Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Hals, der
Gen.Sg.Halses
Nom.Pl. Hälse; auch: Hälser
 

Mit 'Hals' als Subjekt

  • der Hals ist in GefahrAllein dieß weiß ich, daß, wo es etwas geringers ist, als dir die Kehle abzuschneiden oder meinen eignen Hals in Gefahr zu setzen, ich ihr gewiß willfahren, und mir eine Ehre daraus machen werde, daß es in meiner Gewalt stehet, ihr gefällig zu seyn. (Richardson, Samuel: Clarissa. Bd. 6. Göttingen, 1750, nach DTA. - Ich bin von der Armee dessertirt, weil dort mein Hals in Gefahr war! (Bechstein, Ludwig: Der Dunkelgraf. Frankfurt (Main), 1854, nach DTA). das Leben ist bedroht
  • der Hals krachtJa/ Ja Jch wil mit dir kämpfen/ daß dir der Halß krachen sol/ Jch wil dir meinen Spanischen Wein gesegnen du verfluchte Plaudermetze. (Rist, Johann: Das Friede Wünschende Teütschland. [s. l.], 1647, nach DTA). bricht
  • der Hals reckt sichSo mit Erinnerungen spielend und zitternd vor Nässe und süßer Erwartung mochte ich eine halbe Stunde im furchtbarsten Gedränge gestanden haben, da entstand vor der Thüre des Domes eine unruhige Bewegung; die Mäuler flüsterten, die Hälse reckten sich, die Regenschirme wurden geschlossen und Federbüsche und lange Schnurrbärte und kriegerische Figuren nickten in den Domhof hinaus. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 79. Köln, 18. August 1848, nach DTA). blickt neugierig

Mit 'Hals' als Objekt

  • jmdn. den Hals brechenAls bald findet sich zu jm ein man in einem weisen Kittel/ mit schönen lieblichen langen haren/ vnd sehr lieblichem vnd freundlichem angesicht als einer schönen Jungfrawen/ hat aber nit gesehen wo derselbig hinein kommen/ dieser spricht/ Hans trincke nit mit jnen/ denn so bald du mit jhnen trincken wirst/ werden sie dir den Halß brechen/ sondern bete vnd ruffe zu Gott/ in dem namen Jesu Christ/ der wird dich auß dieser gegenwerdigen noth erretten/ vnd von dieser bösen geselschafft/ daß sie dir nichts werden ahn haben/ loß vnd ledig machen/ hat also angefangen zu beten/ aber in solchen schrecken sich nit wol besinnen können. (Melander, Otto: [Joco-seria] Das ander theil dieses Schimpff vnd Ernsts. Bd. 2. Lich, 1605, nach DTA). - Darf man nie ungestraft zu dieser Hölle steigen, Und sehn, ob man den Kerls die Hälse brechen kan? (Zachariae, Justus Friedrich Wilhelm: Poetische Schriften. Bd. 1. [Braunschweig], [1763], nach DTA). - "Soll ich Dir den Hals brechen, Du Grobian? (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 90. Köln, 31. August 1848, nach DTA). jmdn. töten
  • jmdm. den Hals/jmds. Hals beugenEr kennen wir nun eines leiblichen Vaters Liebe gegen sein Kind daher / wann er solches unter der Stäupruhten und in der Zucht hält / wann er jhm den Hals beuget und den Rücken bläwet / (Syrach XXX, 2. 12. Lütkemann, Joachim: Der frommen Kinder Gottes Zeitliches Leiden und ewige Herrligkeit ... Braunschweig, 1654, nach DTA). - Nun ist es wahr, nun ist die rasende Zeit, vor der ich mich nicht einmal fürchten wollte. Dich zu lieben sträubt' ich mich; das war ja vernünftig; ich wollte dem Entbehren, dem neuen Missen nicht den edlen Hals beugen; und es war doch edler, das Herz gehen zu lassen. (Varnhagen von Ense, Rahel: Rahel. Bd. 1. Berlin, 1834, nach DTA). jmdn. unterwerfen
