Grammatik-Angaben

Nom. Sg. hals, der
Gen.Sg. halses
Nom.Pl. hälse
 

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied

  • halsbrecherWenn als denn der Todt/ welcher ein rechter blutsauffer/ halsbrecher/ vnd beinstrecker ist/ kumpt/ spielt er erst der vntrew mit vns/ vnd teilt vns mit den garaus/ ohn alles mitleiden vnd barmhertzigkeit/ er treibt vns erst den angst schweis aus/ er bringt mit sich das lang Register/ vnd macht dem menschen erst recht kundt vnd wissen/ wie er sein tag gehandelt vnd gewandelt/ vnd wie er Gott mit seinem sündtlichen lesterlichen leben/ zu viel tausent mal erzürnet/ vnd zum zorn der gerechtigkeit bewogen hab (Walther, Melchior: Ein Einfaltiger Vnd Christlicher Sermon oder Leichpredigt. Wittenberg, 1562, nach DTA). m. Mörder
  • halsseiferinzu auszgang der säl des frawenzimmers waren die aufbutzerin, aufzäumerin, harkrauserin, bisamreucherin, hendschuchbeizerin, halszseiferin, anstreicherin, die muszten beid mann und frawen, wann sie zusamen spaciren wolten, vor zurüsten, aufraumen und behobeln. (Fischart, Gargantua 281a, nach DWb). f. Zofe, die die Herrin wäscht
  • halsstürzerhihgegen dise daukawer, muckenkawer, kamelschlucker, häuserschlucker, goldvernagelte zungen, die recht sprechen, nicht recht thun, halßstürzer guter wörter inn Parim vom Puteo, die liebhaber der rubricpfenning. (Fischart, Gargantua, nach DWb). m. Rechtsverdreher

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis/rei actae als Hinterglied

  • halsbrechendaz ainem diu lungel datz dem mund stücklot auz geet mit wüllen und mit halsprechen. (K. v. Megenberg. B. d. Nat. 453, 1 (oobd., 1349/50), nach FrnhdWb). n. Erbrechen
  • halsschlagdô spîeten si ûʒ in sîn antlitze und slûgin en mit halslegen. (Martin Behaims Evang. Buch, Matth. 26, 67, nach DWb). m. Schlag an den Hals, Ohrfeige
  • halsstichParacelsus 5, 382, 17 (1527/8): Halsstich, gemechtstich, zersstich est una cura und habet aliam curam ab aliis. (nach FrnhdWb). m. Stich in den Hals
  • halsstarreTetanus: die halßstarre ist ein krankheit dardurch einer muß den hals außgereckt halten und mag in weder hinder sich noch für sich bucken. (Maaler 208b; nach DWb) - halsstarre contumacia, pertinacia (Maaler 208b. nach DWb). f. Steifheit des Halses; Sturheit
  • halsstarrigeTetanus starrige des hals, oder krümme auf ein seit. (Dasypodius s.v.,, nach DWb) - Widersetzlichkeit, Ungehorsam: halßstarrige pertinacia, contumacia (Maaler 208b, nach DWb). f. Sturheit
  • halsstraichalle frevel, fliessent wunden, halsstraiche, schwertzuckhen und all klein frevel (Beleg von 1435, nach DRW s.v.). m. Schlag auf den Hals

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Krankheitsbezeichnung als Hinterglied

  • halsstrengeHalßstrenge (die) Ein kranckheit, die einen würgt. Cynanche. (Maaler 208v (Zürich1561), nach FrnhdWb). f. eine Halskrankheit

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied

  • halsstarrigkeitDas steinern Hertz wegnemmen / vnd fleischern Hertz an die statt geben / heist nichts anders / als ein rein / gut / vnnd solch Hertz geben / das Gott vertrawet / glaubet / vnd nach seinen Gebotten wandelt / oder die Vnreinigkeit / Boßheit / Hartneckigkeit vnd Halsstarrigkeit deß Menschlichen Hertzens wegnemmen / vnd an statt derselben im Hertzen Reinigkeit / Heiligkeit / etc. schaffen / oder wahren Glauben an Christum geben / dardurch wir hernach in seinen Gebotten wandlen können. (Marbach, Timotheus u. a.: Refutatio Irenaei. Gründlicher Bericht auf das Examen M. Christophori Irenei, so er Anno 1581 wider den ersten Artikel des christlichen Konkordienbuchs von der Erbsünde durch offenen Druck ausgesprengt. Heidelberg, 1583, nach DTA). f. Widerspenstigkeit; Unnachgiebigkeit
  • halsstreitigkeitir verwägene halsstreitigkeit macht sie unüberwindlich. (Sebastian Frank, Moriae encomion 48b, nach DWb). f. Sturheit

