTA).
  • schmalWer einen langen schmächtigen Körper, einen langen schmalen Hals, platte Brust, flügelförmig ausstehende Schultern hat, wer schnell in die Höhe geschossen ist, der muss sich am meisten für der Lungensucht hüten, hauptsächlich so lange er noch unter 30 Jahren ist. (Hufeland, Christoph Wilhelm: Die Kunst das menschliche Leben zu verlängern. Jena, 1797, nach DTA). - Es ist in der That kaum möglich, dasz irgend ein anderer Gegenstand in die kleinen Mündungen eintreten und den langen schmalen Hals hinunter gehen könnte, auszer einem lebenden Wesen. (Darwin, Charles: Insectenfressende Pflanzen. Übers. v. Julius Victor Carus. Stuttgart, 1876, nach DTA).

PHY: physikalische Attribute (Attribute zur Physis)

  • bösDer Safft mit Honig gesotten/ reiniget die bösen Hälse/ vnd dienet vor die Breune. (Schwenckfeld, Caspar: Hirschbergischen Warmen Bades/ in Schlesien vnter dem Riesen Gebürge gelegen/ Kurtze vnd einfältige Beschreibung. Görlitz, 1607, nach DTA). - Es ist auch der an der Pest liegende Patient in nicht geringer Lebens-Gefahr/ wenn solcher mit der Bräune befallen wird/ man nennet es insgemein böse Hälse/ Brandschrunden/ Auffrisse und Geschwulst der Zunge/ solches wird durch die auffsteigende hitzige Dämpff verursachet/ da dann praemissis universalibus vonnöthen/ daß der Patient den Mund stätig und offt mit Gersten- oder einem frischen Brunnwasser mit dem vierten Theil Essig vermischet wäsche und ausspüle/ die Zung auch wohl mit einem Zungenschäberlein oder blechen Löffel abschaben und putzen lassen. (Bräuner, Johann Jacob: Pest-Büchlein. Frankfurt (Main), 1714, nach DTA). entzündet
  • festJene langen, schweren Thiere mit breiten, festen Hälsen, wie sie die Abbildungen im Werke des Marquis v. Newcastle, de la Guerniere etc., die Bilder Wouvermann's und Riedinger's zeigen, und heute noch die niederdeutsche Race aufzuweisen hat, incliniren nicht zu jenem Hintenüberfallen des Halses und vertragen ein festes Anfassen. (Krane, Friedrich von: Die Dressur des Reitpferdes (Campagne- und Gebrauchs-Pferdes). Münster, 1856, nach DTA).
  • glattIch sah/ als jhr gesicht/ der Morgenröhtin gleich/ Als jhre zwilling brust/ so weiß als schnee zu sehen/ Vnd jhren glatten hals vil taussent ringlein reich Von jhrem krausen gold vmbgaben/ Sie auffstehen. (Weckherlin, Georg Rodolf: Gaistliche und Weltliche Gedichte. Amsterdam, 1641, nach DTA).
  • rauhRauhen Hals curiren die Feigen/ und eingemachte Amarellen/ Candelzucker/ Penidzucker/ Reißmüslein/ Weitzenmeel mit Balsammüntz/ und Butter/ gesotten (Zeiller, Martin: Centuria II. Variarvm Quæstionum. Bd. 2. Ulm, 1659, nach DTA). - Sie müssen frisch, dick, vollkommen, marckigt, und doch wohl ausgetrocknet seyn: sie kühlen mässig und humectiren, besänfftigen den rauhen Hals, zähmen die scharffen Flüsse, dienen wider Husten, Lungensucht, Blutspeyen, kommen zu den Brust-Träncken, welche nachmals mit dem Syrupo jujubino versüsset werden können. (Woyt, Johann Jacob: Gazophylacium Medico-Physicum, Oder Schatz-Kammer Medicinisch- und Natürlicher Dinge. 9. Aufl. Leipzig, 1737, nach DTA). entzündet
  • starrAlle Wahrheit möchte dann mit diesem Hauch aus der Schöpfung wandern, und die gute Sache ihren starren Hals von nun an zu einem höfischen Bükling beugen! (Schiller, Friedrich: Kabale und Liebe. Mannheim, 1784, nach DTA).
  • steifAn dem ein strenges Haus die feste Mauren zeiget, Worinn der Boßheit wird der steiffe Halß gebeuget; Jn dem die Faulheit man zur frühen Arbeit zwingt, Und ungerathne Söhn' oft zur Erkänntniß bringt. (Bodmer, Johann Jacob: Sammlung Critischer, Poetischer, und andrer geistvollen Schriften. Bd. 1. Zürich, 1741, nach DTA). - Jhr steifer Hals verwehrt es ihnen, sich mit Leichtigkeit umzuschauen, aber die Beweglichkeit ihrer Augen ersetzt diesen Mangel, und sie verdrehen letztere so arg, daß ihr Blick dadurch etwas ungemein Abschreckendes erhält. (Brehm, Alfred Edmund: Illustrirtes Thierleben. Bd. 2. Hildburghausen, 1865, nach DTA).

