Grammatik-Angaben

Nom. Sg. hals, der
Gen.Sg. halses
Nom.Pl. hälse
 

Mit 'Hals' als Subjekt

  • der hals fälltBedenck vnd betracht dz du es kürtzlichen lassen must/ wann du nicht sicherers hast dann den tod/ vnd nicht vngewissers der stund des todes. betracht wie gar vnuersichtigklich der tod ma nigen menschen ergreifft/ dick vnnd vil in todtlichen sunden/ dz doch das aller sorgklichst ist Wir sehen dick vnd vil das sich der mensch des nachtes gesunt nyder legt/ vnd wirt des morgens tod funden/ einer felt den hals ab/ der ander erdrinckt der drit stirbt gehlingen in maniger hand weiß/ wann wir das teglich sichtlichen sehen/ (Der Fußpfad zur ewigen Seligkeit. [Nürnberg], [1494], nach DTA).
  • jmdm. kracht der halsSauf, das du speiest und das dir der halß krache. (Luther, WA 33, 586, 42 (1531, nach FrnhdWb). jmdm. platzt der Hals von übermäßigem Alkoholgenuss
  • der hals schwilltHalß geschwulst Item ist ainem roß der halß geschwollen, [...], wirf das roß nider vnnd stoß im den inn halß, das im die geschwulst zerbricht. . (Ross Artzney 149 (oobd., 1598), nach FrnhdWb).
  • der hals steht emporWJltu machen ein höflich essen von einem Pfawen/ so pflücke jn rein/ vnd laß den schwantz vnd auch die federn am heupte gar dran bleiben/ vnd verbind den schwantz/ so wol auch das heupt mit nassen tüchern/ das sie wol verwaret sein/ vnd stecke den Pfawen an einen spiß/ vnd brate jhn fein abe/ wenn er denn gebraten ist/ so lege jn auff eine schüssel/ vnd mache den halß hübsch/ das er empor stehet (Coler, Johannes: Buch III: Vom Kochen. Aus: Oeconomia. Oder Haußbuch. Bd. 1. Wittenberg, 1593. S. 102-208, nach DTA).
  • der hals ist verfalleniśt er verfallen, śeines guetts, vnnd śeines hals. (Stadtbuch Karpfen 25, 14 (mslow. inseldt., 1501), nach FrnhdWb). das Leben ist verwirkt