  • jmdm. den Hals brechenDaher kömpt es / daß er manchem den Hals bricht / oder von Sinnen bringet / etliche im Wasser erseufft / vnd viel dahin treibet / daß sie sich selbs vmbbringen / vnd zu viel andern schrecklichen Fellen. (Braunschweig-Wolfenbüttel, Herzog Julius von: Corpus Doctrinae, Das ist/ Die Summa/ Form und Fürbilde der reinen Christlichen Lehre/ aus der heiligen Göttlichen Schrifft der Propheten und Aposteln zusammen gezogen. Helmstedt, 1603, nach DTA). - Aber Jhr ergrimmter Liebhaber würde ihm den Hals brechen. (Richardson, Samuel: Clarissa. Bd. 2. Göttingen, 1748, nach DTA). - Im Viertel St. Jaques scheint das Volk der dort kasernirten Mobilgarde den Hals brechen zu wollen und machte gestern Abend damit schon einen kleinen Anfang, indem es Koth und Steine in die Kasernen und Wachtstuben der Mobilen warf, die in Folge dieser Scenen mit Linientruppen umgeben und resp. besetzt worden sind. (Neue Rheinische Zeitung. Nr. 166. Köln, 12. Dezember 1848, nach DTA). jmdn. umbringen, töten
  • (sich) den Hals brechenSolche thun eben / als wenn einer / ohne Leitern vnd Treppen wolte einen hohen Thurm hinan steigen / der würde gewißlich nicht allein nicht hinauff kommen / sondern auch wol in Gefahr stehen müssen / das er hinab falle / vnd den Hals breche. (Musaeus, Paul: Leichtpredigt/ Gethan bey der Begrebnuß Der Erbarn undt Tugentsamen Frawen Maria Helderin. Heinrichstadt, 1606, nach DTA). - Oft geschihets/ daß er morgens außgehet auf die Jagd/ und entweder gar nicht mehr naher Hauß kommet/ oder ganz zerfallen dahin getragen wird; oft stürzet er sich in solche ungeheure tieffenen über Felsen und Berge herunter/ daß man ihne nimmer findet; Oft schiesset er ein Gewild von hohen Klippen herab/ oder er erschreket die auf höchste Felsen getriebene Gemse durch loßbrennung eines Geschosses in freyen luft so sehr/ daß dise forchtsame Thiere durch verzweifelte sprünge sich selbs den Hals brechen/ und in solche Bergkluften hinunter fallen/ da sie ohne gröste Lebens gefahr nicht können herauf geholet werden/ oder gar müssen ligen bleiben/ und verfaulen/ daß sie der Jäger entweder nicht findet/ oder nicht darff suchen. (Scheuchzer, Johann Jacob: Beschreibung der Natur-Geschichten Des Schweizerlands. Bd. 1. Zürich, 1706, nach DTA). - "Für wen Gott will, sagte er, vielleicht für mich selbst, es kann mir gehen, wie meinem Großvater, der auch mal eins auf den Vorrath gemacht hatte, und in der Nacht, als er aus dem Wirthshaus zu Hause kam, hinein fiel und sich den Hals brach." (Hebbel, Friedrich: Maria Magdalene. Hamburg, 1844, nach DTA). sterben
  • jmds. besten Hals kostenMassen es zuletzt/ nach etlichen Jahren / dem Ibrahim/ als Solimann gemerkt/ daß er von ihm geäfft und verleitet wäre/ seinen besten Hals gekostet. (Francisci, Erasmus: Schau- und Ehren-Platz Schriftlicher Tapfferkeit. Nürnberg, 1684, nach DTA).