HUM: Dispositionsattribute (Attribute zu menschlichen Anlagen, objektivierbar)

  • bloßDas war der hohe, graue Cylinderhut, der lange, dünne Kopf, der breite Mund, die Sierra-Morena- Nase, der bloße, dürre Hals, der breite Hemdkragen, der graukarrierte Schlips, die graukarrierte Weste, der graukarrierte Rock, die graukarrierte Hose, die graukarrierten Gamaschen und die staubgrauen Stiefel. (May, Karl: Durchs Wilde Kurdistan. Freiburg (Breisgau), [1892], nach DTA). nackt
  • faltigDas warme tiefe Braun des Auges ist auch verwandt für die schmalen Schatten der Augenecken, der Nase, des faltigen Halses, und in einigen derben breiten Strichen zur Markirung der verkürzten Hälfte des Gesichts; endlich ist dem linken Theil des Hintergrunds damit Tiefe gegeben, und hier ist einmal die Farbe zersprungen. (Justi, Carl: Diego Velazquez und sein Jahrhundert. Bd. 1. Bonn, 1888, nach DTA).
  • nacktKnüpf't in mein trauses Haar di Diamanten ein/ Bekräntzt mein Himmlisch Haupt mit Rosen und Narzissen/ Last meinen nackten Hals di Muschel-Töchter küssen/ Den Armen legt Schmaragd den Achseln Purper an/ Beblümt den hohen Sarch mit Klee und Tulipan/ Hüll't auf das Leichentuch von Karmesinen Sammet; Macht: daß der Ampeln Gold mit Jerschons Balsam flammet. (Lohenstein, Daniel Casper von: Cleopatra. Breslau, 1661, nach DTA). - So that der Gast-Tänzer seines Orts was in solchen Fällen zu thun ist, er wurde wie gesagt verliebt -- schon beim ersten Schleifer flogs wie Fieberhitze an ihn -- unter dem Rangiren zum zweiten, wo er stillstehend die Inlage seiner rechten Hand bedachte und befühlte, stiegs unverhältnißmäßig -- er tanzte sich augenscheinlich in die Liebe und in ihre Garne hinein -- als sie noch dazu die rothen Haubenbänder auseinanderfallen und sie ungemein nachläßig um den nackten Hals zurückflatterrn ließ. (Paul, Jean: Die unsichtbare Loge. Bd. 2. Berlin, 1793, nach DTA). - Wir haben gesehen wie noch am Ende des funfzehnten Jahrhunderts in der weibisch entarteten Zeit, da die Modelaunen und die Geckenhaftigkeit noch in reicher Blüthe standen, zu völlig glattem Gesicht und nacktem Hals, der weiteren Entblößung nicht zu gedenken, ein langes, in künstlichen Locken über die Schultern fallendes Haar die allgemeine Männertracht war. (Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 2. Leipzig, 1858, nach DTA).
  • starkEs war gantz weiß / hatte ein gelbes Haar/ grawe Augen/ schöne vollkommene Wangen/ Arm vnnd Schenckel dick / einen eingethanen Bauch/ runden Rucken/ kleine Waden/ Adler Nasen/ rothe Lefftzen / breyte vnd dicke Füß/ Händt/ Ohren kurtz/ dochlange Finger/ starcken Halß/ breyte Schültern/ vnd Brust/ ein freundtlich/ lieblich Angesicht/ sanfftmütig / auffrecht/ kunstreich/ Gottsfürchtig/ fürsichtig/ weiß/ gerecht/ warhafft/ mildt / vnd ernsthafft. (Beatus, Georg: Amphitheatrvm Naturae, Schawplatz Menschlicher Herzlichkeit. Frankfurt, 1614, nach DTA). - Sie führen stoltzes leben mit ihrem gesinde/ und das beste im land fressen sie auff/ lassen sich in den kutschen führen/ wie der Fürst/ und haben grosse fette bäuche/ starcke hälse/ grosse wolffsköpffe/ etc. (Arnold, Gottfried: Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie. Bd. 2 (T. 3/4). Frankfurt (Main), 1700, nach DTA). - Sein krauses schwarzes Haar, die dunkeln Augen und der starke bläuliche Bart konnten ebenso gut dem Südländer als dem Juden gehören, und machten, daß er von vielen Leuten für einen schönen Mann gehalten wurde, während Andere die kohlschwarzen Augen starr und unheimlich, die Schultern hoch, den starken Hals zu kurz und Hände und Füße so groß fanden, daß dieses Alles ihm jeden Anspruch auf Schönheit unmöglich mache. (Lewald, Fanny: Jenny. Bd. 1. Leipzig, 1843, nach DTA).