Mit 'Hals' als Objekt

  • jmdm. den hals abhauenMorgant 164, 36 (halem., 1530): der streich schlipft ab uff des pfertz hals, und huvw im den ab. (nach FrnhdWb). jmdn. töten, köpfen
  • jmdm. den hals abschlagendem slehet man abe den hals, iz si umme eine slechte kampere wunde oder umme einen totslac, so geet iz im in an den hals. (Freiberger Stadtrecht 151, 8 (osächs., Hs. v. 1325) , nach FrnhdWb). jmdn. töten, köpfen
  • jmds. hals abschneidenDubizmay, kurß zu Teutze 66, 6 (hess., 1463): Der rechte got sneydet der sunder hals abe. (nach FrnhdWb). jmdn. töten, köpfen
  • den hals abschreienWorheyt sicht man jnn ewigkeyt | Vnd würt sich nyemer me verlygen / Wañ narren schon den hals ab schryen. (Brant. Narrensch. 104, 47 (Basel 1494), nach FrnhdWb). laut rufen
  • jmdm. hals und leben abschwörennam etlicher ain gelbe kappen und schwur aym den hals und leben ab, den er nie kant, noch gesechen hett. (Baumann Bauernkr. Oberschw. 182, 2 (schwäb., v. 1542), nach FrnhdWb). jmdm. das Recht zu leben nehmen
  • jmds. hals abstechenWil dir dein hals darumb abstechen, / Solt mir all werlt darumb ubel sprechen. (Fastnachtspiele 253, 29 (nobd., 15. Jh.), nach FrnhdWb). jmdn. töten
  • jmdm. den hals abstechenVnd zwar wenn ich kein Christ were / so were ich gesinnet / das mir einer lieber den hals absteche / denn solche tücklein beweise / da ich mit meinem buch muß den seelengifft fürtragen / vnwissent vnd vnwillens. (Kirchner, Timotheus: Gründliche warhafftige Historia: von der Augspurgischen Confession wie die Anno 1530 geschrieben. Leipzig, 1584, nach DTA). jmdn. töten
  • jmdm. den hals abstoßenSchwabensp. 155a, 10 (Hs. nd./md., um 1410): Notzuegere: de beyn vnde arme vnde danne den hals sol man mit delen abe stozen. (nach FrnhdWb). jmdn. enthaupten, köpfen
  • den hals abwendener wand ab ir den halse sein. / das was da der frawen fein / genzlich zuo dem tot gemaint. (H. Kaufringer 7, 191 (schwäb., Hs. 1464), nach FrnhdWb). sich wegdrehen
  • jmdn. den hals angehenWas du mir fluochest / das gehe dein halß an. (Agricola. Sprichwörter 1, 380, 7 (Hagenau1534), nach FrnhdWb). auf jmdn. selbst zurückfallen
  • den hals aufrichtenLuther Hl. Schrifft. Jes. 3, 16 (Wittenb.1545): das die töchter Zion stoltz sind / vnd gehen mit auffgerichtem Halse. (nach FrnhdWb).
  • den hals belangenDAs hat auch stadt / ob gleich einer in einem gemieten Hause wonete / dann in seiner Wonunge sol jederman billich mit friede vnd ruhe bleiben / vnd von einem andern nicht vberlauffen werden / also / das auch die Rechte vorbieten / jemande aus seinem Hause mit gewalt in Gefenck nus zu ziehen / Es were dann die sache peinlich / vnd belangte den Hals / (Der Stadt Braunschweig Ordnung, ihre christliche Religion, auch allerhand Kriminal-, Straf- und Polizei-Sachen betreffend. Magdeburg, 1579, nach DTA).
  • den eigenen hals bestehenWas du mir fluochest oder wünschest / das bestehe dein aignen Hals. (Agricola. Sprichw. 2, 119, 2 ([Augsb.] 1548), nach FrnhdWb). einen selbst treffen, auf einen selbst zurückfallen
  • den hals biegenut könige und fursten hals biegen erga baptismum. (Luther WA 41, 603, 30 (1535/6), nach FrnhdWb). sich niederbeugen (zur Taufe)
  • jmnds.hals beugenHast du Kinder / so zeüch sie / beüg jren halß von jugendt auff / laß jn jren willen nicht in der Jugendt / vnd entschuldig jr thorheit nicht / (Brenz, Johannes: Kirche[n]ordnung, wie es mit der Lehre und Ceremonien, im Fürstenthumb Würtemberg angericht und gehalten werden soll. Tübingen, 1555, nach DTA).
  • jmdm. den hals brechenLimb. Chron. 60, 2, Anm. 88: da sprang der gefangen mit dem burgermeister von der muren unde brach dem sinen hals. (nach FrnhdWb).