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Körperteilbezeichnung als Hinterglied

  • halsaderdie ir halsadern, vnderlegten vmb mein sele (Kurrelmeyer, Dt. Bibel 2, 57, 20 (Straßb. 1466, nach FrnhdWb). f. Halsschlagader; Arterie
  • halsbeinHalßbein / ossa duo à collo ad humeros extensa, velut compages colli cum trunco. [...]. (Henisch 260 (Augsb.1616), nach FrnhdWb). n. Schlüsselbein
  • halsdrüseHalßtruesen / Vornen am Halß vnnd zuo beiden seyten. (Maaler 208v (Zürich1561), nach FrnhdWb). f. Schilddrüse
  • halsfederHalßfaederen an hanen / die sy im zorn streüssend. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb). f. Halsschmuck (des Hahnes)
  • halsgebeinhauptboissen und freuelboissen soe wie die vff steint, iss sie mit slain, sloichen [floichen!], schalden ane die die antreffen haltz und haltzgebeyne, fallent von recht zwoe deilen dem herrn des goitzhuse von Mettloch (1484 Lager, Mettlach 234, http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw-cgi/zeige?term=halsgebein&index=lemmata, gesehen am 28.9.2017). n. Genick, Knochen des Halses, Halswirbel
  • halsgeschwerFür geschwer am hals / nim saltz / essig / [...] / schluck dises ein wenig einn / benimpt gar bald das hals geschwere. (Rösslin. Kreutterb. 186, 7 (Frankf.1535), nach FrnhdWb). n. schwärende Krankheit im Hals
  • halsgeschwulstHalßgeswulst. od’ kelsucht. guttura. (Voc Teut Lat. m vv (Nürnb.1482), nach FrnhdWb). f. Kropf
  • halshaarHalßhaar (das) an rossen. Iuba. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb). n. Mähne
  • halsknochVnterst Halßknoch / bein / der vorhalß vnter dem Kin. (Henisch 260 (Augsb.1616), nach FrnhdWb). m. Nacken
  • halszepfleinHalßzepflein. Angina, Synanche. (Serranus, 92v (Nürnb.1552), nach FrnhdWb). n. Uvula

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Kleidungs- oder Schmuckbezeichnung als Hinterglied