AGE: Altersattribute

  • alter HalsSatiro zeuch/ gute Nacht/ Brich den alten Halß in Stücken. (Hofmann von Hofmannswaldau, Christian: Deutsche Ubersetzungen und Gedichte. Breslau, 1679, nach DTA). Hals einer alten Person

COL: Farbattribute

  • blank"Bist doch ein braves Thier geworden!" sagte sie dann und klopfte den blanken Hals des Pferdes. (Storm, Theodor: Der Schimmelreiter. Berlin, 1888, nach DTA).
  • rosigEin buhlendes Lüftchen Haucht' um den rosigen Hals sein hyazinthenes Haar. (Kosegarten, Ludwig Gotthard: Poesieen. Bd. 1. Leipzig, 1798, nach DTA).
  • rotDaher der Nutzen der Pestkohlen und Pestbeulen in der Pest und den pestilentialischen Fiebern, gewisser Blutschwären in Blutanschoppungen; des Speichelflusses, der Harnstrenge, des kritischen kalten Brandes in den hitzigen Nervensiebern; der Ohrendrüsengeschwülste und Leistenbeulen in schlimmen Faulfiebern; der dicken Lippen, der verschiedenen Ausschläge, des Grindkopfes u. d. gl. bey Kindern; der geschwollenen Drüsen bey Skrophulösen; des äußerlich geschwollenen rothen Halses in der entzündlichen Bräune; des dicken Bauches nach langwierigen Fiebern, besonders bey Kindern; der geschwollenen und schmerzhaften, rothen Füße in der Gicht; der Geschwulst des Gesichtes und der Gliedmassen im Eyterungsfieber der Blattern; der Nagelgeschwüre u. s. w. Daher auch der Nachtheil der Verwerfungen nach den innern Theilen, z. B. den Höhlen des Gehirns, der Brust, des Herzbeutels, des Unterleibes, der Gelenke etc. (Gall, Franz Joseph: Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen. Wien, 1791, nach DTA). - Auch erinnere ich mich, oben am Fenster eines schwärzlich morschen Häuslein sah ich einen Mönch, der den rothen Hals mit dem feisten Glatzenhaupt recht lang aus der braunen Kutte hervorreckte, und neben ihm kam ein vollbusig nacktes Weibsbild zum Vorschein; unten, in die halb offne Hausthüre sah ich einen kleinen Jungen hineingehen, der als ein schwarzer Abbate gekleidet war, und mit beiden Händen eine mächtig großbäuchige Weinflasche trug. (Heine, Heinrich: Reisebilder. Nachträge. Hamburg, 1831, nach DTA).
  • schneeweißWer gesehen hat das Gold in ihren gelben Haaren/ die Berl in ihren weissen Zähnen/ die Corallen in ihren rothen Lefftzen/ den Alabaster in ihrem schneeweissen Halß/ den Rubin in ihren rößleten Wangen/ den Carfunckel in ihren Augen/ der hat geschworren/ Helena seye ein Raub vom gesambleten kostbaren Schatz deß gantzen Erdbodens. (Clara, Abraham a Sancta: Judas Der Ertz-Schelm. Bd. 1. Salzburg, 1686, nach DTA). - Ich verlangte zu wissen, ob ich etwas über sie vermöchte; hob ein wenig meine Maske vom Gesicht: und sie wollte sich, erröthend von den ründlichen Wangen bis an den schneeweißen Hals, zurückziehen; allein ich hielt das warme Händchen fest (Heinse, Wilhelm: Ardinghello und die glückseeligen Inseln. Bd. 1. Lemgo, 1787, nach DTA).