  • den hals für etw. dargebenGrusset die Priscan vnd den Aquilan meyne gehulffen ynn Christo Jhesu/ wilche haben fur meyn leben/ yhre helse dargeben/ wilchen nicht alleyn ich dancke/ sonder alle gemeynen vnter den heyden (Das Newe Testament Deutzsch. Übers. v. Martin Luther. Wittenberg, 1522, nach DTA). sein Leben für etw. wagen
  • den hals darstreckenDen Halß darstrecken / das ist / Sich zum tod oder zestaerben darbieten. (Maaler 207v (Zürich1561), nach FrnhdWb). sein Leben für etw. geben
  • den hals deckenDEß menschen natüerlichs weßen mögen wir versteen bey der hau/ ben Die haube ist gemacht von zweien stücken Das ein ist also ein stucke vnd ist das öberteyl/ dz ander ist gemacht von vil stücken das ist von den pantzer ringlein vnd decket den halß (Der Fußpfad zur ewigen Seligkeit. [Nürnberg], [1494], nach DTA). bedecken
  • jmdm. den hals einbrechenDann meniglichen das Exempel Heli des Priesters bekannt ist/ der für sein person wol ein frommer Mann was/ Aber da er seine Söne nicht nach dem beuelch Gottes zoge/ sonder jnen jren mutwillen gestattet/ das sie vnzüchtig vnd Gottloß handelten/ hat jm der Herr den Halß eingebrochen/ jn des gähen tods sterben/ seine Sön erstochen werden lassen/ vnnd ist der fluch auff dem Hauß Heli bliben ewiglichen (Andreä, Jacob: Ein Christliche Predig. Tübingen, 1564, nach DTA). jmdn. töten
  • den hals kostenwolt (er) einen schaden getan (haben), davon man lang zeit zu sagen hett, ab es ime gleich den hals hett kosten sollen. (Leipziger Schöffensprüche 13, 28 (osächs., 1523/4) , nach FrnhdWb). das Leben verwirkt haben
  • den hals lassenDarumb sich ein jeglicher vor jrer meinung also hüten vnd halten sol / das er nicht darauff falle vnd daran hange / sondern so er auch mit jhnen zweiffelt vnd wehnet / harren vnd verziehen / biß er auch gewiß vnd sicher werde / oder wird seine seele in gefehrligkeit geben / denn was wir gleuben sollen / das mus nicht wahn noch dunckel / sondern gewisse warheit sein / darüber wir tausent hälse lassen möchten (Kirchner, Timotheus: Gründliche warhafftige Historia: von der Augspurgischen Confession wie die Anno 1530 geschrieben. Leipzig, 1584, nach DTA). sein Leben verlieren
  • den hals letzenvnd darumb glei/ cher weyß/ also der ritter den halß zwinget mit dem koller/ also das im sein veind den hals nit letzen/ also sol ein mensche sich zwingen vnd seiner eygen natuer widersteen an vbrigem essen vnd trincken/ wann dar durch dicke vnd vil der mensch vellet in großen leiplichen siechtagen/ wann vil menschen sterbent von freßereye dann von dem schwert (Der Fußpfad zur ewigen Seligkeit. [Nürnberg], [1494], nach DTA). verletzen
  • jmdm. / sich den hals entzwei schlagenHolland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn 355, 2 (Wolfenb.1594): vnd sie nicht allein aus der Gefengnis erledigen, Sondern vns allen auch die Hälse entzwey schlagen. (nach FrnhdWb). jmdn. / sich umbringen
  • jmdm. / sich den hals entzwei stürzenDarumb / wer dem Krieg nachzeucht / der hüte sich / daß er nicht selbs durch Leichtfertigkeit vnd Sicherheit Vrsach darzu gebe / daß jhme für der zeit der Halß entzwey geschlagen werde (Leyser, Polycarp: Eine Christliche Leichpredigt/ Bey der Begräbnuß/ deß ... Fritzen von der Schullenburg ... Frankfurt (Main), 1589,nach DTA). jmdn. / sich umbringen
  • den hals stürzenda füret sie die nachfolger mit jhrem tunckeln schein / wie die Irrwische bey nacht in finsternis / wäldern vnd awen / die Wandersleute verführen / in gefehrliche örter / da sie den hals stürtzen / oder ersauffen müssen. (Kirchner, Timotheus: Gründliche warhafftige Historia: von der Augspurgischen Confession wie die Anno 1530 geschrieben. Leipzig, 1584, nach DTA). sich den Hals verrenken, brechen