  • halsbandVoc.Teut.Lat. m vjr: Halßgurtel. od’ halßpãdt. (nach FrnhdWb). n. am Hals getragenes Zierband
  • halsberg(e) m. (f.)m.: ward ym der harnasch also kolschwartz, on allein der halßberg, der was güldin. (Tristrant 28, 5 (Augsb.1498), nach FrnhdWb). – f.: Halßperge. od’ plate. od’ krebs. od’ kurbis. od’ prustplech. od’ halßhemde. (Voc Teut Lat. m vjr (Nürnb.1482), nach FrnhdWb). Brustpanzer
  • halsbeutelSkála, Egerer Urgichtenb. 76, 8 (nwböhm., 1571): ein halßbeuttl hab er einem Cramer [...] gestollen. (nach FrnhdWb). m. am Hals getragener Geldbeutel
  • halsbojeHals bogen von golde gut, / Dar an Gote wisete sinen mut. (Reissenberger, Väterbuch 21889 (md., Hs. 14. Jh.), nach FrnhdWb). Mit Schreibung -g- für j. f. Halsring
  • hälsegürtelso en sall niemant [...] geine helsegurdel, die zowersse van helsen gesneden sint, machen. (Kölner Zunfturkunden, 1, 101, 14 (rib., 1430), nach FrnhdWb). m. aus Halshaut geschnittener Ledergürtel
  • halsgehängedarunter die klainodien, ring, ketten, halß- ohrgeheng. (Starzer, Qu. Wien 1, 5, 5814, 61 (moobd., 1624), nach FrnhdWb). n. Halsschmuck
  • halsgeschmiedean deme tage wirt der herre ablegen [...] halsgesmide und vurspan. (Proph. Cranc. Jes. 3, 18 (preuß., M. 14. Jh.), nach FrnhdWb). n. Halsschmuck
  • halsgeschmuckDasypodius, 138r: Monile, Ein halßband / halßgeschmuck / dz man an den halß hencket. (nach FrnhdWb). n. Halsband
  • halsgezierdeHalßgezierd (das) halßband / das man an den halß henckt. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb). n. Halsschmuck
  • halsgo(e)llerHalßgoeller (das) Brusttuoch. [...]. Halßgoeller wie es die weyber tragend. [...]. Halßgoeller / das man für den frost vnd kelte vmblegt. [...].. (Maaler 208r, nach FrnhdWb). n. Hals-, Brusttuch
  • halsgürtelVoc.Teut.Lat. m vjr: Halßgurtel. od’ halßpãdt. (nach FrnhdWb). m. Halsband
  • halshemdAuch sollen frowen und junkfrowen, burgerin und inwonerin dieser statt, hinfüro nit mer tragen einich halshembd, das mit gemechte und aller ander zierde und zugehorung über zwen guldin cost oder werdt sei. (Nürnberger Polizeiordnung, 13.-15. Jh, nach DWb). - Hans Sachs 5, 199, 17 (Nürnb.1531): so hast du mir jhene wochen / Ein halßhembd in der wesch verloren. (nach FrnhdWb). n. Hals und Brust umschließendes Hemd
  • halskappeSchöpper 87b: GVGVL Halßkappe gugel kutte. (nach FrnhdWb). f. Kopf und Hals bedeckendes Kleidungsstück, Kapuze
  • halsketteTrunz, Meyfart. Tub. Nov. 7, 11 (Coburg1626): Du hast mir das Hertz genommen / meine Schwester liebe Braut / mit deiner Augen einem / vnd mit deiner Halßketten eine. (nach FrnhdWb). f. Schmuck um den Hals
  • halskoppelVoc.Teut.Lat. m vv: Halßkoppel. oder rieme. oder stutze. oder seul. sustentamulum. (nach FrnhdWb). f. breiter Riemen um den Hals
  • halskragenKoppitz, Trojanerkr. 1068 (Hs. noschweiz., 15. Jh.): Von Throye der hoche ritter gütt [...] Dem herren aine wunden Schlüg, [...] Enmitten durch den hals kragen (nach FrnhdWb). m. Kragen am Hemd
  • halsküssenhalskußen cervical (Voc.Teut.Lat. h 8b, nach DWb). n. Kissen zur Stütze des Halses und Kopfes
  • halsmantelRot 316 (Augsb.1571): Humeral, Ein achsel kleyd / hals mantel. (nach FrnhdWb). m. den Hals bekleidendes Stück Tuch
  • halspanzerderwegen und dieweil ihn Florestan blosz vermerket, versetzt er ihm zwischen dem helm und halszbantzer solchen streich, dasz er ihm das haupt für die füsz danider schluge. (Amadis 1569: 430, erstes Buch hrsg. von A.v.Keller, nach DWb). m. Halsberge
  • halspfeidgestrickte strumpff, von aintzigen gemachten jopen, pfaiden, halßtüchern, halßpfaiden, furtüchern. (Starzer, Qu. Wien 1, 5, 5814, 334 (moobd., 1624), nach FrnhdWb). n. Hals und Oberkörper bedeckendes Hemd
  • halsringhalßring so man den gefangenen anlegt, collaria (Maaler 208b; nach Dwb). m. um den Hals getragener Schmuck; Halsband von Jagdhunden
  • halsstiefelund soll schnaiden ain haut, darauz sol er machen ain par halsstiffel und ain par fraunschuoch knaüffelt. (Auer, Stadtr. München 447, 56, 6 (moobd., 1347), nach FrnhdWb). m. am Oberteil eng eingeschnürter Stiefel
  • halstuchgestrickte strumpff, von aintzigen gemachten jopen, pfaiden, halßtüchern, halßpfaiden, furtüchern. (Starzer, Qu. Wien 1, 5, 5814, 334 (moobd., 1624), nach FrnhdWb). n. Halstuch
  • halszierdeHalßzierd von gruenem edlengstein. [...] Eingschlossen Halßzierd / als bysemknopff. (Maaler 208r, nach FrnhdWb). n. Schmuck um den Hals