  • weißDeines weissen Halses Ketten theilen eitel Reichthum auß/ was der Seelen Sitz und Hauß von dem Tode kan erretten/ Lohn und Ehre langer Zeit sind üm deinen Hals gebreit. (Schirmer, David: Erstes Rosen Gepüsche. [s. l.], 1653, nach DTA). - Der über Deine Schultern sieht, Bald Deinen weißen Hals betrachtet Bald dieses Auge, welches glüht Und redet, und im Sprechen schmachtet? (Karsch, Anna Luise: Gedichte. Berlin, 1792, nach DTA). - Doch leistete sie, indem sie immer sitzen blieb, so kräftigen Widerstand, daß wir Beide zuletzt heftig athmend und erhitzt den Kampf aufgaben und ich, beide Arme um ihren weißen Hals geschlungen, ausruhend an ihr hangen blieb; ihre Brust wogte auf und nieder, indessen sie, die Hände erschöpft auf ihre Kniee gelegt, vor sich hin sah. (Keller, Gottfried: Der grüne Heinrich. Bd. 2. Braunschweig, 1854, nach DTA).

KOM: Komitativattribute (Attribute zu Begleitumständen)

  • geschwollenDaher der Nutzen der Pestkohlen und Pestbeulen in der Pest und den pestilentialischen Fiebern, gewisser Blutschwären in Blutanschoppungen; des Speichelflusses, der Harnstrenge, des kritischen kalten Brandes in den hitzigen Nervensiebern; der Ohrendrüsengeschwülste und Leistenbeulen in schlimmen Faulfiebern; der dicken Lippen, der verschiedenen Ausschläge, des Grindkopfes u. d. gl. bey Kindern; der geschwollenen Drüsen bey Skrophulösen; des äußerlich geschwollenen rothen Halses in der entzündlichen Bräune; des dicken Bauches nach langwierigen Fiebern, besonders bey Kindern; der geschwollenen und schmerzhaften, rothen Füße in der Gicht; der Geschwulst des Gesichtes und der Gliedmassen im Eyterungsfieber der Blattern; der Nagelgeschwüre u. s. w. Daher auch der Nachtheil der Verwerfungen nach den innern Theilen, z. B. den Höhlen des Gehirns, der Brust, des Herzbeutels, des Unterleibes, der Gelenke etc. (Gall, Franz Joseph: Philosophisch-medizinische Untersuchungen über Natur und Kunst im kranken und gesunden Zustand des Menschen. Wien, 1791, nach DTA).
  • liederreichEr hat auch Lesbien und allen was zu sagen; Und wann er gnug geschwatzt, so trillert iedem Ohr Sein liederreicher Hals ein Gassenliedchen vor. (Uz, Johann Peter: Lyrische und andere Gedichte. 2. Aufl. Ansbach, 1755, nach DTA).