  • den hals vergoldenSo brate vier Hünner abe auff eine Schüssel/ mache jnen die hälfte das sie ragen/ vnd wenn sie gebraten sein/ so wasche sie aus einem warmen Tischbier/ vnd setze sie hübsch auff eine schüssel/ das die hälfte empor stehen/ geus diese Beislutz drüber (weil sie warm ist) die schüssel gantz voll biß an den rand/ vnd laß gerinnen/ vnd wenn es geronnen ist/ so stecke darauff Mandelkernen/ vnd fein geschnittene Cinamey/ vnd laß die hälse vnd flügel hübsch vergülden/ so wol die Mandelkernen/ das es wol gezieret ist/ vnd gib es hin. (Coler, Johannes: Buch III: Vom Kochen. Aus: Oeconomia. Oder Haußbuch. Bd. 1. Wittenberg, 1593. S. 102-208, nach DTA).
  • den hals verlierenEs sey der gemeyn man vom Amando / odder anders wem / zum vngehorsam gesterckt / wil ich als ein auffrhürer / meinen hals verloren haben. (Corvinus, Anton: Wahrhaftiger Bericht, daß das Wort Gottes, ohne Tumult, ohne Schwärmerei, zu Goslar und Braunschweig gepredigt wird. Wittenberg, 1529, nach DTA). sterben
  • den hals verrenkenverrencket deren einer meinem Gesellen den halß so sehr / das er den kopff in etlichen tagen nit kundt vmbwenden. (Rauwolf, Raiß 31, 18 ([Lauingen] 1582), nach FrnhdWb). sich den Hals(wirbel) verzerren
  • den hals verwirkenWVrde jemandt seine Eltern schlagen / der hette wol nach Gottes Gebote vnd Ordnunge den Hals vorwircket / desgleichen wenn er seinen Eltern fluchet / Dieweil aber die straffe in diesen Landen nicht in vbunge gefunden / sol man einen solchen Gotts vnd ehr vergessenen Buben / vier Wochen lang mit zimlichem gefengnis straffen / doch das er nicht anders dann mit Wasser vnd Brot gespeiset werde. (Der Stadt Braunschweig Ordnung, ihre christliche Religion, auch allerhand Kriminal-, Straf- und Polizei-Sachen betreffend. Magdeburg, 1579, nach DTA). sein Leben verlieren
  • den hals vorstreckenAber yr sein gewichen von dem weg/ vnd haben manchen geergert in der Ee/ yr habt eyttel gemacht das gelübt Leui. etc. Sollichs ist kain betrachtung bey euch Dan wan ein sollicher den halß furstreckt/ es sey kirweich oder sonst (Bucer, Martin: Ayn schoner Dialogus. [Breslau], [1521], nach DTA).
  • den hals an etw. wagenehe wolten sie alle sterben und ihre helse daran wagen. Chronik von Magdeburg 2, 106, 4 (nrddt., Hs. E. 16. Jh. ), nach FrnhdWb). sich um den Preis des Lebens für etw. einsetzen
  • den hals (wie gänse) windenso geen sy hin vnd winden dye helß wie die Genß auff dem myst. (Anderson u.a., Flugschrr. 6, 6, 18 ([Augsb.] 1523), nach FrnhdWb). den Hals so weit wie möglich umbiegen
  • den hals zubrechenLimb. Chron. 29, 3, Anm. 10 (mfrk., Hs. 2. H. 16. Jh.): Ob ich durch si den hals zubreche. . (nach FrnhdWb).
  • dem hals zusetzenDes gleichen wird des armuts verschont / dieweil nu das kirchengut fast erschepfft / vnd wie eine gelde kuhe versigen ist vnd verschwunden / das hinzu dasselb dürfftig armut (vber das es hals vnd bauch zusetzet) mit stewern / auff setzen etc. auff den grad vnd die rieben ge schabt wird vnd geschunden. (Crosner, Alexius: Ein Sermon von der heiligen Christlichen Kirchen. Wittenberg, 1531, nach DTA).
  • den Hals zwingenvnd darumb glei/ cher weyß/ also der ritter den halß zwinget mit dem koller/ also das im sein veind den hals nit letzen/ also sol ein mensche sich zwingen vnd seiner eygen natuer widersteen an vbrigem essen vnd trincken/ wann dar durch dicke vnd vil der mensch vellet in großen leiplichen siechtagen/ wann vil menschen sterbent von freßereye dann von dem schwert (Der Fußpfad zur ewigen Seligkeit. [Nürnberg], [1494], nach DTA).

mit 'Hals' im Genitiv

  • sich des halses verwilligeniśt er verfallen, śeines guetts, vnnd śeines hals śich Verwilligt hat. (Stadtbuch Karpfen 25, 14 (mslow. inseldt., 1501), nach FrnhdWb). sein Leben verwirken