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Hausratbezeichnung als Hinterglied

  • halßkusVoc. inc. teut. k viijv (Speyerum 1483/4): Halßkus Ceruical wl. hauptbolster. (nach FrnhdWb). n. Kissen zur Stütze des Halses und Kopfes

Bedeutung „Hals“, substantivisches Determinativkompositum mit Geräte(teil)bezeichnung im Hinterglied

  • halseisenwolte den Dieb todschlagen im Halseisen oder Banden. (Luther, WA 52, 838, 40 (1528), nach FrnhdWb). n. Fessel um den Hals
  • halseisenstokhalseisenstok (a. 1558 f., nach FrnhdWb). m. Pfahl, an dem das Halseisen angebracht ist
  • halspfeifeDarumb du solst deinem weib sagen / sie soll dich hinfort nicht mehr schlagen / und dich herr lassen im hausz sein / oder man soll sie legen ein / in die halszpfeiffen oder geigen. (Jakob Ayrer d.Aä., 2 Hälfte 16. Jh., (1938: 386c, nach DWb). f. Folterinstrument mit einem sehr engen runden Loch, das dem Verbrecher um den Hals gelegt wird
  • halsstri(c)kGajek, Seidelius. Tych. (Breslau1613): Welchs jhm das gros gewuenschte Glueck / Verkehret inn einen Halßstrick (nach FrnhdWb). m. Strick um den Hals
  • halszwingerSchöpper 79a (Dortm.1550): Iugum. Joch halßzwinger (nach FrnhdWb). m. Joch

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Hinterglied

  • halskrautIdæa laurus [...] zapffenkraut / halskraut. (Alberus, DDr (Frankf. 1540), nach FrnhdWb). n. Pflanze gegen Halsbeschwerden

Bedeutung "Hals", substantivisches Determinativkompositum mit Behälterbezeichnung als Hinterglied

  • halssakDasypodius, 125v (Straßb.1536): Mantica, Ein halßsack, der vornen vnnd hinden herab hanget / weydsack. (nach FrnhdWb). m. nach vorne und hinten hängende Tragetasche, die man sich über die Schulter hängt

Bedeutung "Hals", adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied

  • halsgeringelthalszgeringlete taub, die ein schön ringle hat umb den halsz, torquatus palumbus (Maaler, Josua, die teutsch sprach […], 1561: 208b, nach DWb). mit Streifen am Halse versehen
  • halsbeinicich sihe das dis volk ist halspeinig, lasz mich das mein grimm werd erzürnt wider sie. (Bibel 1483, 48a, nach DWb und Lexer). stur
  • halslä(h)migund [die Kinder] so halßlämig ungwiß tasten. (Fischart Anmanung 71, nach DWb). mit unbeweglichem Hals, unbeholfen
  • halsstarWelche dann sich zu lang halsstar und aigensinnig erzaigt, die haben wir der statt verwisen. (Qu. hess. Ref. 4, 105, 9 (hess., 1536), nach FrnhdWb). stur, hartnäckig
  • halsstarkdie wil er je also an ime selber so halsstark was, dass er durch deheiner marter willen nit vorjechen wolt (Beleg von 1503, nach DWR s.v.). stur, dickköpfig
  • halsstarrigIst auch leider dahin gerahten / das sie ohne scheue / nicht allein die wahre wesentliche gegenwart / vnd austeilung des leibes vnnd blutes Christi / mit dem gesegneten brot vnnd wein im heiligen Abentmal halsstarrig verleugnen / vnnd widersprechen / (Kirchner, Timotheus: Von der Erbsünde was sie eigentlich vnd nach der heiligen Schrifft zu reden sey, vnnd warauff der heuptstreit in dieser sache beruhe. Jena, 1587, nach DTA). stur, hartnäckig
  • halsstarriglichSolle doch hiemit / vmb der einfältigen willen / nochmahlen / auff dieselbige gründtlicher vnnd kurtzer Gegenbericht geschehen / vnnd mit hilff des Allmächtigen dargethan werden / daß nicht die Lutherische / (wie diser Caluinist fälschlich vns zumisset) sonder die Calninisten von dem Wort Gottes (in der Lehr von den heiligen Sacramenten / vnnd von der Person Christi) einmal abgewichen / vnd dasselbig noch für vnd für / vber alle erinnerungen / halsstarriglich beharren. (Magirus, Johannes: Kurzer und gründlicher Gegenbericht, darinnen wider den falschen Bericht Doktor Marxen zum Lamm zu Heidelberg, erwiesen wird. Tübingen, 1592, nach DTA). unbelehrbar
  • halsstra(c)khalsstrack, hartneckig, die nicht erken / was man ir weist, zeigt oder lert. (Thurneisser archidoxa (1575) 7, nach DWb). stur
  • halsstreitigdann wie ein unbendigs, aygenwilligs, halßstreitigs, hartnägkigs kind nit wol wirt zogen. (Sebastian Frank, Trunkenheit 1531 E 4b, nach DWb). streitsüchtig, stur
  • halsstürzigSunst ist die Christliche kirche / vil toller vñ vnsinniger dañ die wute͂de thorheit selbern / vnter allen voelckern auff erden / welche sich zu vnsern zeitten / vil vnsawberer vnd halßstortziger lest mercken ia greyffen dañ vom anfang. (Anderson u. a., Flugschrr. 19, 4, 3 ([Eilenb.] 1524), nach FrnhdWb). auf den eigenen Vorteil bedacht