  • den Hals lang machen/einen langen Hals machenVergleicht man indessen das Volumen all' dieser herzudrängenden Schwäne mit den anderthalb Scheffeln, die ihnen Morgens und eben so viel Nachmittags zugeworfen werden, so begreift man, daß die Thiere beim Weggehen ihres Pflegers noch ziemlich eben so lange Hälse machen, als bei seinem Kommen. (Fontane, Theodor: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Bd. 3: Ost-Havelland. Berlin, 1873, nach DTA). neugierig schauen
  • den Hals streckenMan sahe/ wie sie sich mit gantzem leibe reckten Wie sie her aus der fluht die langen hälse streckten Die krönlein funckelten/ her-aus dem wasser-für/ Und gleichten dem rubin an seiner rohten zier. (Vergilius Maro, Publius: Eigentlicher Abriß Eines verständigen/ tapfferen und frommen Fürsten/ Von dem fürtrefflichsten Poeten Virgilius. Cölln (Spree), 1668, nach DTA). - Arner sah dann die Taglöhner, die so die Hälse strekten, mit ein paar Augen an, die so viel redten, daß er hätte schweigen können, man hätte ihn gleichwohl verstanden. (Pestalozzi, Johann Heinrich: Lienhard und Gertrud. Bd. 3. Frankfurt (Main) u. a., 1785, nach DTA). - An großen Tischen, an über Tonnen gelegten Brettern hatten sie gesessen; nun aber war der Kaffee ausgetrunken; die Lampen und Laternen, die zwischen den Kränzen hingen, wurden angezündet, und in dem dämmerigen Gemunkel wurden eine Klarinette und ein paar Geigen laut, wonach die jungen Dirnen schon längst die Hälse gestreckt hatten. (Storm, Theodor: Ein Doppelgänger. Novelle. Berlin, 1887, nach DTA). neugierig schauen
  • jmdm. den Hals umdrehen Hauß es gilt dir/ Hans da thue mir bescheid/ Hans thu nur bescheid/ Hans du must bescheid thun/ hastu heut können sauffen/ so mustu mit vns auch saufen/ oder wir wollen dir den Hals vmbtrehen. (Melander, Otto: [Joco-seria] Das ander theil dieses Schimpff vnd Ernsts. Bd. 2. Lich, 1605, nach DTA). - M. M. versah sich mit einem Degen, um im Nothfall die Geister damit zu vertreiben, ließ die Frau allein zurückkehren, aus Besorgniß, die Gespenster möchten ihr den Hals umdrehen, und kehrte mit dem Lehrjungen im Krug ein, wo er die Mitternacht, als die eigentliche Zeit seines Geschäftes erwarten wollte. (Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 4, St. 2. Berlin, 1786, nach DTA). - Dort war ein Prediger, Namens Lüdeke, der hatte öffentlich auf der Kanzel über ihr ärgerliches Leben geschimpft; dafür schickte sie flugs ihren Chim zu ihm, daß er ihm den Hals umdrehen mußte, wovon der arme Mann eines gar schrecklichen und erbärmlichen Todes gestorben ist. (Temme, Jodocus Donatus Hubertus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. Berlin, 1840, nach DTA). jmdn. töten
  • seinen besten Hals verlierenViele Engländer meynen, der König in Franckreich werde die Gardine des Theatri eben sobald wieder zuziehen, als sie eröffnet worden, nachdem er den Prätendenten nur gezeigt, aus Furcht, dieser Signor werde die Rolle nicht gut spielen, und wohl gar in England seinen besten Hals verliehren; solte aber der Frantzösis. (Der allerneuesten Europäischen Welt- und Staats-Geschichte II. Theil. Nr. XXVII, 14. Woche, Erfurt (Thüringen), 30. März 1744, nach DTA).
  • den Hals aus der Schlinge ziehenUnd der Einnehmer wird auch sehen/ daß er den Halß aus der Schlinge zeucht. (Weise, Christian: Baurischer Machiavellus. Dresden [u. a.], 1679, nach DTA). sich gerade noch aus einer unangenehmen Situation befreien