Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Zunft f.
Gen. Sg. Zunft
Nom. Pl. Zünfte
 

Bedeutung „Berufsgemeinschaft“, substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung im Hinterglied

  • Zunftbruder m. (historisch) Angehöriger einer bestimmten ZunftGeplant ist auch eine "Akademie der Geheimnisse", eine Datenbank, die es den Adepten der Zunft ermöglichen soll, mit ihren Zunftbrüdern zu kommunizieren. (Der Tagesspiegel, 19.09.1998); Mit den weltweit verstreuten Zunftbrüdern und -schwestern steht Mariele online in Verbindung. (Die Welt, 05.12.2000; beide nach DWDS).
  • Zunftgenosse m. (historisch) ZunftbruderDeren Gebrauch führt ein Zunftgenosse von heute in einer kleinen Werkstatt vor. (Süddeutsche Zeitung, 24.02.1994; nach DWDS).
  • Zunftmeister m. (historisch) Handwerksmeister in einer ZunftZunftmeister setzten zum Beispiel durch, daß Frauen nur als Hilfsarbeiterinnen angelernt wurden. (Süddeutsche Zeitung, 07.10.1994; nach DWDS). Sie ist nicht wirklich demokratisch, jeder Stand hat auch seine eigene Zunftordnung. (Die Zeit, 26.04.1996, Nr. 18; nach DWDS).

Bedeutung „Berufsgemeinschaft“, substantivisches Determinativkompositum mit Gegenstandsbezeichnung im Hinterglied

  • Zunftbrief f. Urkunde, in der die Satzung, die Zunftordnung einer Zunft niedergelegt istSteinzeug wurde seit ca. 1350 hergestellt, nach einigen Forschern erst ab 15. Jh. gesichert (Reineking-von Bock), 1429 wird die Töpferzunft erstmals erwähnt (die Töpfer nannten sich ulner, aulner usw. [lat. olla »Topf«]), Zunftbriefe gibt es von 1516-1706. (o. A.: Lexikon der Kunst - S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31055); Der traditionelle Zunftbrief, den es als Muster zu kaufen gibt, lehnt sich an die Bibel von Gutenberg an und zeigt die dort verwendeten Schriften und kräftigen Farben. (Der Tagesspiegel, 16.12.2003; beide nach DWDS).
  • Zunftrolle f. (historisch) Zunftbrief, ZunftordnungFreilich beweisen die immer und immer von neuem eingeschärften Vorschriften der Zunftrollen, wie sehr man mit der Neigung zu unlauterem Wettbewerb zu kämpfen hatte (Keutgen). (Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 399); In den Lübecker Zunftrollen wird ein »Martzapaen« erstmals im Jahr 1530 erwähnt. (Die Zeit, 15.12.2008, Nr. 52; beide nach DWDS).
  • Zunftwappen n. (historisch) Wappen einer Zunft
  • Zunftzeichen n. (historisch) Zeichen, das ein in einer Zunft organisiertes Handwerk symbolisierteAuf Tischen an den Seiten des Raums liegen Zunftzeichen aus Wachs gegossen. (Süddeutsche Zeitung, 24.10.1996; nach DWDS).

Bedeutung „Berufsgemeinschaft“, substantivisches Determinativkompositum mit Nomen loci im Hinterglied

  • Zunfthaus n. Haus einer ZunftAuch bei den anschließenden Feiern in den Zunfthäusern mußten die Frauen draußen bleiben. (Süddeutsche Zeitung, 19.04.1994); Natürlich ist das Ensemble alter Zunfthäuser rund um das Rathaus einer der schönsten Plätze der Welt. (Die Zeit, 18.09.2000, Nr. 38; beide nach DWDS).

Bedeutung „Berufsgemeinschaft“, substantivisches Determinativkompositum mit Abstraktum im Hinterglied

  • Zunftgeist m. (abwertend) gruppenegoistisches Denken innerhalb der ZünfteAuch auf dem Gebiete des Buchgewerbes wirkte das vom Zunftgeist beherrschte Prinzip der mittelzeitlichen Arbeitsteilung. (Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 22467; nach DWDS).
  • Zunftordnung f. (historisch) Gesamtheit der Satzungen einer Zunft
  • Zunftrecht n. (historisch) auf die Zünfte bezogenes RechtMan wünschte sich die Rigidität (Strenge) des alten Zunftrechts zurück (Süskind, Parfum 69; Duden s.v.).
  • Zunftwesen n. (historisch) Gesamtheit der auf Zünfte bezüglichen GegebenheitenTatsächlich richte es sich "nur gegen Reste eines mittelalterlichen Zunftwesens". (Die Zeit, 07.05.1998, Nr. 20; nach DWDS); Bislang steht das deutsche Handwerk, dessen Strukturen noch aus dem mittelalterlichen Zunftwesen stammen, im Ruf, überteuert zu produzieren. (Der Tagesspiegel, 04.05.2003; nach DWDS).
  • Zunftzwang m. (historisch) Zwang für den Handwerker zum Eintritt in eine Zunft, zur Einhaltung der ZunftordnungAuch die Aufhebung der Zunftzwänge änderte zunächst wenig an den Produktionsmethoden. (Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 97; nach DWDS).).

Bedeutung „Berufsgemeinschaft“, adjektivisches Determinativkompositum

  • zunftgerecht (veraltend) fachgerechtAls Neunjähriger kam Ambrosius nach Arnstadt, erhielt dort eine gründliche Unterweisung im V.-Spiel und wohl überhaupt eine zunftgerechte Ausbildung als Stadtpfeifer. (Benecke, Rolf: Bach (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 4221; nach DWDS).