Denominale verbale Ableitungen

  • halsschlagenso ist mir gegeben ein stachel meines fleisches, der engel Sathanas, daz er mich halsschlag. 8Spiegel menschlicher Behaltnusse (1492) 52a, nach DWb). ohrfeigen
  • halsstärkenDer [...] calvinianer hauf, [...], wurde in ihrem vornehmen gehalssterket. (Franz u. a., Qu. hess. Ref. 3, 328, 41 (hess., 1563), nach FrnhdWb). jmdn. in seiner Hartnäckigkeit bestärken
  • halsbandenwie bequemlich stünd ein gehalszbandete kel under minem bartischen antlitz. (Cyrillus Thessalonicensis, 1490: bl. 27, nach DWb). mit einem Halsband versehen

Bedeutung "schmale Stelle", substantivisches Determinativkompositum mit Fahrzeugbezeichnung als Hinterglied

  • halsschlitlinesseda halsschlitlin, ein kerchlin das men an dem hals zucht. (Brack voc., ed. Diefenb. 210c, nach DWb). n. Schlitten, den man am vorderen Sporn zieht

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Nomen agentis als Hinterglied

  • halsbürgerdurch welcher vbelred er Zue recht gefordert worden iśt. durch den vorgenanten Erbaren Wolffgang Nörlinger. vnd durch Erbar Leütt nemlich 12 Halßpürger Zu recht verpürgt iśt worden. (Stadtbuch Karpfen 29, 19 (mslow. inseldt., 1509), nach FrnhdWb). m. Zeuge in einem Verfahren um die Todesstrafe
  • halsherrscherder tyran oder halßherscher Dionysius. (Fischart Ehezuchtbuch 33, nach DWb). m. Tyrann

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Berufsbezeichnung als Hinterglied

  • halsrichterunsern obrigkeiten und halsrichtern [...] unverspruchig. (Schles. Bergb., Cod. Sil. 20, 229, 15 (schles., 1526) , nach FrnhdWb). m. Richter, der die Todesstrafe verhängen darf

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Hinterglied

  • halsherremit reisen, sturn (steuern), botten und verbotten und aller pflicht, so dann ein leibeigen mensch seinen halßherren nach dem landsbrauch schuldig ist. (Haltaus glossarium germanicum medii aevi 786, nach DWb). m. Herr eines Leibeigenen

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Rechtsbezeichnung als Hinterglied

  • halsbußehalsbusse „Todesstrafe“ (a. 1481, nach FrnhdWb). f. Todesstrafe
  • halsgebanwisen sie [scheffen] meinem e.h. dry boissen [...], vnd ist halz und galzgebanndt [...]. vsser dem halzgebanne soll [...]. (Grimm Weisthümer 3, 795, 11 (mosfrk., 1532), nach FrnhdWb). n. Recht, die Todesstrafe zu verhängen
  • halsgerichtsordnungnachdem auch die halß- oder peinlich gerichtsordnung auf jüngst gehaltenem reichstage zu Augsburg für die hand genommen. (Absch. des Reichst. zu Regensburg 1532, iii; nach DWb). f. Gesetzgebung über die Verhängung der Todesstrafe
  • halsgerichtszeichenAbzeichen eines halsgerichts. (Haltaus glossarium germanicum medii aevi 785, nach DWb). Als solche Zeichen dienten Stock und Galgen. n. bestimmtes Zeichen für die Halsgerichtsbarkeit
  • halsklagehat Jorge Beher [...] in gerichte eyne halsclage, dy uwer lip, leben, ere unde gud anberurte, getan. (Schöffensprüche Pössneck 177, 30 (thür., 1474) , nach FrnhdWb). - wann sie ihre eltern beinlich auf leib und leben verclagen, allein die halsclagen, welche von des lantsfürstens oder allgemeiner wohlfarth wegen beschehen, außgenomben (1573; Landesordnung des Erzherzogthums Österreich unter der Enns von 1573. Handschriftlich, Teil der Sammlung Chorinsky, III 23 § 3, nach DRW). f. Anklage wegen eines Kapitalverbrechens
  • halspenob sach wer, das ain gast in ains frumen mans hawss kchäm und nachmalen mit dem wirt höchmüt treiben wolt und das der wirt [...] seinen nachtpawrn verkchunden (!), dem sullen sew peystant tun. bey halspeenen. (Steir. Landtagsakten 2, 118, 23 (m/soobd., 1469), nach FrnhdWb). f. Todesstrafe (mit -pen aus lat. poena)
  • halssteuerdas ouch die landzugling, die an den enden in unsern hochen gerichten sitzent, ... die halßstur geben soͤllent (Belege von 1476, nach DRW s.v.). f. Tribut, der von einem Leibeigenen an seinen Herrn entrichtet wird
  • halsstrafewann sich under den ... pawrßleüten ... unnzüchten ... zuetragen ... das dardurch khain peindliche oder halßstraff verdienet wirdet (Beleg von 1535, nach DRW s.v.). f. Todesstrafe

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum als Hinterglied

  • halslasterdie mit offentlichen halßlastern beladen sind, als zauberer, gotslesterer, wuecherer, dieb, rauber, mörder, knabenschender, kindvertrucker. (Sebastian Franck, Chronica 388b, nach DWb). n. Verbrechen, auf das die Todesstrafe steht; Todsünde

Bedeutung „Leben“, substantivisches Determinativkompositum mit Gebäude(teil)bezeichnung im Hinterglied

  • halsgefängnishalsgefängnis „Strafgefängnis“ (a. 1464, nach FrnhdWb). n. Strafgefängnis
  • halsgericht(Verordnung, das) halßgericht betreffend. (Regensburger reichstags-abschied 1532, iii; , nach DWb). n. Gebäude, in dem das Strafgericht untergebracht ist

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Geländebezeichnung als Hinterglied

  • halsackerDie spyeler haben übel zyt / | Vil mer / der schnapp han / der do ryt | Vff den halßacker wogend sich. (Brant. Narrensch. 89, 15 (Basel1494), nach FrnhdWb). m. Gerichtsgelände

Bedeutung "Leben", substantivisches Determinativkompositum mit Institutionsbezeichnung als Hinterglied

  • halsgerichtdaz gerichte uber schulde, gulde und bruche, mit dem gerichte des bluts, daz man nennet das halsgerichte. (Haltaus glossarium germanicum medii aevi 785, nach DWb). n. Strafgericht, Gericht über Leben und Tod

Bedeutung "Leben", adjektivisches Determinativkompositum mit adjektivischem Hinterglied

  • halsbrichig, halsbrüch(t)igda dis munster einige mißtätige angegriffen, gefänglich hinfuhrten und fast hielten oder gehalten hätten, hernegst aber selbige pein- und halsbruchtig befunden. (Weistümer Hülchrath 141, 39 (rib., 1616), nach FrnhdWb). mit der Todesstrafe zu ahnden
  • halseigen"die sich vor ihm [dem Hogerichter] und Zeugen ganz halseigen gegeben habe und aus der Paulsfreiheit ausgetreten sei" (Beleg von 1548, nach DRW s.v.). in Leibeigenschaft befindlich
  • halsverbrechlichwofern es nicht halsverbrechliche sachen sind. (Junghans von der Olßnitz, Adam, Kriegsordnung, 1594: 49, nach DWb). die Todesstrafe erfordernd